Wohnen

Mieterhöhungen: Mieterverein und EN-Wohnen liegen im Streit

Alexander Dyck, Geschäftsführer EN-Wohnen, hat anlässlich des Jahresabschlusses 2017 die damals bevorstehenden Modernisierungs- und Sanierungsabschluss der dritten Siedlung Eicken- und Liboriousstraße (Wengern) in Wetter präsentiert.  

Alexander Dyck, Geschäftsführer EN-Wohnen, hat anlässlich des Jahresabschlusses 2017 die damals bevorstehenden Modernisierungs- und Sanierungsabschluss der dritten Siedlung Eicken- und Liboriousstraße (Wengern) in Wetter präsentiert.  

Foto: Elisabeth Semme

Wetter/Schwelm.  Mietervereine beklagen unsoziale Mieterhöhungen bei der EN-Wohnen. Deren Geschäftsführer sieht das ganz anders.

Mit „einigem Erstaunen“ hat der Mieterverein Schwelm und Umgebung auf Äußerungen von Alexander Dyck reagiert. Der Geschäftsführer von EN-Wohnen hatte im Interview mit dieser Zeitung erklärt, ältere Mieter müssten nicht fürchten, ihre Wohnungen zu verlieren. Für sie gebe es so etwas wie Verlässlichkeit, dass mit einer Sanierung keine zu starke Mieterhöhung einher gehe. Der Mieterverein hält mit eigenen Erfahrungen gegen. Dabei geht es um Modernisierungen in Schwelm und beträchtliche Mieterhöhungen im Anschluss.

Kaltmiete stark gestiegen

Die Redaktion hat Alexander Dyck mit den Vorwürfen des Mietervereins konfrontiert. Die EN Wohnen GmbH besitzt viele Häuser in Oberwengern und in Wengern, aber auch in Schwelm in der Hegelstraße. Kürzlich seien von hier zahlreiche Mitglieder zu Beratungsgesprächen erschienen, so der Mieterverein. Dabei hatten sie ein Schreiben von EN-Wohnen mit Hinweis auf „umfangreiche Arbeiten“ und der Ankündigung von Mieterhöhungen von bis zu 60 Prozent. Ist die Kaltmiete in Einzelfällen tatsächlich auf mehr als das Anderthalbfache gestiegen? „Ja“, sagt Alexander Dyck und verweist auf die Investitionen für „guten und bezahlbaren Wohnraum“. Bedeutet eine solche Erhöhung nicht gerade für Rentner eine kaum zu leistende Mehrausgabe?

Erhöhung angemessen

Das käme auf den Einzelfall an, lautet die Antwort von Alexander Dyck: „Eine Erhöhung ausgehend von einer Kaltmiete von zum Beispiel 3,59 Euro pro Quadratmeter monatlich ist sicherlich erheblich.“ Gleichwohl könne das aus „wohnungswirtschaftlicher Sicht angemessen und berechtigt sein“. Der Mieterverein wirft EN-Wohnen vor, dass umgehend mehr Miete verlangt worden sei, obwohl „nach geltender Rechtslage die erhöhte Miete erst ab dem dritten Monat nach Zugang der Erklärung verlangt werden darf.“ Außerdem sei bei Lastschriftermächtigungen „trotz des ausdrücklichen Widerspruchs und dem Hinweis auf die Verletzung geltenden Rechts die erhöhte Miete ab dem Folgemonat eingezogen worden“. Eine klare Bestätigung der Vorwürfe gibt es von Dyck ebenso wenig wie ein klares Dementi.

Gemeinsam Lösungen suchen

Der Mieterverein jedenfalls sieht bei EN-Wohnen gegenüber seinen Mandanten keinerlei Einlenken. Im Gegenteil. In Schreiben einer Anwaltskanzlei sei noch einmal ordentlich nachgelegt worden. Diese Tonart sei neu für EN Wohnen, sagt Alexander Wieczorek von der Bürogemeinschaft der Mietervereine in Hagen, darunter auch der für Schwelm und Umgebung. Er jedenfalls sei weiter dafür zu haben, gemeinsam nach einer Lösung im Sinne seiner Mandanten zu suchen. In einer Stellungnahme zu dem Interview wünscht Wieczorek sich, dass „die Erhöhung auf ein für die Mieter erträgliches Maß zurück geschraubt wird“.

Modernisierungskosten fördern

Darauf angesprochen, erklärt Alexander Dyck die Mieten von EN-Wohnen als „angemessen, erträglich und rechtlich einwandfrei.“ Bewege sich EN-Wohnen nicht, müssten die Gerichte klären, sagt Alexander Wieczorek und spricht noch einmal die Brücke an, auf der er EN-Wohnen gerne begegnen würde. Ob da der abschließende Vorschlag von Alexander Dyck hilfreich ist? „Wenn der Mieterverein einen Teil der Modernisierungskosten fördert oder übernimmt, können wir uns gerne über die weiteren Lösungsansätze unterhalten.“

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