Gesundheit

Hip-Hopper in Wetter sagen Nein zu Drogen

Im Jugendzentrum Kicka am Schmandbruch in Wetter gab es ein Hiphop-Projekt mit der AWO Suchtberatung als Partner.

Im Jugendzentrum Kicka am Schmandbruch in Wetter gab es ein Hiphop-Projekt mit der AWO Suchtberatung als Partner.

Foto: Romi Jun

Wetter  Anlässlich der Aktionstage „Sucht hat immer eine Geschichte“ nimmt Schülergruppe an Wettbewerb teil. Preisverleihung findet im Kicka statt.

„Alle sagen: Drogen machen alles bunter. Alter, verpiss dich. Komm mal runter“, so formulieren es Schüler der Förderschule Hiddinghausen in ihrem Beitrag zum Hip-Hop- Wettbewerb „Leben ohne Qualm“. Im Rahmen der Aktionstage „Sucht hat immer eine Geschichte“ nahmen zwölf Schüler der Klasse 11 und 12 gemeinsam mit Schulsozialarbeiterin Claudia Apel und Lehrer Thomas Schmidt daran teil. Sie gewannen dabei den 6. Preis unter 30 Teilnehmenden. Das wurde mit einer Preisverleihung gefeiert.

Gruppe nennt sich „Red 16“

„Sag nein! Zu Kippen und Alkohol (...) Sonst wirst du in der Birne hohl“, geht es weiter, und der Stil erinnert an aktuelle Hip-Hop-Songs. Die Projekt-Crew „Red 16“ findet klare Worte. Dortmunder Hip-Hop-Artist Keith Powell jr. brachte den von den Schülern geschriebenen Text in diese musikalische Fassung. Zuvor hatten sich die Jugendlichen an drei Tagen mit Suchthilfeberaterin Anke Duarte von der Caritas in Schwelm im Kinder- und Jugendtreff Kicka am Schmandbruch getroffen. Es ging um Sucht und Drogen, um Tabak, Marihuana und Alkohol. Kreativ wurde es in einer zweiten Einheit: Die Jugendlichen überlegten sich Liedzeilen, die das Gelernte und persönliche Eindrücke transportieren konnten. Am Ende wurden die einzelnen Reime gemeinsam mit Kicka-Leiter Thomas Klutzny zu einem ganzen Song zusammengepuzzelt.

Der Star der Stunde war Keith: der Musiker kam nach Fertigstellung des Textes dazu. Ihm gelang es, auch die schüchterneren Teilnehmenden in Aktion zu bringen. Mikrophon, Mischpult und Laptop hatte er dabei, und die Jugendlichen durften wählen, welcher Beat Grundlage ihres Werkes werden würde. Auch die weitere musikalische Bearbeitung konnten sie miterleben, sehen wie Keith alles zusammen mischte. Und das Ergebnis klingt sehr professionell und jung und ehrlich.

„Das bin ich“, sagt Niwien, als sich die Gruppe das Ergebnis bei der Preisverleihung noch einmal gemeinsam genau anhört, sie erkennt die Stimmen und zeigt begeistert auf die Sänger. Sich selbst auch, denn sie durfte eine Strophe alleine einsprechen. Alle durften mal ins Mikro singen, im Chor oder allein. Sich selbst zu hören, sei wohl auch komisch. Aber jeder Außenstehende konnte am Nachmittag der Preisverleihung erkennen, dass sie zufrieden waren mit dem Ergebnis und auch stolz. Bei der Verleihung im Kicka gibt es dann Pizza, und die Gruppe berichtet von ihrem Arbeitsprozess. Sie hatte viel Spaß bei dem Projekt, und Niwien hat den Song immer noch auf ihrem Handy. Obwohl die Aufnahme nun ein halbes Jahr her ist. Sie hört ihn einfach gern.

„Toll, dass sich die Schüler das getraut haben“, staunt Andrea Latusek, Suchtpräventionskraft im VIA-Beratungszentrum der AWO Wetter, während sie die Preise übergibt. Suchtberaterin Duarte stimmt ihr zu und erklärt, worum es neben der Sensibilisierung für das Thema noch geht: „Es geht darum am Selbstbewusstsein zu arbeiten, die Schüler trauen sich, mitzumachen bei etwas, das manch Anderer belächelt.“ Und sie hofft, dass die Jugendlichen sich dadurch auch trauen, im richtigen Moment mal ,Nein’ zu sagen.

Nicht immer auf Andere schauen

In dem Song hört man die persönliche Auseinandersetzung der Schüler mit dem Thema heraus, „es ist immer leichter, auf andere zu schauen, als das eigene Verhalten zu reflektieren“, erklärt Latusek. Sie habe die Jugendlichen anfangs darauf aufmerksam machen müssen, dass es um das eigene Verhältnis zu Drogen geht, „die Heroinleiche hat wenig mit ihrem Leben zu tun, da geht es eher um Alkohol oder ums Shisharauchen“. Und persönliche Reflexion kann man hören, einen moralischen Aufruf an sich selbst und Freunde auch. Denn das Neinsagen kommt in dem Hip-Hop-Song definitiv nicht zu kurz. Und die letzte Zeile: „Sag Nein! Ohne Drogen wunderbar!“, klingt so, als sei ein Leben ohne Sucht wirklich bunter.

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