Serie "24 Stunden"

Einblicke in den Tresorraum der Sparkasse Wetter

Nadine Tomforde ist Teamleiterin für den Privatkundenbereich der Sparkasse

Nadine Tomforde ist Teamleiterin für den Privatkundenbereich der Sparkasse

Foto: Yvonne Held

Wetter.   8 Uhr: Was passiert in einer Bank noch bevor sie für den Kundenverkehr geöffnet wird? Dieser Frage sind wir mit Nadine Tomforde nachgegangen.

Noch ist es dunkel im Servicebereich der Sparkasse. Die Glastüren zum Foyer sind verschlossen, zwei Menschen warten bereits davor, um als erste an den Schaltern zu sein. Lediglich eine Glastür öffnet sich einen Spalt, um uns reinzulassen. Dahinter wartet bereits Nadine Tomforde. Die Teamleiterin des Servicebereichs strahlt.

Die nächste halbe Stunde wird zwar hektisch, dennoch bleibt sie ruhig und gelassen. Um 8.30 Uhr öffnet die Hauptstelle der Sparkasse in der Innenstadt. Bis dahin müssen sämtliche Vorbereitungen auf den Arbeitstag abgeschlossen sein.

Tresorraum ohne Geld

„Wir haben heute Morgen damit begonnen, unsere Computer und die Systeme hochzufahren sowie die Akten, die über Nacht eingeschlossen waren, bereit zu legen“, berichtet Tomforde. Gemeinsam mit ihren Kolleginnen geht es nun die Wendeltreppe hinunter in den Keller der Sparkasse.

24-h-Südwestfalen

Reportage zum Tag der Arbeit.
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Der Tresorraum muss geöffnet werden. Allein kann die Teamleiterin nichts ausrichten. Den Tresor müssen immer zwei Kollegen zusammen öffnen, da zwei Codes eingegeben werden. Danach wird das große Kreuz zum Öffnen der Tür gedreht. Wer dahinter jedoch Unmengen an Geld vermutet, der wird schnell eines besseren belehrt. Blank polierte Schließfächer in verschiedenen Größen blitzen dem Besucher dort entgegen. „Die Tür zum Tresor bleibt den ganzen Tag auf. Wer hinunter möchte, um etwas aus seinem Schließfach zu entnehmen, muss sich trotzdem erst oben melden. Ein ganz normales Prozedere.

Anschließend geht es über die Wendeltreppe wieder nach oben. Es ist kurz vor halb Neun. Zeit, die Türen zu öffnen. Nadine Tomforde geht an einen der vielen Schränke, nimmt sich zwei Schlüssel heraus und steckt sie in die Schließanlage. Aus der Ferne schieben sich beim Umdrehen die Glastüren im Foyer langsam auseinander. Die beiden Kunden, die bereits eine halbe Stunde vor der Tür gewartet hatten, stürmen herein. Der Lärmpegel steigt.

Listen bearbeiten

„Jetzt geht es für mich daran, die Überziehungsliste zu bearbeiten“, sagt sie und setzt sich an den Computer in ihrem Büro. Diese Listen sind Meldungen, wenn ein Kunde mehr Geld ausgegeben hat, als sein Konto Deckung aufweist. Tomforde überprüft alle Meldungen händisch. „Ich kenne die Kunden noch nicht alle, deswegen muss ich noch genauer gucken“, erläutert sie. Sie ist seit dem 12. März erst in der Hauptstelle in Wetter. Zuvor war sie Filialleiterin in der Nordstadt in Gevelsberg. Ihr Job macht ihr wirklich Spaß, dass merkt man der 32-Jährigen deutlich an. Bereits ihre Ausbildung absolvierte sie von 2005 bis 2008 bei der Sparkasse, danach arbeitete sie als Kundenberaterin in Silschede, bevor es 2011 für drei Jahre in die Hauptstelle Gevelsberg ging. „In jedem Job gibt es natürlich Höhen und Tiefen, aber ich habe hier meinen Traumjob gefunden. Zwar wird heute immer gesagt, dass man häufiger mal das Unternehmen wechseln sollte, aber ich bin hier zufrieden“, sagt Tomforde. Was sie besonders an ihrem Job mag? „Ich möchte diese Abwechslung. Wir kriegen hier das komplette Leben mit – Geburt, Hochzeit, Tod. Das stärkt die Bindung zu den Kunden. Wir helfen, sind Seelsorger, das macht diesen Beruf aus“, sagt sie mit strahlenden Augen.

Kunden haben Vertrauen

Aber in ihrem Job hat sie auch nicht immer nur mit Kunden zu tun. „Ich muss gleich noch die Einsatzpläne für die kommende Woche schreiben“, erläutert sie und seufzt. Nicht gerade ihre Lieblingsaufgabe, aber sie muss erledigt werden. Danach wendet sie sich wieder ihrem Computer zu. Dort ist gerade eine Mail eingegangen, dass ein Kunde einen Termin nicht wahrnehmen kann und um einen neuen Vorschlag bittet. „Die Kunden haben Vertrauen zu uns, das finde ich klasse. Eine Kundin verbringt viel Zeit im Ausland und braucht daher eine Auslandskrankenversicherung. Sie hat bereits ein Angebot vorliegen, aber sie hat uns gebeten, zu prüfen, ob wir ihr nicht ein besseres Angebot machen können“, beschreibt Tomforde die Herausforderung.

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