Gericht

Sozialstunden, da Polizei Marihuana im Kinderzimmer findet

Eigentlich wollte ein 19-Jähriger aus Wetter (Ruhr) Marihuana nur für den Eigenbedarf bunkern. Doch dann kam eine verhängnisvolle Anfrage eines Bekannten.

Foto: Daniel Karmann

Eigentlich wollte ein 19-Jähriger aus Wetter (Ruhr) Marihuana nur für den Eigenbedarf bunkern. Doch dann kam eine verhängnisvolle Anfrage eines Bekannten. Foto: Daniel Karmann

Wetter/Hagen.  Ein 19-Jähriger aus Wetter muss Sozialstunden leisten. Er wollte nach eigenen Angaben „toll“ sein und versorgte einen Bekannten mit Marihuana.

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Im Bestreben, richtig cool zu wirken, versorgte ein 19-jähriger Mann aus Wetter einen Bekannten regelmäßig mit Marihuana – und das quasi zum Einkaufspreis. Auch wurden bei ihm geringe Mengen der Droge entdeckt. Das brachte dem 19-Jährigen jetzt ein Verfahren vor dem Hagener Jugendschöffengericht ein.

Es ging nicht ums Geld

An sich wollte der junge Mann aus Wetter nur für den eigenen Bedarf etwas Marihuana bevorraten. Dann kam die Anfrage eines Bekannten, ob er ihm etwas besorgen könne, und der 19-Jährige witterte die Chance, seinem Ruf den gewissen Pfiff zu verleihen. Also überließ er dem anderen Jugendlichen in knapp 30 Fällen etwas von der Droge. Dabei ging es um Mengen zwischen 0,8 und 4,8 Gramm Marihuana.

Ein lukratives Geschäft stellte das Ganze für ihn aber sicherlich nicht dar. Er gab den Stoff für den Preis ab, den er seinem eigenen Lieferanten zuvor gezahlt hatte. Aber um Geld ging es ihm ja auch nicht, nur um das Gefühl, endlich dazuzugehören. Zudem fand die Polizei in zwei Fällen bei ihm kleinere Mengen Marihuana – unter anderem in seinem Kinderzimmer.

Verteidiger rät zu Geständnis

Im Prozess tat sich der Wetteraner zunächst schwer, die Karten komplett auf den Tisch zu legen. Er war erst bestrebt, die Anzahl der Taten und die Mengen so gering wie möglich darzustellen. Sein Motiv offenbarte er allerdings sofort: „Ich weiß, dass es blöd klingt, aber ich wollte toll sein.“ Sein Verteidiger intervenierte, sprach ihm ins Gewissen und konnte ihn schließlich dazu bewegen, doch noch die ganze Wahrheit zu sagen.

Leeres Strafregister

Die Tatsache, dass der junge Mann ein vollumfängliches Geständnis abgelegt hatte, ein leeres Strafregister, die relativ kleinen Mengen und der Umstand, dass er tatsächlich belegen konnte, mittlerweile absolut clean zu sein, sprachen schließlich für den 19-Jährigen. Strafschärfend fiel die Vielzahl der Taten binnen kurzer Zeit ins Gewicht. Das Gericht ging letztlich von Reifeverzögerungen aus, wandte Jugendstrafrecht an und verurteilte ihn zur Ableistung von 100 Sozialstunden bis Ende Juli.

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