Soziales

Auszeichnung für Lebensmut: Schüler aus Herdecke und Wetter

Die Band „Die Volmies“ des Werner-Richard-Berufskollegs spielt zur Verleihung des Werner Richard und Dr. Carl Dörken Preises im Werner-Richard-Saal.

Die Band „Die Volmies“ des Werner-Richard-Berufskollegs spielt zur Verleihung des Werner Richard und Dr. Carl Dörken Preises im Werner-Richard-Saal.

Foto: Romi Jun / WP

Wetter/Herdecke.  Schüler des Berufskollegs in Volmarstein und der Realschule in Herdecke haben einen Tag zusammen verbracht - einschließlich zahlreicher Ehrungen.

Die Band spielt „Applaus Applaus“ von den Sportfreunden Stiller, sie applaudiert „für deine Art mich zu begeistern“. Und das passt, denn darum geht es an diesem Nachmittag auch. Um Menschen die begeistern, die mit ihrer Lebenseinstellung, ihrer Entwicklung oder ihrem sozialen oder schulischen Engagement mal einen Applaus verdient haben. Der Förderpreis der Werner Richard und Dr. Carl Dörken Stiftung wurde verliehen, dieses Jahr zum 29. Mal. Jeweils sechs Schüler der Realschule und des Werner-Richard-Berufskollegs für körperlich behinderte Menschen wurden im Werner Richard Saal der Stiftsvilla ausgezeichnet.

Eine Urkunde als Referenz

Zusätzlich zu der Verleihung am Nachmittag mit Kuchen und Eltern, Mitschülern, Lehrern und Band gibt es noch ein Gruppenerlebnis am Vormittag. Dieses Mal nahmen die zwölf Prämierten gemeinsam an einem Kunstprojekt teil. „An diesen Aktionen ist besonders schön, dass sich die Jugendlichen beider Schulen untereinander mischen“, freut sich Christa Stronzig aus dem Stiftungsvorstand.

„Engagieren Sie sich weiter, machen Sie mehr als nötig“, dazu motivierte Stiftungsvorstand Dr. Jochen Plaßmann in seiner Eingangsrede, denn das würde erstens mehr Spaß machen und außerdem weiter bringen. Und auch die Laudatoren, die jeweiligen Klassen- oder Berufsschullehrer der Schüler, motivierten, stellten die Preisträger vor und erzählten von dem, was sie an ihnen so beeindruckt. Allen Beteiligten lag auf dem Herzen, Anerkennung zu geben. Anerkennung für unterschiedlichste Dinge. Ob für große Hilfsbereitschaft, ein starkes Kämpferherz oder die Entwicklung hin zu einer respektvollen und lernwilligen Haltung.

Eine Urkunde und ein Preisgeld gab es neben den Worten ebenfalls. Wobei es die Urkunde nicht von Anfang an gab, wie Plaßmann sich gern erinnert, ein Preisträger habe die Idee zu der Urkunde gehabt. „Seine Idee fanden wir super, auch weil sich die Urkunde als Referenz positiv auf zukünftige Bewerbungen der Schüler auswirken kann! Und da haben wir ihn gebeten, uns eine zu entwerfen. Das hat er gemacht“.

Musik findet Worte

„Das berührt mich immer. Da muss ich beim Vorlesen mit den Tränen kämpfen“, sagt Schulleiter Christof Hoffmann von der Werner-Richard-Schule, als alle Glückwünsche übergeben sind. Und auch aus den Lobreden der Lehrer ist die persönliche Bewegtheit herauszuhören. Plaßmann erklärt zum Schluss, die Stiftung wünsche sich, „dass das Preisgeld verantwortungsvoll eingesetzt wird. Für die Ausbildung zum Beispiel“. Er habe aber auch noch nie gehört, dass das Geld für Drogen ausgegeben worden sei.

Ein Mitglied der Band des Berufskollegs widerspricht ihm vor Anstimmung des vorletzten Liedes: „Musik ist für mich eine Droge. Wenn Worte nichts nützen, hilft Musik weiter. Wenn wir nicht wissen, was wir fühlen. Musik findet’s“. Da stimmt ihm Plaßmann lächelnd zu, und die Band „Die Volmies“ beginnt zu spielen. „Das kann uns keiner nehmen“, singt der Lead-Sänger, und das kann sicherlich auch keiner. Denn die Qualitäten, mit denen die geehrten Schüler ihr Umfeld bereichern, kommen von innen.

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