Corona-Tagebuch

Koch aus Wetter trotz Corona im Glück - Leugner empören ihn

Für viele Berufskollegen gibt es derzeit wenig zu tun. Philipp Czesznofszky ist in der Großküche eines Krankenhauses weiter gefordert.

Für viele Berufskollegen gibt es derzeit wenig zu tun. Philipp Czesznofszky ist in der Großküche eines Krankenhauses weiter gefordert.

Foto: Svenja Hanusch / FUNKE Foto Services

Nicht nur, weil die Ärzte und Pfleger, für die er kocht, bis zum Anschlag arbeiten, empören Philipp Czesznofszky Corona-Leugner.

Philipp Czesznofszky aus Wetter ist Metzgermeister und absolvierte im Anschluss eine Ausbildung zum Koch. Der 27-Jährige arbeitet seit mehreren Jahren in der Küche eines Bochumer Krankenhauses. Um welches Krankenhaus es sich genau handelt, will der junge Familienvater nicht sagen. So beurteilt der 27-jährige gebürtige Wetteraner die aktuelle Corona-Situation. Hier sein Tagebucheintrag:

Ich muss schon sagen, dass ich mir Anfang März schon Sorgen gemacht habe, weil man die ganze Sache nicht so gut einschätzen konnte. Ich habe auch einen kleinen Sohn, um ihn macht man sich natürlich auch Gedanken. Zu dem Zeitpunkt war ja noch überhaupt nicht absehbar, wie schlimm die Krankheit an sich für den Einzelnen ist, deshalb schießen einem da natürlich tausend Sachen durch den Kopf, wenn Frau oder Kind nur mal Husten haben oder so.

Aus beruflicher Perspektive muss ich natürlich sagen, dass ich extrem Glück hatte. Der Betrieb bei uns im Krankenhaus lief ganz normal weiter. Von ehemaligen Mitarbeitern oder Leuten, mit denen ich die Koch-Ausbildung gemacht habe, habe ich gehört, dass sie schon während des ersten Lockdowns ihren Job verloren haben oder in Kurzarbeit geschickt wurden. Ich kann mir vorstellen, dass die Lage auch im Sommer nicht viel besser wurde. Von daher bin ich aus beruflicher Perspektive vergleichsweise noch gut durch das Jahr gekommen. Dafür bin ich sehr dankbar. Als Familienvater seinen Job zu verlieren, wäre für uns extrem schlimm gewesen, das will ich mir gar nicht vorstellen.

Wenn ich die Gesamtsituation betrachte, kann ich vor allem Leute nicht nachvollziehen, die das Virus nicht ernst nehmen und immer noch leugnen, dass es sich um eine ernstzunehmende Pandemie handelt. Letztens hatte ich einen Flyer im Briefkasten, der belegen sollte, dass es ja gar keine Pandemie gäbe. Darüber habe ich mich sehr aufgeregt, weil ich im Krankenhaus natürlich auch mitbekomme, wie die Ärzte und Pflegekräfte in den Hochphasen der Pandemie, wie auch aktuell, am Anschlag arbeiten. Den Blödsinn habe ich sofort in den Müll geworfen.

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