Betreuung

Eltern in Herdecke müssen weiter auf Kita-Plätze warten

Kinder haben Spaß in der Betreuung

Kinder haben Spaß in der Betreuung

Foto: foto: dpa / picture alliance/dpa

Wetter  In Herdecke ist es eng mit den Betreuungsplätzen. Jetzt blicken alle auf Anfang 2020. Dann soll es vier Gruppen mehr geben. Ob das reicht?

. Die Grünen im Jugendhilfeausschuss wollten Zahlen zu den Kita-Plätzen haben. Dieter Joachimi, Beigeordneter für Jugend und Soziales in Herdecke, hatte sie dabei: 39 Kinder zwischen 3 und 6 Jahren sind unversorgt, 46 mit 2 und 3 Jahren, 24 unter 2 Jahren. „Das klingt dramatisch“, musste Joachimi einräumen. Die Laune hebe dabei nur, dass viele Städte in der Nachbarschaft nicht besser dastehen würden.

Wenn die Grünen den Eindruck hätten, „dass die Nachfrage in Herdecke höher ist als wir den Bedarf decken können“, dann lägen sie damit wohl richtig, so der städtische Beigeordnete. Sei die geplante Großtagespflegegruppe mit 9 Plätzen eingerichtet, „dann sind wir am Ende der Fahnenstange“, so Dieter Joachimi weiter.

Er habe „keine Idee mehr, was wir dann machen können.“ Zu viele Ideen sind in den letzten Jahren gescheitert. Und die Eltern? „Sie akzeptieren das zur Zeit“, sagte Joachimi im Ausschuss auf Nachfrage - und hoffen wie er auf den Anfang nächsten Jahres.

Dann soll die zusätzliche Kindertageseinrichtung im ehemaligen GVS-Seniorenheim an der Goethestraße fertig sein. Schon einmal hatte es einen Interessenten für das Objekt gegeben und auch Zusagen, die Gruppen anzubauen. Dann aber kam der Investor nicht zum Zuge. Aktuell aber wird umgebaut, und so sollen zu Beginn 2020 die Räume für vier Gruppen und insgesamt 75 Jungen und Mädchen fertig sein. Und noch einmal Dieter Joachimi im Jugendhilfeausschuss: „Ich bin ganz guter Hoffnung, dass das funktioniert. Alles andere ist ausgereizt.“

Und so würde es wohl auch eng, wenn die Containeranlage an der GVS-Kita am Kuckuck vorschnell abgebaut wird. Hier gebe es nun Überlegungen für zwei feste zusätzliche Gruppen, so die Verwaltung.

Für Andreas Disselnkötter von den Grünen waren die Zahlen zur Unterversorgung „deprimierende Nachrichten“ und zudem „ein fatales Signal für den Standort Her­decke.“ Ausschussvorsitzende Karin Striepen (SPD) sprach von einer „sehr unbefriedigenden Situation“, Christian Brandt (CDU) befand, „wir laufen der Entwicklung durchaus ein wenig hinterher.“

Schnelle Lösungen nicht in Sicht

Um künftig „nicht mehr hinterher zu hecheln“, forderte Andreas Disselnkötter frühzeitig Maßnahmen. Die Vinkenbergschule jedenfalls kommt als kurzfristige Lösung nicht in Betracht. Das machte Dieter Joachimi deutlich. Aktuell ist hier die Musikschule untergebracht. Gerade erst ist die politische Entscheidung gefällt worden, hier Gymnasium und Realschule keine Zusatzräume anzubieten. Und ein kindergartengerechter Umbau braucht Vorbereitung. Eine Küche fehle, so Joachim, und sanitär sei auch vieles passend zu machen.

Während Joachimi erklärte, dass auch die Aufstellung zusätzlicher Container keine schnelle Lösung bringe, sah Andreas Disselnkötter hier einen möglichen Ausweg. Er habe mit Firmen gesprochen, die noch in diesem Sommer liefern könnten. Aber wohl nicht dürften: „Wir müssen ausschreiben“, so Joachimi zu einem doch längeren Verfahren.

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