Bildung

Bildungsangebot an Ennepe und Ruhr in den Sommerferien

Bei einem Kursbesuch am Berufskolleg Ennepetal macht sich Landrat Olaf Schade (links) ein Bild vom Ferienangebot für Kinder und Jugendliche aus neu zugewanderten Familien. Begleitet wird er von Schuleiter Josef Schulte und Lale Arslanbenzer.

Bei einem Kursbesuch am Berufskolleg Ennepetal macht sich Landrat Olaf Schade (links) ein Bild vom Ferienangebot für Kinder und Jugendliche aus neu zugewanderten Familien. Begleitet wird er von Schuleiter Josef Schulte und Lale Arslanbenzer.

Foto: EN-Kreis

Ennepe-Ruhr.  Ihre Deutschkenntnisse verbessern - das wollen mehr als 170 Kinder und Jugendliche aus neu zugewanderten Familien. Sie lernen in Ferienkursen.

Mehr als 170 Teilnehmer in 23 Lerngruppen an 18 Standorten: Mit einer Vielzahl von Kooperationspartnern organisiert das Kommunale Integrationszentrum des Ennepe-Ruhr-Kreises (KI) seit Beginn der Sommerferien ein Bildungsangebot für Kinder und Jugendliche aus neu zugewanderten Familien. Im Mittelpunkt des für die Teilnehmer kostenlosen Programms steht das Fördern der Deutschkenntnisse, heißt es in einer Mitteilung des Kreises.

Besuch im Berufskolleg

„Die Corona-bedingten Schulschließungen und das Home-Schooling waren für Familien aller Nationalitäten herausfordernd. Ausgefallene Unterrichtsstunden, zuhause zu erledigende Aufgabenblätter und Prüfungsvorbereitungen unter Ausnahmebedingungen haben Nachwuchs und Eltern immer wieder auf die Probe gestellt“, sagte Landrat Olaf Schade beim Besuch eines Kurses in den Räumen des Berufskollegs Ennepetal.

Landrat hält Angebot für wichtig

Was schon für diejenigen gelte, die Land, Sprache und Schulsystem bestens kennen, gelte umso stärker für diejenigen, die gerade erst an Ennepe und Ruhr ankommen. „Das heimische Lernumfeld, Technik und Unterstützungsmöglichkeiten seitens der Eltern sind häufig eingeschränkt. Daher ist dieses aus dem Schwelmer Kreishaus organisierte Angebot so wichtig. Alle Beteiligten helfen, schlechteren Bildungschancen entgegenzusteuern“, betonte Schade.

Engagierte Partner und Unterstützer

Der Fahrplan des Kurses im Berufskolleg, der von acht Teilnehmern aus vier Ländern genutzt wird, gleicht den Angeboten in den übrigen 23 Gruppen: Über zwei oder drei Wochen treffen sich fünf bis zehn Teilnehmer. Insgesamt 18 Stunden erarbeiteten Studierende, Lehramtsanwärter und ehemalige Lehrkräfte mit Erfahrung in der Förderung von Deutsch als Zweitsprache mit ihnen vieles, was unsere Sprache so schwierig macht. „Trotz der Krisensituation konnten wir erfreulicherweise viele engagierte Partner und Unterstützer gewinnen. Die Zusammenarbeit hat wie schon bei vielen anderen Angeboten und Projekten sehr gut geklappt“, freut sich Lale Arslanbenzer, Leiterin des KI, über eine fast reibungslose Vorbereitung. „Es ist uns gelungen, ein zielgruppenspezifisches Programm zusammenzustellen. Davon profitieren Kinder im Primarbereich bis hin zu Jugendlichen, die weiterführende Schulen besuchen.“

Ein Blick in die Statistik der Teilnehmer zeigt: 98 Schülerinnen und Schüler besuchen die Grundschule und sind zwischen sieben und elf Jahren alt, 75 gehen auf weiterführende Schulen, der älteste unter ihnen ist 20. Mädchen und Jungen halten sich die Waage, die Mehrheit stammt aus arabischsprachigen Herkunftsländern. Für alle gilt: Sie sind freiwillig dabei und nutzen die Zeit gerne, um andere Schüler zu treffen, ihr Deutsch zu verbessern und Neues auszuprobieren.

Kreisweit verteilt

Die jeweiligen Lernstandorte verteilen sich im EN-Kreis: In Herdecke ist es das Nachbarschaftsnetzwerk in Kooperation mit der evangelischen Kirchengemeinde, in der Harkortstadt nutzt der Verein „Wir in Wetter“ die Räumlichkeiten des Café 1898 im Bismarck-Quartier. In Ennepetal sind es Reichenbach-Gymnasium, Berufskolleg des EN-Kreises und Grundschule Wassermaus/Friedenstal, in Gevelsberg die Willkommensinitiative und Freie evangelische Gemeinde. In Hattingen machen die Grundschulen Erik-Nölting und Heggerfeld sowie Stadtbibliothek mit, in Schwelm die Grundschulen Engelbertstraße und St. Marien (jeweils in Kooperation mit der Caritas Ennepe-Ruhr), in Sprockhövel die Flüchtlingshilfe in Kooperation mit der Ev. Kirchengemeinde sowie die OGS Börgersbruch. In Witten beteiligen sich die Grundschulen Breddeschule, Crengeldanz, Erlenschule und Otto-Scholl-Realschule.

Darüber hinaus waren laut Mitteilung viele weitere Schulleitungen, -sozialarbeiter, Mitarbeiter der Stadtverwaltungen sowie Ehrenamtliche daran beteiligt, Schüler auf das Angebot hinzuweisen und sie zum Mitmachen einzuladen.

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