Leitungsausbau

Fachleute halten neue Stromtrasse von Amprion für notwendig

Zwei Vertreter von Übertragungsnetzbetreibern: Mario Meinecke von Tennet und André Seack von Amprion (rechts) im Kanu-Club Herdecke.

Zwei Vertreter von Übertragungsnetzbetreibern: Mario Meinecke von Tennet und André Seack von Amprion (rechts) im Kanu-Club Herdecke.

Foto: Steffen Gerber

Herdecke.  Die Netzbetreiber Amprion und Tennet betonen die Notwendigkeit der Stromtrasse durch Sauer- und Siegerland. Von Bürgern gab es Kritik.

Versorgungssicherheit, Gesamtsystem, umfangreiche Berechnungen: Diese Schlagworte dominierten bei einem Diskussionsabend, zu dem der Bürgerdialog Stromnetz in Herdeckes Kanu-Club eingeladen hatte. Moderator Dr. Peter Ahmels von der Initiative, die nach eigenen Angaben für Transparenz beim Ausbau des Stromnetzes in Deutschland sorgen will, freute sich über rund 30 Anwesende, wobei es vor allem von Bürgern aus Hohenlimburg kritische Fragen und deutliche Missfallens-Bekundungen gab.

Denn die drei Gesprächspartner – für die Übertragungsnetzbetreiber Amprion und Tennet redeten Dr. André Seack und Mario Meinecke, zudem legte Dr. Matthias Koch vom Verein Öko-Institut Berechnungen vor – betonten, dass die umstrittene 380-Kilovolt-Stromtrasse von Dortmund über Herdecke bis Dauersberg in Rheinland-Pfalz gebraucht werde. Meinecke: „Der Bedarf und der Nachwies für diese Leitung ist da. Das ist sattelfest, da rüttelt kein Gericht dran.“ Bei aller örtlichen Betroffenheit wies Koch die Kritik zurück, dass sein beratender Verein „kein Handlanger der Energieversorger ist. Und Nordrhein-Westfalen braucht nun einmal viel Strom“. Durch den Kohleausstieg müsse die Windeinspeisung aus Niedersachsen hier hin geführt werden.

Zweifel am Jarass-Gutachten

Beim Blick ins Jahr 2030 und auf den Netzentwicklungsplan reicht das Startnetz nicht aus, so Meinecke. Er verwies auf die gesetzliche Verankerung für die besagte Leitung und ließ auch Zweifel am nun vorgestellten Gutachten von Prof. Lorenz Jarass erkennen, für den die 380-kV-Trasse unnütz ist. „Es gibt Überlastungs-Grafiken, daher müssen wir das Netz ausbauen. Nach der Vorlage eines bedarfsgerechten Ausbauplans, in dem wir auch Engpässe berücksichtigen müssen, streicht uns die Bundesnetzagentur ungefähr ein Drittel der Projekte, die wir in drei Szenarien durchrechnen.“

Zu möglichen Gesundheitsauswirkungen für Bürger durch Leitungen nahe der Häuser sagte Ulrich Mußmann (Amprion): „Wir halten die Grenzwerte durchgängig ein.“

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