Bildung

Schulen in Herdecke werden weiter digital

Seit Jahren schon: An der Werner-Richard-Schule kommt moderne Technik zum Einsatz, wo es Sinn macht.

Seit Jahren schon: An der Werner-Richard-Schule kommt moderne Technik zum Einsatz, wo es Sinn macht.

Foto: Klaus Görzel/Archiv

Herdecke  iPad oder PC, eigenes Handy oder ein Klassensatz Tablets? Bei der Digitalisierung der Schulen gibt es viele Fragen. Nicht nur zu den Gerätschaften.

. Monitore und iPads, Ladestationen und Lizenzen, Software und Schulungen – 83.600 Euro sind dafür im vergangenen Jahr in die technische Ausstattung der Schulen geflossen. 45.000 Euro stammten aus dem Medienentwicklungsplan der Stadt Herdecke, 38.600 Euro aus dem Programm „Gute Schule 2020“. Wie weit hat das die Schulen gebracht? Im Schulausschuss wurde darüber jetzt diskutiert.

Viel Lob bekam Sarah Braun als neue Leiterin der städtischen EDV von den Lehrkräften zu hören. „Wir sind ziemlich weit vorn“, freute sich Andreas Joksch von der Friedrich-Harkort-Schule, und auch Sabine Jessinghaus von der Schrabergschule fand es „großartig, was Herdecke den Grundschulen zu bieten hat.“ Aber es gab auch Dämpfer. „Wir haben immer noch kein zuverlässiges WLan“, stellte Anke Lohscheidt von der Realschule am Bleichstein fest, „damit fällt und steht die Nutzung.“

Viele Enden müssen aufgenommen werden, damit stark in Richtung technischem Fortschritt an den Schulen gezogen werden kann. „Wir sind sehr, sehr gut in der Ausstattung, bei der didaktischen Diskussion aber noch am Anfang“, warf Matthias Witter ein. Er leitet die Werner-Richard-Grundschule und sieht die Schulen mitten in der Prüfung, was bei der Software wirklich Sinn macht und was eher nicht.

Fluch und Segen

Aber auch bei den Geräten selbst gibt es keine eindeutigen Lösungen. „Wie weit sind Überlegungen, auf eigene Endgeräte von Schülern und Lehrer zurück zu greifen statt iPads anzuschaffen“, wollte beispielsweise Malte Dürr (SPD) im Ausschuss wissen. „Schulen machen damit nicht unbedingt gute Erfahrungen“, wußte Andreas Joksch zu berichten. Ein Beispiel dafür kam aus der unmittelbaren Nachbarschaft. „Wir sind bei dem Versuch mit eigenen Geräten schnell an Grenzen gestoßen“, bekannte Anke Lohscheidt. Viele Geräte seien nicht kompatibel. Auch der Datenschutz sei ein Problem. Sylke Gröne (SPD), selbst an einer Schule in Hagen beschäftigt, berichtete vom anderen Ende der Diskussion: An ihrer Schule hätten alle Schüler ein eigenes iPad – allerdings auch selbst bezahlt.

Im laufenden Jahr sollen rund 70.000 Euro investiert werden, 50.000 Euro über den Medienentwicklungsplan, der Rest über „Gute Schule 2020.“ Damit können noch einmal viele Geräte, Programm, Leitungen und begleitende Schulungen bezahlt werden. Aber: Vorhandene Geräte werden irgendwann kaputt gehen, von den Neuen werden nicht alle gleichzeitig das Arbeiten aufgeben. Der Neuanschaffungsbedarf bleibt groß und unberechenbar.

„Wir machen uns sehr abhängig davon“, brachte Sabine Jessinghaus ihr Unwohlsein zum Ausdruck und sprach angesichts der Digitalisierung in den Schulen von einem „Fluch und Segen gleichermaßen.“ Dem wollte Andreas Joksch nicht widersprechen. Für ihn war allerdings klar: „Ein Zurück wird es nicht mehr geben.“

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