Soziales

Hilfe für Familien und Fachkräfte in Herdecke und in Wetter

Das Team der Erziehungs- und Familienberatungsstelle des GVS im vorigen Jahr: (von links) Willi Wolf, Katrin Kröninger, die Sekretärinnen Karin Wiedemann und Anja Jung sowie Andrea Mertens

Das Team der Erziehungs- und Familienberatungsstelle des GVS im vorigen Jahr: (von links) Willi Wolf, Katrin Kröninger, die Sekretärinnen Karin Wiedemann und Anja Jung sowie Andrea Mertens

Foto: GVS / WP

Herdecke  Wenn Familien auseinander brechen, leiden oft vor allem die Kinder. Aus keinem Grund gibt es mehr Nachfragen bei der Beratungsstelle.

. „Es hat immer noch nicht jeder Mitarbeiter einen eigenen PC“, sagt Andrea Mertens, Leiterin der Erziehungs- und Familienberatungsstelle des gemeinnützigen Vereins für soziale Einrichtungen (GVS). Aber das sei dem Insolvenzverfahren des GVS geschuldet. Inhaltlich läuft die Arbeit äußerst rund. Das hatte Mertens bei der Vorstellung der Jahresbilanz dem Jugendhilfeausschuss in Herdecke zu berichten.

Mit der Auslastung der Einrichtung, die in Herdecke beheimatet ist und eine Anlaufstelle in Wetter hat, ist Andrea Mertens sehr zufrieden. Im Laufe des Berichtsjahres 2018 haben 321 Familien die Beratungsstelle aufgesucht. In diese Gesamtzahl fließt sowohl die Anzahl der Familien ein, deren Beratung im Vorjahr begonnen hat wie auch die Anzahl der Familien, die sich in 2018 neu angemeldet hat.

Mit Grafiken im Tätigkeitsbericht (er kann im Internet heruntergeladen werden) und Schaubildern für die Ausschussmitglieder macht die Beratungsstelle deutlich, dass die Ratsuchenden „nahezu gleichverteilt“ aus Wetter und Herdecke kommen. Andrea Mertens: „Die Mehrzahl der Ratsuchenden konnten wir zeitnah unterstützen. In der Regel konnten wir innerhalb von 14 Tagen nach der Anmeldung ein erstes Fachgespräch realisieren.“

Seit langem mal wieder voll besetzt

Die Gründe für eine Anmeldung: In 64 Fällen waren es Belastungen von jungen Menschen durch familiäre Konflikte. „Dass Familien auseinanderbrechen, ist der Top-Anmeldepunkt bei uns“, so Mertens. Auffälligkeiten im sozialen Verhalten gab es in 43 Fällen. „Hier steht oft ein dissoziales Verhalten des Kindes oder Jugendlichen im Vordergrund. Dazu zählen Lügen, kleinere Diebstähle oder aggressives Verhalten. Weitere Auffälligkeiten im Sozialverhalten können aber auch Isolation oder Gehemmtheit sein“, so steht es im Tätigkeitsbericht. Kommen noch 31 Jungen und Mädchen mit schulischen oder beruflichen Problemen hinzu.

Fast immer sind es Kinder und junge Erwachsene bis zu einem Alter von 27 Jahren, die von der Beratungsstelle begleitet werden. Aber auch Eltern suchen Hilfe. Das Angebot der Erziehungs- und Familienberatungsstelle richtet sich neben Familienangehörigen auch an Fachkräfte. Vorbeugend gibt es offene Sprechstunden in Familienzentren oder in der Sekundarschule in Wetter, aber auch Elternabende und fachliche Hilfen für Fachkräfte.

Über drei volle Stellen verfügt die Beratungsstelle, rechnerisch 1,5 pro Stadt, die versorgt werden soll. Im laufenden Jahr sei sei das Team „erstmals voll besetzt“, so Andrea Mertens – seit 2015 leitet sie die Einrichtung.

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