Laufen

Extremes Lauferlebnis am Mount Everest

Der Extremsportler Michele Ufer aus Herdecke hat beim Mount Everest Marathon teilgenommen.

Der Extremsportler Michele Ufer aus Herdecke hat beim Mount Everest Marathon teilgenommen.

Foto: Michele Ufer

Herdecke.   Der Extrem-Läufer Michele Ufer ist gerade vom Everest-Marathon zurückgekehrt. Dabei blickt Ufer auf eine äußerst kurze Lauf-Karriere zurück. Erst seit zwei Jahren rennt er auf allen möglichen Pisten rund um den Globus. Sein erster Lauf führte ihn nicht etwa zum Herdecker City-Lauf, sondern in die Wüste Chiles.

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Michele Ufer liebt es extrem. Gerade ist er vom Marathon am Mount Everest zurück in die beschauliche Ruhrstadt Herdecke gekehrt, da schmiedet er schon Pläne für die nächsten Abenteuer: Türkei, USA, Namibia. Dem 41-Jährigen ist kein Weg zu weit weg und schon gar nicht zu lang. Dabei hatte der Psychologe und Mental-Trainer zunächst gar nichts mit laufen am Hut.

„Ich war Fußballer“, sagt Ufer. Erst vor rund zwei Jahren hat er angefangen zu laufen. Sein Antrieb: Fernweh. Denn anders als für Otto Normalläufer war nicht der City-Lauf in der Nachbarschaft Ufers erstes Ziel, sondern die Atacama Crossing, ein Etappenrennen in 3500 Metern Höhe über 250 Kilometer in der trockensten Wüste der Erde, bei dem die Läufer zu allem Überfluss auch noch Rucksäcke mit Proviant auf dem Rücken tragen müssen.

„Ich war während meines Studiums öfter als Reiseleiter in der Atacama“, erinnert sich Ufer. Die Landschaft habe ihn schon damals fasziniert. „Als ich von dem Rennen erfuhr, hat es bei mir ,klick’ gemacht“, blickt er zurück.

Nach drei Monaten Vorbereitung mit viel Mental-Training, Hypnose und Selbsthypnose ging Michele Ufer dann in Chile an den Start, der Extrem-Läufer war geboren. „Ich bin dort unter den Top Ten gelandet“, so Ufer, „Viele Läufer haben mir gesagt, dass sei gar nicht möglich.“ Ist es aber wohl doch. Und dass Ufer keine läuferische Eintagsfliege ist, bewies er gleich beim nächsten Rennen. Die Organisatoren des Everest-Marathons waren auf ihn aufmerksam geworden und luden ihn ein, um auf dem Dach der Welt zu laufen.

Vor wenigen Tagen ist Ufer von seinem dritten Everest-Marathon zurückgekehrt. Der Lauf ist mit keinem anderen Rennen zu vergleichen. Die Teilnehmer müssen eine zweiwöchige Bergwanderung auf sich nehmen, um überhaupt erst an den Start auf dem Khumbu-Gletscher in rund 5300 Metern Höhe zu gelangen. „Das ist eine eindrucksvolle Kulisse“, schwärmt Ufer. In der unwirtlichen Gegend sind die Läufer den Naturgewalten ausgesetzt: Wind, Kälte und Höhenluft zehren an den Reserven: „Einige müssen wegen Höhenkrankheit abreisen.“

Film über den Everest-Lauf gedreht

Der Lauf an sich hat es ebenfalls in sich. „Man muss sehr trittsicher sein“, weiß Ufer. Die Strecke führt über blankes Eis, Geröllfelder, aber auch Rhododendronwälder – „sehr abwechslungsreich und anstrengend.“ Vor zwei Jahren war es noch ein bisschen anstrengender. Ufer und seine Begleiter hatten eine Kameraausrüstung mit. „Ich musste immer vorrennen, die Kamera aufbauen, zurücklaufen, dann wieder alles einpacken“, erinnert er sich.

Das Ergebnis der Plackerei, den Film „Marathon am Mount Everest“, will Ufer am 4. Oktober präsentieren. Dann sollen sich Trail-Läufer aus aller Welt zum „Traildorado“ im Naturfreundehaus am Dortmunder Ebberg treffen und gemeinsam eine besonders exotische Lauflandschaft erkunden: die Industriekultur im Ruhrgebiet.

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