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Nah für Herdecker: Kluges Konzept für Hengsteysee-Projekt

Das waren noch Zeiten: Das Freibad Hengstey mit seiner Restauration Strandhaus war früher – das Foto stammt aus dem Jahr 2007 – Veranstaltungsstätte für große Open-Air-Events wie den beliebten Muschelsalat und beliebt an beiden Uferseiten des Sees.

Das waren noch Zeiten: Das Freibad Hengstey mit seiner Restauration Strandhaus war früher – das Foto stammt aus dem Jahr 2007 – Veranstaltungsstätte für große Open-Air-Events wie den beliebten Muschelsalat und beliebt an beiden Uferseiten des Sees.

Foto: , / WP

Herdecke/Hagen.  Die Stadtgrenze zwischen Hagen und Herdecke verläuft durch den Hengsteysee. Am Ufer in Hagen stehen großer Veränderungen bevor.

Die Baugenehmigung für den Umbau des Strandhauses am Freibad Hengstey liegt vor, Anfang Dezember werden die Pläne nochmals konkretisiert und Details des Mietvertrages besprochen, „wenn alles glatt läuft, ist noch in diesem Jahr alles in trockenen Tüchern“, sagen­ Mike Henning und Stephan Ley und spielen damit auf ihre Pachtabsichten der Strandhaus-Gastronomie und ihr Einbringen rund um die Neugestaltung des Hengsteyseeufers an.

Das erfolgreiche Gastro-Gespann, das die Großdisco Capitol und das Restaurant Neue Färberei auf dem Elbersgelände in Hagen betreibt, hat der Hagener Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft (HVG) und der Stadt Hagen ein Gesamtkonzept vorgelegt, das zu gefallen scheint. „Es hat wohl einige Bewerber für den künftigen Betrieb der Strandhaus-Gastronomie sowie des geplanten Beach-Clubs gegeben, doch aufgrund der Corona-Pandemie haben die meisten zurückgezogen“, sagt Stephan Ley, der sich als Neue-Färberei-Geschäftsführer auch weiterhin schwerpunktmäßig um die City-Gastronomie kümmern wird, während Mike Henning – wenn es zum Vertragsabschluss kommt – Geschäftsführer des Strandhauses werden wird.

Minigolf und Stand-up-Paddling

Die Geschäftspartner betonen, dass sie trotz der Corona-Starre die Hände nicht in den Schoß legen wollen und das Hengsteysee-Großprojekt mit Engagement und Freude angehen würden, „und wir würden uns auch mit eigenem Geld einbringen“, unterstreicht Mike Henning.

Zum Hintergrund: Für die Umgestaltung des Familienbades Hengstey­ sowie der parallel verlaufenden Uferpromenade am Hengsteysee­ nach einem Entwurf des Paderborner Landschaftsarchitekten-Büros Gasse/Schumacher/Schramm sind gut 3,7 Millionen Euro Investitionskosten eingeplant. Die Stadt Hagen trägt davon einen Anteil von 450.000 Euro, den Rest übernimmt die HVG.

„Wir würden den Betrag um 300.000 bis 500.000 Euro aufstocken, dadurch würden wir uns ein Mitspracherecht bei den weiteren Planungen sowie einen höheren Einrichtungsstandard erhoffen“, sagt Mike Henning.

„In Kürze wird die Entscheidung fallen, ob dort eine Freibad-Restauration mit Stapelstühlen­ stattfindet oder in einem der beliebtesten Naherholungsgebieten Hagens ein modernes Restaurant mit schickem Ambiente­ und wertigem, langlebigem Mobiliar entstehen soll“, konkretisiert Kompagnon Stephan Ley.

Wenn es zur Unterzeichnung des Zehn-Jahres-Mietvertrages (samt Verlängerungsoption) kommt, geht Mike Henning von einer Eröffnung des Strandhaus-Restaurants sowie des Hotelbetriebes im September 2021 aus. Bislang befanden sich über dem Restauranttrakt Mitarbeiterwohnungen, die im Zuge der Grundsanierung des Gebäudes jedoch in Hotelzimmer umgewandelt werden sollen.

„Wir würden in der oberen Etage acht bis zehn Einzel- beziehungsweise Doppelzimmer nach einfachem bis mittlerem Standard errichten“, sagt Henning und ergänzt: „Vieles würde automatisiert, wir würden auf einen 24-Stunden-Service und auf eine Rezeption verzichten und ein modernes Schlüsselsystem einbauen.“

Und dann schwärmt der Gastro-Experte vom herrlichen Blick auf den See an der Stadtgrenze von Hagen und Herdecke, den die Hotelgäste – Radfahrer, Wanderer oder Kurzurlauber – genießen könnten. Eines der Zimmer solle großzügiger ausfallen­, „ich stelle mir eine schöne­ Suite für zum Beispiel Hochzeitspaare vor.“ Angedockt an den Hotelbetrieb seien auch eine Garage sowie eine Ladestation für E-Bikes und Abstellmöglichkeiten für Fahrräder.

Und wie stellt sich das Gastro-Gespann Henning/Ley die Gestaltung der Außenanlagen vor? Wenn der Freibadbetrieb im Spätsommer 2021 eingestellt wird, würde das Duo mit dem Bau einer Adventure-Minigolfanlage starten. „Ich stelle mir eine themenbezogene Anlage, auf der viel Action geboten wird, vor“, blickt Henning in die Zukunft. Gespräche mit dem Ruhr-Verband, dem das Gelände seitlich des Strandhauses, wo die Minigolfanlage entstehen soll, gehört, habe er bereits geführt, „wir könnten das Grundstück mieten“.

Außerdem wollen die beiden Männer Stand-up-Paddling anbieten und Tretboote verleihen. „Und die Errichtung eines Calisthenics-Parks mit Outdoor-Fitness-Geräten, an denen Eigengewichtsübungen ausgeführt werden können, ist auch geplant.“

Die Realisierung des Beach-Clubs, der das Freizeitquartier zusätzlich aufwerten soll, ist nach den Vorstellungen von Henning und Ley ebenso für die zweite Bauphase vorgesehen. Besagter Beach-Club wird am Steg, der gebaut und aufs Wasser hinaus führen soll, Radwanderer ansprechen. „In Seecontainer-Elementen würden wir Streetfood wie Pommes frites und Pizza anbieten und so die lockere Atmosphäre am Wasser aufgreifen“, verspricht Mike Henning.

Was den kreativen Männern noch vorschwebt? „Wir würden rund um das Strandhaus mitsamt seiner großen Terrasse wieder wie früher tolle Open-Air-Events veranstalten“, schwärmen die Beiden erwartungsvoll.

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