Wirtschaft

Aus Wetter an die Spitze der Software-Welt

Christian Salihin (links) freut sich mit Boris Gebauer, Kopf der gesamten Unternehmensgruppe TimeLine Business Solution Group und gleichzeitig Entwicklungsleiter, über die Auszeichnung. 

Christian Salihin (links) freut sich mit Boris Gebauer, Kopf der gesamten Unternehmensgruppe TimeLine Business Solution Group und gleichzeitig Entwicklungsleiter, über die Auszeichnung. 

Foto: Privat

Wetter.  Ohne Fleiß keinen Preis: Der Wetteraner Christian Salihin hat es mit der Firma TimeLine Business Solution auf den Entwickler-Olymp geschafft.

Die Freude ist Christian Salihin schon in der Stimme anzumerken. Der Wetteraner hat mit seiner Firma, bei der er Teilhaber und Geschäftsführer ist, den Software-Preis des Jahres gewonnen und ist darauf natürlich mächtig stolz.

Wer sich mit Computersoftware nicht so gut auskennt, für den wird der Titel des Preises „ERP System des Jahres“ zunächst nach böhmischen Dörfern klingen. Verliehen wird er jedes Jahr vom CER (Center for Enterprise Research) der Universität Potsdam. Eine elfköpfige unabhängige Jury aus Professoren und Wirtschaftsprüfern sichtet die Bewerbungen, vergibt Punkte und lädt anschließend die besten Entwickler zu einem Finale ein. Und genau da konnte sich der Wetteraner mit seiner Firma durchsetzen.

Doch was ist dieses ERP-System eigentlich? Bei dieser Frage kann Salihin schnell Abhilfe schaffen. „Wir haben eine Software für industrielle Fertigungsunternehmen. Wir setzen da an, wo SAP zu teuer und zu überdimensioniert ist. Kleine und mittelständische Unternehmen sind unsere Zielgruppe“, erklärt er. Mit der Software ist es den Firmen möglich, alle Verwaltungsaufgaben in einem Programm zu bündeln, angefangen bei der Artikelverwaltung, über die Kunden- bis hin zur Lagerverwaltung. „Das ist quasi ein Rundum-sorglos-Paket für die Produktions- und Fertigungsplanung“, berichtet Salihin.

Ungewöhnlicher Weg an die Spitze

Dass hinter diesem System kluge Köpfe stecken, ist unbestritten. Aber gerade das Beispiel des Wetteraners zeigt, dass es nicht immer studierte Menschen braucht, wenn man die richtigen Ideen hat, sondern durchaus auch praktische Idealisten die besten Voraussetzungen mitbringen, um ein Produkt an den Markt zu bringen. Denn Salihins Weg zum Gesellschafter, Geschäftsführer und Vertriebsleiter ist eher ungewöhnlich. „Ich habe damals meine Ausbildung bei TimeLine gemacht“, berichtet er. Doch wie viele Abiturienten strebte er anschließend noch ein Studium an. „Nach elf Semestern habe ich immer noch an meinem Bachelor gearbeitet“, gibt er unumwunden zu.

Als sein damaliger Chef dann anrief und sich erkundigte, wie es denn so laufe, war Salihin ehrlich – das zahlte sich aus. Denn der Chef bot ihm erneut einen Job in der Firma an, die in der Zwischenzeit enorm gewachsen war. „Ich habe ihm aber gesagt, dass ich nicht wieder in die Projektentwicklung möchte, sondern lieber in den Vertrieb“, erinnert sich der Wetteraner. „Ich habe da schon viel Musik gemacht und kann recht gut mit Worten umgehen“, sagt er lachend. Der Chef stimmte zu, und der heutige Erfolg gibt ihm Recht. Inzwischen zählt das Unternehmen 160 Mitarbeiter. Mit dem nun verliehenen Prestige-Preis der CER dürfte das Interesse an dem Unternehmen und den Produkten wahrscheinlich weiter steigen.

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