Fuhrpark

Feuerwehr Wetter hat wieder eigenes Fahrzeug mit Drehleiter

Symbolische Schlüsselübergabe beim Festakt: Wetters Freiwillige Feuerwehr hat zwei Jahre nach einem Unfall wieder eine eigene Drehleiter. Bürgermeister Frank Hasenberg, Grundschöttels Gruppenleiter Peer Roschin und Stadtbrandinspektor Ralf Tonetti (vorne v. li.) weisen auf die Bedeutung des Fahrzeugs hin.

Symbolische Schlüsselübergabe beim Festakt: Wetters Freiwillige Feuerwehr hat zwei Jahre nach einem Unfall wieder eine eigene Drehleiter. Bürgermeister Frank Hasenberg, Grundschöttels Gruppenleiter Peer Roschin und Stadtbrandinspektor Ralf Tonetti (vorne v. li.) weisen auf die Bedeutung des Fahrzeugs hin.

Foto: Steffen Gerber

Grundschöttel.   Nach dem Unfall ohne Fremdeinwirkung im Mai 2017 hat Wetters Feuerwehr wieder ein Drehleiter-Fahrzeug. Das kostet 710.000 Euro und kann einiges.

Den 10. Mai 2017 bezeichnet Wetters Feuerwehr-Leiter Ralf Tonetti als „dunkles Kapitel“ für die freiwilligen Kräfte in der Harkortstadt. Auf dem Weg zu einem Einsatz landet ihr einziges Drehleiter-Fahrzeug im Graben an der Grünewalder Straße. Zwei Jahre nach dem Unfall ohne Fremdeinwirkung ist der Fuhrpark wieder vollzählig.

Feierstunde zur Übergabe am Gerätehaus Grundschöttel am Loh. Hier hat die neue Drehleiter ihre Heimatstation. Bei aller Freude erinnert Tonetti bei seiner Rede vor vielen Gästen auch an den Anlass für den Kauf des Fahrzeugs für 710.000 Euro. „Diese Summe ist ja kein Pappenstiel. Wir können uns nur entschuldigen und wollen alle Energie aufbringen, damit solch ein Unfall nicht noch einmal passiert“, sagt der Stadtbrandinspektor und will diesbezüglich mit der Vergangenheit abschließen.

Hilfe aus Witten und von Firma

Sowohl Tonetti als auch Bürgermeister Hasenberg sprechen vielfachen Dank aus. Etwa an die Feuerwehr Witten, die den Nachbarn in Wetter 2017 ein Drehleiter-Fahrzeug zur Verfügung stellt. „Ein schönes Beispiel für die gute Zusammenarbeit der Feuerwehren im Ennepe-Ruhr-Kreis“, meint Frank Hasenberg. Er erwähnt auch die Ulmer Firma Magirus, die im Anschluss 2018 ein provisorisches Einsatzauto anbietet und dieses sogar durch eine moderne Version ersetzt.

Seit letzter Woche braucht die Freiwillige Feuerwehr dieses aber nicht mehr. Die neue Drehleiter hat bereits die ersten Fahrten hinter sich, als Peer Roschin als Einheitsführer der Löschgruppe Grundschöttel symbolisch den Schlüssel erhält. Im Beisein von vielen Gästen aus nah und fern (u.a. Polizei, Politik, Rotes Kreuz, Schützenverein Volmarstein, Feuerwehren aus Gevelsberg und Hamburg sowie befreundete Kameraden aus Finnland) demonstrieren die Hilfskräfte dann, wie sich das leistungsstarke, moderne Fahrzeug bedienen lässt.

Laut Bürgermeister handelt es sich „um gut angelegtes Geld, da es pro Jahr rund 120 Drehleiter-Einsätze im Stadtgebiet Wetter gibt und das Fahrzeug notwendig für eine patientenorientierte Rettung ist“, so Hasenberg, ehe er einige technische Daten nennt: 290 PS, Gesamtgewicht 16 Tonnen, eine Truppkabine für drei Feuerwehrleute, zusätzliche Scheinwerfer (die ermöglichen in der Dunkelheit bereits beim Eintreffen das Entdecken von Hindernissen wie Stromleitungen und Ästen oberhalb des Fahrzeugs).

Moderne Ausstattung

Zur Drehleiter: Die ist 30 Meter lang, wird aber allenfalls auf bis zu 24 Meter ausgefahren. Am Ende der Sprossen befinden sich ein Rettungskorb für bis zu vier Personen und eine ausfahrbare Plattform, die die Patientenrettung in schwer zugänglichen Bereichen ermöglichen soll. Darüber lasse sich auch der Einstieg erleichtern, ein wichtiger Faktor angesichts der Bedeutung der Inklusion im Stadtgebiet Wetter. Eine Kamera macht auch Perspektiven aus schwer zugänglichen Einsatzbereichen ersichtlich. „Wir können die Drehleiter sowohl nach oben als auch nach unten ausfahren“, erklärt Feuerwehrsprecher Patric Poblotzki und erinnert sich an einen Einsatz an einer Brücke (Am Wilshause), als es in die Tiefe ging.

Um die Zusammenstellung der Komponenten, zu denen auch Anbauteile für Wasserwerfer, Lüfter, Kaminkehrer oder Krankentragehalterungen gehören, hat sich ein Arbeitskreis der Löschgruppe Grundschöttel (derzeit insgesamt rund 30 Mitglieder) gekümmert. Und zwar in ihrer Freizeit sowie unter Zeitdruck: Denn nach dem Unfall sollte die Politik wenige Wochen später den Nachtragshaushalt verabschieden, entsprechend zügig sollte die Konfiguration bis zur europaweiten Ausschreibung Ende September 2017 erfolgen.

Dank an viele Beteiligte

Das erfordere weiteren Dank, den Hasenberg und Tonetti sowohl an die Feuerwehrleute wie auch an die heimische Parteien angesichts ihrer Zustimmung richten. „Es geht um die Sicherheit unserer Bürger, daher darf ich auch in deren Namen Respekt gegenüber der Arbeit der engagierten Feuerwehr zum Ausdruck bringen. Ich wünsche allseits gute Fahrt mit möglichst wenigen Einsätzen und gut Wehr“, so der Bürgermeister. „Die neue Drehleiter ist kein Geschenk an die Feuerwehr, sondern an die Bürger der Stadt Wetter. Wir wollen ihnen bestmöglich Hilfe anbieten“, ergänzt Tonetti und erinnert an den aufwendigen Bestellungs-Prozess, zu dem auch drei Fahrten nach Ulm zwecks Abstimmung gehört haben. „Jede Schraube haben wir kontrolliert.“

Für Grundschöttels Pfarrer Thorsten Christian Hansen wiederum ist die Fahrzeug-Übergabe ein besonderer Anlass in seiner Dienstzeit. Mit Blick auf den nächsten Feiertag Christi Himmelfahrt sowie Bibelstellen lobt er den Drehleiter-Kauf und die Ehrenamtler für ihre Hilfsbereitschaft („wir können dank Ihnen besser schlafen“), ehe er zum Segen und zum Gebet übergeht. Der Abend endet mit einem gemütlichen Beisammensein in großer Runde. Und ohne Einsatz.

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