Gericht

Drogen waren für Kampf gegen Krebsleiden gedacht

Wetter  Eine Wetteranerin landet wegen Drogenbesitzes auf der Anklagebank. Die Geschichte dahinter ist tragisch.

. Durch einen puren Zufall wurde in der Wohnung einer Frau aus Wetter eine beachtliche Menge Marihuana entdeckt. Die Verpackung in Portionen schürte den Verdacht, dass sie mit den Drogen lukrative Geschäfte machte. Im hiesigen Amtsgericht offenbarte sich nun allerdings, dass der verbotene Besitz einen eher tragischen Hintergrund hatte.

Ein Feueralarm in ihrer Wohnung in ihrer eigenen Abwesenheit brachte Ende Juli des vergangenen Jahres ans Licht, dass die 28-jährige Wetteranerin knapp 22 Gramm Marihuana besaß. Die Drogen waren, wenn auch dilettantisch, in insgesamt 29 Einzelportionen verpackt und das bescherte ihr ein Verfahren wegen vermuteten Handeltreibens.

Für den Eigenkonsum

„Das stimmt nicht“, beteuerte sie jetzt vor Gericht. Sie habe ganz gewiss nichts verkaufen wollen. Das Marihuana habe sie besessen, weil sie gehört habe, dass sie damit ihr Krebsleiden heilen könne. „Das war eine Monatsration für mich.“ Mittlerweile stehe ein operativer Eingriff im Zusammenhang mit ihrer Erkrankung bevor. Auch werde sie wegen ihrer Probleme mit Depressionen Hilfe in Anspruch nehmen.

Ihr Verteidiger sprach von einer psychischen und physischen Ausnahmesituation und betonte: „Ich glaube, eine geläuterte Angeklagte wird man kaum auf der Anklagebank sehen.“ Die Wetteranerin selbst beschäftigte indes nur eine Frage: „Ich muss dafür nicht ins Gefängnis oder so?“ Auch zeigte sie sich durchaus selbstkritisch: „Es tut mir leid, dass ich überhaupt auf den Gedanken gekommen bin. Ich werde so einen Scheiß nie, nie wieder machen.“

Besitz bleibt illegal

Das Gericht folgte ihrer Einlassung schließlich und berücksichtigte dabei das bis dato völlig leere Strafregister, das umfangreiche Geständnis und die besondere Situation, auch wenn diese den Besitz der Drogen selbstverständlich nicht legaler machte.

Richter Dr. Johannes Kuhn verwarnte die Angeklagte. Gleichzeitig behielt er sich die Verurteilung zu einer Geldstrafe in Höhe von 60 Tagessätzen à 15 Euro für zwei Jahren vor, setzte sie also quasi zur Bewährung aus.

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