Umwelt

Bei Püschel gehen Ökonomie und Umweltschutz Hand in Hand

Von links: Lars Ahlborn (Betriebsleiter Püschel Elektrotechnik GmbH), Britta Worms (stellvertretende Marketingleiterin AVU Ennepe-Ruhr) und Andreas Barth (Prokurist Püschel) zeigen das Ökoprofit-Zertifikat.

Von links: Lars Ahlborn (Betriebsleiter Püschel Elektrotechnik GmbH), Britta Worms (stellvertretende Marketingleiterin AVU Ennepe-Ruhr) und Andreas Barth (Prokurist Püschel) zeigen das Ökoprofit-Zertifikat.

Foto: Joel Klaas

Wengern.   Inklusives Unternehmen für Elektrotechnik spart über sieben Tonnen CO2 ein. Maßnahmen machen sich auch wirtschaftlich bemerkbar.

„Ökologisches Projekt für integrierte Umwelt-Technik“ – Hinter diesem sperrigen Namen versteckt sich eine äußerst sinnvolle Initiative. Kurz: „Ökoprofit“. Das Zertifikat wird vom Land NRW bezuschusst und vom Ennepe-Ruhr-Kreis sowie der AVU und den Wittener Stadtwerken gefördert. Wer das Zertifikat für nachhaltige und umweltschonende Produktionsweisen erlagen will, muss über ein komplettes Kalenderjahr Fortschritte in der Energieeffizienz seines Unternehmens vorweisen.

Die kleine, inklusive Wengeraner Firma „Püschel Elektrotechnik GmbH“ hat sich der Herausforderung gestellt – und nach einem Jahr nun das Zertifikat erhalten. 7,2 Tonnen CO2 sparte der Betrieb, der überwiegend Feinsicherungen vertreibt, im Vergleich zum Vorjahr ein. Ein beeindruckender Wert für einen Betrieb, der auf lediglich 70 Quadratmetern beheimatet ist und rund 15 Mitarbeiter beschäftigt. Besonders dabei: Der Betrieb ist ein inklusives Unternehmen, das sowohl Mitarbeiter ohne als auch mit Behinderung anstellt. In Verbindung mit der Evangelischen Stiftung Volmar­stein, die die Firma vor knapp drei Jahren übernahm, arbeiten Menschen mit und ohne Handicap Schulter an Schulter.

Profit auch auf ökonomischer Ebene

Durch die Einsparungen wird jedoch nicht nur die Umwelt geschont, sondern auch das Portemonnaie: 22.620 Euro sparte der Betrieb im vergangenen Kalenderjahr durch die Neuerungen ein. Dem gegenüber stehen lediglich rund 7700 Euro Investitionen. „Oft sind es die kleinen Dinge, die nicht viel kosten, aber im Endeffekt sehr effizient sind“, weiß Betriebsleiter Lars Ahlborn. „Wir haben zum Beispiel alle Leuchtstoffröhren durch LED-Lichttechnik ersetzt. Das funktioniert genau so gut, spart aber viel Energie und Geld“, so der Leiter der Wengeraner Elektrofirma. Den Hauptteil der Ersparnisse macht jedoch die Aktualisierung der Arbeitsschutzdokumentation aus. Durch geringere Ausfallzeiten und gesteigerte Arbeitssicherheit sparte der Betrieb am Ende des Jahres knapp 20 000 Euro ein.

Mietbecher auf dem Adventsmarkt

Dazu kommen zahlreiche Ersparnisse, die auch Prokurist Andreas Barth als „eher kleine, auf den ersten Blick unscheinbare Einsparungen“ bezeichnet. Auf dem Adventsmarkt zum Beispiel, auf dem die Evangelische Stiftung Volmarstein einen Getränkestand betreibt, haben die Verantwortlichen in diesem Jahr auf Einwegbecher verzichtet. Stattdessen durften die Gäste ihren Glühwein aus dem Mietbecher genießen.

300 Kilo Restmüll wurden damit eingespart. „Das beweist: Umweltschutz und wirtschaftlicher Ertrag müssen sich nicht gegenseitig ausschließen. Im Gegenteil: An den Zahlen sieht man: Die Initiative lohnt sich für alle Seiten“, so An­dreas Barth.

Maßnahmen greifen auf ESV über

Die Maßnahmen aus der kleinen Firma greifen langsam, aber stetig, auch auf die große Volmarsteiner Stiftung über: In der Cafeteria auf dem Volmarsteiner Hauptgelände wird seit einem Jahr ebenfalls auf Einwegbecher verzichtet. „So sparen wir einerseits etwa 1200 Euro für die Beschaffung von Einwegbechern ein. Auf der anderen Seite sorgen wir für Sensibilisierung für das Thema Umweltschutz“, erklärt Barth.

Dass der Umweltschutz ihn auch auf privater Ebene nicht kalt lässt, gestand der Prokurist ebenfalls ein: „Zu Hause komme ich nicht mehr auf die Idee, eine Gartenparty mit Einweggeschirr zu veranstalten“, verrät er – und ist damit vermutlich nicht der Einzige bei der Püschel Elektrotechnik GmbH.

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