Freizeit

Der Charme der Vergangenheit beim Oldtimertag in Wetter

Bei buchstäblichen Kaiserwetter sind über 200 Fahrzeuge beim Oldtimertag in Wetter zu bewundern. Traktoren, Zweiräder, Busse und Autos wecken das Interesse der Besucher. 

Bei buchstäblichen Kaiserwetter sind über 200 Fahrzeuge beim Oldtimertag in Wetter zu bewundern. Traktoren, Zweiräder, Busse und Autos wecken das Interesse der Besucher. 

Foto: Yvonne Held

Wetter.   Unter den über 200 Fahrzeugen war auch ein Auto aus dem Jahr 1930. Wie es sich fühlt darin zu fahren, erzählt der Besitzer Horst Beerhenke.

Da wissen die Besucher gar nicht, wo sie zuerst hingucken sollen. Über 200 Fahrzeugen kamen beim diesjährigen Oldtimertag in die wettersche Innenstadt, um ihre Schätzchen dort auszustellen. Und da waren einige Raritäten dabei.

Beispielsweise der Ford Modell A Tudor-Sedan aus dem Jahr 1930 von Horst und Heike Beerhenke. Die Wittener hatten das schöne Wetter für eine Ausfahrt genutzt und waren mit ihrem Auto der Blickfang auf dem Bahnhofsvorplatz. „Er ist gerade ohne Mängel durch den TÜV gekommen“, erklärt Horst Beerhenke stolz. Kein Wunder, denn der Oldie ist extrem gut gepflegt. Das Ehepaar beschäftigt sich schon seit 28 Jahren mit Oldtimer, aber bisher galt ihre Vorliebe eher den Traktoren. „Meine Frau wollte aber bequemer fahren und so sind wir auf ihn gekommen“, erläutert Beerhenke den Umschwung. Die Entscheidung für dieses Fahrzeug kam dann auch nicht von ungefähr. „Ein Bekannter von uns hat eine Oldtimer-Werkstatt und fährt auch so einen nur als Viertürer“, berichtet Heike Beerhenke. Der schaute sich das Fahrzeug des Paares an und war gleich begeistert. „Bis auf den Staub ist alles im Originalzustand gewesen und so wollen wir es auch beibehalten“, meint sie. Der Himmel und die Sitze sind noch im Originalzustand und dank der guten Pflege noch sehr gut erhalten. Unter dem Teppichboden befindet sich der originale Holzboden des Fahrzeug. Das auszutauschen wäre frevel, ebenso wie viele kleine Details.

Lange Geschichte des Fords

Beispielsweise das Trittschild an der Fahrertür. Leichte Gebrauchsspuren sind auf dem Metall erkennbar. „Ich könnte es auswechseln, ein neues Trittbrett kostet nur ein paar Euro, aber dann würde das Auto ein Teil seines Charmes verlieren“, sagt Horst Beerhenke. Und das wäre schließlich zu schade. Immerhin hat das Gefährt eine lange Geschichte. Es ist eine Europaausführung, die ursprünglich für Dänemark bestimmt war. 1977 wurde es in den Niederlanden zugelassen und restauriert. Das Model A war der Nachfolger des Ford T und kostete damals je nach Typ 385 bis 570 Dollar.

Doch eignet sich ein solches Gefährt eigentlich für jeden? „Nein, man braucht dafür schon großes technisches Verständnis. Es ist alles anders als heute. Das ist eben ein Vorkriegsauto“, sagt Horst Beerhenke. Dennoch sind Reparaturen kein Problem für ihn. „Die Ersatzteile sind alle noch gut zu kriegen. In den USA kann man sie einfach direkt bestellen. Dichtungen und ähnliches gibt es auch hier in Deutschland.“

Doch woher weiß er so genau, wie die Reparaturen dann vorgenommen werden müssen? „Es gibt doch heute YouTube“, sagt der Oldtimer-Fahrer und lacht. „Meine Hupe war nicht mehr laut genug und das habe ich dann im Internet gesucht. Dabei bin ich dann auf einen Hinweis gestoßen, dass es sich um eine Einstellschraube handeln könnte. Im Video wurde gezeigt, wie ich das Ganze auseinandernehmen kann. Das habe ich gemacht, ein paar Tropfen Öl dran und schon war das Problem gelöst“, so Beerhenke.

Und wie zufrieden ist die Gattin nun mit dem Komfort, schließlich wollte sie bequemer reisen. „Das Platzangebot ist riesig. Wir sind gestern noch Freunde besuchen gewesen und dann zu Viert losgefahren. Wir Frauen haben hinten gesessen und hatten jede Menge Platz“, strahlt sie übers ganze Gesicht. „Es ist einfach ein ganz anderes Gefühl damit zu fahren“, bestätigt ihr Mann.

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