Amtsgericht

Frecher Nachtschwärmer aus Herdecke flüchtet nach Joint

Wegen des Besitzes von Drogen musste sich nun ein Herdecker (19) vor dem Amtsgericht Wetter verantworten. 

Wegen des Besitzes von Drogen musste sich nun ein Herdecker (19) vor dem Amtsgericht Wetter verantworten. 

Foto: Daniel Karmann

Herdecke/Wetter.   Anklage wegen Drogen: Am Friedrich-Harkort-Gymnasium entdeckt Polizei ein Duo, das Marihuana raucht. Sie erwischt einen 19-Jährigen aus Herdecke.

Zwei junge Nachtschwärmer und eine gut wahrnehmbare Cannabis-Brise weckten im Spätsommer 2018 in Herdecke das Interesse der Polizei. Das Duo gab Fersengeld, doch nur einem von ihnen gelang die Flucht tatsächlich. Sein Kumpel musste sich nun wegen Drogenbesitzes vor dem Amtsgericht in Wetter verantworten. Dort zeigte er sich von seiner schlechtesten Seite.

Am Friedrich-Harkort-Gymnasium sahen die Beamten am Abend des 25. August die beiden jungen Leute, der Geruch nach Marihuana war demnach unverkennbar. Als sie die Beamten entdeckten, warfen sie ihre Zigaretten schnell weg und liefen los. Der 19-Jährige aus Herdecke kam allerdings nicht weit. Er wurde gestellt und durchsucht. In seiner Tasche befand sich mindestens ein Plastiktütchen mit charakteristischen Pflanzenresten.

Passend dazu lag in dem Bereich, in dem sich das Duo zuvor aufgehalten hatte, ein frisch ausgetretener Joint. Und bereits in der Situation, so erinnerten die Polizisten später, benahm sich der junge Mann „frech“, duzte sie, drehte ihnen den Hintern zu und wackelte damit provozierend.

Angeklagter leugnet

Bereits vor einigen Wochen befasste sich Jugendrichter Janbernd Wessel mit dem Vorfall. Dabei bestritt der 19-Jährige, den Joint geraucht zu haben. Daraufhin wurde das Verfahren ausgesetzt und wurde nun neu aufgerollt – mit den Beamten im Zeugenstand. Erneut betonte der Herdecker: „Das war nicht mein Joint.“ Er wisse nicht, wem der gehört habe. So etwas könne ja auch einfach mal auf dem Boden liegen.

Die Polizisten wurden gehört und bestätigten die verdächtige Duftwolke, den frischen Joint am Boden und das Tütchen, in dem sich zu ihrer Überzeugung Reste von Cannabis befanden. Bei der Schilderung der Beamtin, wie sich der 19-Jährige vor Ort benahm und insbesondere bei der Erwähnung des provozierenden Wackelns mit dem Hintern, geriet der in Rage. Lauthals titulierte er das Ganze als „Bullshit“, redete permanent dazwischen und ließ auch Jugendrichter Janbernd Wessel nicht ausreden. Der fackelte allerdings nicht lange und informierte vor der Vernehmung des zweiten Polizisten einen Justizwachtmeister, der nun im Saal Platz nahm. Dessen Anblick brachte den Angeklagten offenbar zur Räson.

80 Sozialstunden als Urteil

„Ich habe keine Zweifel, dass es genauso war, wie es in der Anklage steht“, so Richter Wessel. Wenn er doch nichts gemacht habe, warum sei er dann weggelaufen, warum habe es nach Marihuana gerochen und warum habe da dieser frische Stummel gelegen? Der Herdecker wurde nach Jugendrecht zur Ableistung von 80 Sozialstunden verurteilt. Und dazu gab es eine eindringliche Warnung des Jugendrichters: Falls er die Stunden gar nicht oder auch nur zum Teil ableiste, müsse er mit bis zu vier Wochen Jugendarrest rechnen.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben