Kunst

Bei diesen Bildern ist eine genauere Betrachtung erwünscht

Prof. Dr. Reinhold Happel, Stiftungsvorstand Christa Stronzik und Prof. Dr. Claus Volkenandt (v. links)  gaben schon vor der heutigen Vernissage einen kleinen Einblick in die Ausstellung – inklusive einiger Diskussionen über die Werke.

Foto: Yvonne Held

Prof. Dr. Reinhold Happel, Stiftungsvorstand Christa Stronzik und Prof. Dr. Claus Volkenandt (v. links) gaben schon vor der heutigen Vernissage einen kleinen Einblick in die Ausstellung – inklusive einiger Diskussionen über die Werke. Foto: Yvonne Held

Herdecke.   Die neue Ausstellung „Die Farbe ist lebendig“ in der Dr. Carl Dörken Galerie wird am Freitagabend mit einer Vernissage eröffnet.

Eine Ausstellung, in der die Bilder scheinbar nichts gemeinsam haben und dennoch bewusst dafür ausgewählt wurden – so wirkt die neue Ausstellung „Die Farbe ist lebendig“ in der Dr. Carl Dörken Galerie.

Die 19 ausgestellten Werke unterschiedlichster Künstler, auf verschiedenen Bildträgern und aus diversen Jahrzehnten zwingt den Besucher dazu, genauer hinzusehen, sowohl vor dem Bild stehend, aber auch von der Seite betrachtend, denn erst dann wird der Zusammenhang deutlich.

Farbkombination

Prof. Dr. Reinhold Happel erläutert die Gemeinsamkeit der Werke, die es schließlich ermöglichten, sie in eine Gemeinschaftsausstellung zu bringen: „Durch die Kombination der Farben wirkt es bei den Bildern, als würden sie sich bewegen – mal geometrisch, mal transparent.“

Doch auch die Sichtweise ist ganz entscheidend. Geht man beispielsweise an dem aus noppenartiger Kunststofffarbe bestehenden „Farbvlies“ (1995) von Thomas Emde vorbei, wechselt es seine Farbe in Richtung lila. Steht der Betrachter jedoch direkt davor, ist das Bild leuchtend gelb. „Es wirkt so betrachtet ähnlich wie ein Chamäleon“, sagt Prof. Dr. Happel und schmunzelt ob des Staunens der Vorabbesucher und erläutert weiter: „Das Bild hat keinen Bildträger. Es ist nicht auf Leinwand oder ähnlichem gemalt, sondern besteht nur aus der Farbe.“ Doch das ist nicht die einzige Überraschung der Ausstellung, auch einige Schritte weiter gibt es noch viel zu entdecken. Auf den ersten Blick wirkt das Bild von Raimer Jochims wie ein unförmiges, mit Farben angemaltes und angelaufenes Stück Blech. Doch bei näherer Betrachtung wird der Beobachter schnell eines besseren belehrt.

Tierhaut

Das vermeintliche Stück „Blech“ ist nämlich ein Stück Sperrholzplatte, an den Seiten ausgefranst und dann mit Farbe überzogen. Die Form ist ebenfalls bedeutsam, erinnert sie doch stark an eine abgezogene Tierhaut. Das Bild heißt „Erinnerung an Soutine“ (1997) und nimmt direkten Bezug auf den französischen Maler mit jüdisch-weißrussischer Herkunft Cham Soutine. Der hatte gegen Ende seines Lebens in Paris hauptsächlich Stillleben gemalt und zwar tote Tiere. Das erklärt wahrscheinlich auch die intensiv, fast metallisch-glänzende Farbgebung des ausgestellten Bildes. Jochims nutzt hauptsächlich Rottöne, die metallisch schimmern – wie Blut.

Ausstellung noch bis 8. Juli

Wer sich selbst einen Überblick über die Ausstellung verschaffen will, kann dies noch bis zum 8. Juli jeden Samstag, 14 bis 17 Uhr, und Sonntag, 11 bis 17 Uhr, tun. Der Eintritt kostet für Erwachsene zwei Euro, Schüler und Studenten zahlen nichts. Die Vernissage findet am Freitagabend um 19 Uhr statt und wird musikalisch von Sabeth Perz und Riaz Kharipour begleitet.

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