Freizeit

Spionieren verboten: Das gilt es bei Drohnen zu beachten

Martin Komorek leistet mit seiner Drohne momentan viel Aufklärungsarbeit. Er will weg von dem schlechten Image, das die kleinen Flieger haben. 

Martin Komorek leistet mit seiner Drohne momentan viel Aufklärungsarbeit. Er will weg von dem schlechten Image, das die kleinen Flieger haben. 

Foto: Yvonne Held

Wetter.   Martin Komorek ist seit 2016 Drohnenflieger. Er will weg vom schlechten Image und erklärt, worauf Hobbyflieger achten müssen, bevor sie abheben.

Das Surren hört sich an, als ob ein Schwarm Bienen in der Luft hängt. Doch es ist keine Insektenplage, sondern eine Drohne, die über dem Kopf von Martin Komorek schwebt.

Seit 2016 ist Komorek mit seinem Flieger unterwegs. Das Wort Drohne mag er eigentlich nicht. „Das ist inzwischen negativ behaftet“, meint er. Damit spielt er nicht nur auf die Vorkommnisse zur Weihnachtszeit in Großbritannien an, als eine Drohne gleich zweimal den Flughafen Gatwick lahmgelegt hatte, sondern auch auf die Bezeichnung. „Das klingt so nach spionieren und Militär“, sagt Komorek. Dass er und sein Copter mit keinem von Beiden etwas zu tun haben, erläutert er. „Wir müssen uns in Deutschland an den Paragraf 21 der Luftverkehrsordnung halten. Der besagt, dass ich nicht über privates Gelände oder öffentliche Gebäude fliegen darf“, sagt Komorek.

Automatische Sperre

Damit das nicht passiert, hat er sich eine Geokarte auf dem Handy installiert. „Die Drohne wird automatisch gesperrt, wenn ich in die Richtung von Gebäuden fliege, an die ich nicht darf. Dann bleibt sie stehen oder hebt gar nicht ab“, erläutert er. 100 Meter Abstand muss er beispielsweise zu öffentlichen Gebäuden wie dem Gericht oder auch Autobahnen halten. Wer jetzt zu Weihnachten beispielsweise eine Drohne unter dem Baum hatte, dem empfiehlt Komorek: „Derjenige muss sich zwingend erst einmal mit den Regularien befassen, bevor er überhaupt das erste mal Fliegen geht. Unter www.dfs.de erhält man alles Wissenswerte, was zum Betrieb einer Drohne benötigt wird.“ Dazu gehören auch eine Drohnenhaftpflichtversicherung sowie eine Feuerfest-Plakette, auf der Name und Kontaktdaten zu finden sind. „Wer ohne Versicherung und Plakette fliegt, macht sich strafbar. Es können sogar Bußgelder bis zu 5000 Euro erhoben werden“, weiß Komorek. Er selbst hat einen Drohnenführerschein beim Deutschen Modellfliegerverband gemacht.

Fliegen entspannt

Doch wie kommt der 41-jährige Berufskraftfahrer eigentlich auf so ein Hobby? „Ich habe eigentlich mit kleinen Modellhubschraubern angefangen zu fliegen“, berichtet er. Die habe er im Wohnzimmer Zuhause fliegen lassen, um seine Frau ein wenig zu ärgern, meint er lachend. Da er vor 20 Jahren auch die Fotografie für sich entdeckt hat, war der Weg bis zur ersten Drohne nicht mehr weit. „Es ist die andere Perspektive, die mich reizt. Ich kenne Wetter in- und auswendig, aber von oben sieht alles ganz anders aus“, schwärmt er.

Das Fliegen entspannt ihn, auch wenn er inzwischen immer mehr Aufklärungsarbeit unterwegs leistet als dass er eigentlich in der Luft unterwegs ist. „Viele Leute fragen mich, wie das funktioniert, ob sie mal gucken dürfen. Die Leute sind zweigeteilt, wenn es um Drohnen geht“, sagt er. Angst, ohne es zu wissen, ausspioniert zu werden, muss bei ihm keiner haben. „Meine Drohne ist laut. Man hört sie, wenn sie über einem schwebt und das ist auch gut so“, sagt er. Zudem weist er auch auf den großen Nutzen hin, den eine Drohne bringen kann. „Feuerwehren und Polizei nutzen sie inzwischen auch zum Erkunden bei Einsätzen. Das ist gut. So schützen sie sich selbst“, freut sich Komorek.

Bilder sind online

Er selbst nutzt seine Drohne jedoch momentan nur für private Zwecke. Er plant aber, dieses Jahr noch ein Gewerbe anzumelden, um den Nutzen der Drohne zu erweitern. So könnte er sich beispielsweise vorstellen, Luftaufnahmen von Baugeländen oder Gebäuden zu machen, wenn er damit beauftragt wird. Bisher sind die meisten Bilder jedoch aus Wetter. Auszüge können Interessierte bereits auf der Facebook-Seite Ruhr-Bild Fotografie ansehen. Einen ersten Einblick gab es in der Neujahrsausgabe dieser Zeitung auf Seite 4.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben