Mein Gott

Kaltes Wetter und Sehnsucht nach Wärme

Pfarrerin Kerstin Othmer

Pfarrerin Kerstin Othmer

Sind Sie auch wetterfühlig? Ich habe schon öfter gehört, dass bei Wetterumschwung alte Narben schmerzen. Oder dass Menschen auf Wetterwechsel mit Schlaflosigkeit, schlechter Laune oder Kopfweh reagieren. Über das Wetter zu reden gilt gemeinhin als oberflächlich und banal. Warum eigentlich? Ich rede gern drüber, und übers Wetter kann doch auch jeder mitreden. In den letzten Tagen herrschte eine Affenkälte. Sind denn Affen besonders kälteempfindlich? Oder eben nicht? Diverse Nachschlagewerke und das Internet haben mich mit Erklärungen über Herkunft und Bedeutung dieser Redewendung im Stich gelassen. Egal. Die Kälte klirrte förmlich. In manchem Kindergarten wurden Luftballons mit gefärbtem Wasser gefüllt, die über Nacht zu bunten Dekokugeln wurden und nun das Außengelände schmücken und verzaubern. In unseren Breitengraden sind diese zweistelligen Minustemperaturen schon eher ungewöhnlich. Deshalb auch ein Anlass, über das Wetter zu reden. Es hat auch etwas Besorgniserregendes.Klimawandel, Klimakatastrophen und Ozonlöcher füllen die Tageszeitungen und Nachrichten. Polkappen schmelzen, und die Hitze vergrößert zusehends Wüstenflächen. Menschen erfrieren und verdursten, ertrinken und verhungern. Die Welt ist bedroht, und gerät aus den Fugen.

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Sind Sie auch wetterfühlig? Ich habe schon öfter gehört, dass bei Wetterumschwung alte Narben schmerzen. Oder dass Menschen auf Wetterwechsel mit Schlaflosigkeit, schlechter Laune oder Kopfweh reagieren. Über das Wetter zu reden gilt gemeinhin als oberflächlich und banal. Warum eigentlich? Ich rede gern drüber, und übers Wetter kann doch auch jeder mitreden.


In den letzten Tagen herrschte eine Affenkälte. Sind denn Affen besonders kälteempfindlich? Oder eben nicht? Diverse Nachschlagewerke und das Internet haben mich mit Erklärungen über Herkunft und Bedeutung dieser Redewendung im Stich gelassen. Egal. Die Kälte klirrte förmlich. In manchem Kindergarten wurden Luftballons mit gefärbtem Wasser gefüllt, die über Nacht zu bunten Dekokugeln wurden und nun das Außengelände schmücken und verzaubern. In unseren Breitengraden sind diese zweistelligen Minustemperaturen schon eher ungewöhnlich. Deshalb auch ein Anlass, über das Wetter zu reden. Es hat auch etwas Besorgniserregendes.
Klimawandel, Klimakatastrophen und Ozonlöcher füllen die Tageszeitungen und Nachrichten. Polkappen schmelzen, und die Hitze vergrößert zusehends Wüstenflächen. Menschen erfrieren und verdursten, ertrinken und verhungern. Die Welt ist bedroht, und gerät aus den Fugen.


Wetterlagen spielen auch in biblischen Geschichten eine besondere Rolle. Wetter kann sehr bedrohlich und vernichtend sein. Die Sintflut-Erzählung beschreibt anschaulich die zerstörerische Kraft von Dauerregen. Am Ende der Flutgeschichte steht gleichwohl Gottes großes Versprechen, dass Frost und Hitze, Sommer und Winter, Saat und Ernte nie wieder aufhören sollen.


In der Bibel ist Gott der Herr über das Wetter. Er bedient sich der Wolken, um dem Volk Israel den Weg durch die Wüste in die Freiheit zu zeigen. Gott schickt einen starken Sturm, der das Meer teilt und austrocknet, dass sein Volk hindurchkommt und sich vor den Verfolgern retten kann. Aus dem Wetter antwortet Gott dem Hiob. Jesus Christus hebt die Hände und beruhigt die tosenden Wogen und damit seine ängstlichen Freunde in Seenot. Beeindruckende Berichte von Begegnungen mit Gott und seiner Macht. Gott kann sogar wider Erwarten im sanften Säuseln des Windes hörbar und spürbar werden.


Wenn der Winter vorüber ist, dann wird es langsam aber sicher morgens früher hell und bleibt auch abends länger hell. Nach der dunklen Jahreszeit sehne ich mich jedes Jahr neu nach Sonne und Licht. Wenn die Sonne dann so herrlich scheint – auch wenn es noch bitter kalt ist – habe ich Frühlingsgefühle.


Es wird bald wieder blühen, grünen, wachsen und gedeihen. Gott sei Dank. Bis dahin: ziehen Sie sich warm an!

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