Gericht

Arrest gibt jungem Herdecker Zeit zum Nachdenken

Seine Taten bescherten dem jungen Herdecker zwei Freizeitarreste und ein dreimonatiges Fahrverbot.

Seine Taten bescherten dem jungen Herdecker zwei Freizeitarreste und ein dreimonatiges Fahrverbot.

Foto: imago stock&people

Herdecke/Wetter.  Ein junger Herdecker ist ohne Führerschein und Versicherung auf dem Krad unterwegs. Und wird drei Mal erwischt. Jetzt gab es ein Urteil.

Einschlägige Erfahrungen mit der Justiz und drohende Konsequenzen konnten einen jungen Herdecker nicht beirren. Mit seinem Kleinkraftrad machte er mehrere Ausflüge in die Umgebung – ohne Führerschein oder Versicherungsschutz. Vor dem Amtsgericht Wetter geriet der 21-Jährige deshalb jetzt in Erklärungsnöte.

Angeklagter räumt Vorwürfe ein

Die Verlockung, einfach Gas zu geben, war offenbar zu groß. Ab Herbst vergangenen Jahres traten der Herdecker und sein Gefährt immer wieder in Erscheinung. Am 4. November 2018 wurde er ohne Führerschein bei einer Spritztour durch Hagen erwischt, Anfang März fiel er mit seinem nicht mehr versicherten Kleinkraftrad in Schwerte auf, und am 9. Juni zog es ihn erneut nach Hagen. Dort lieferte er sich dann sogar eine Verfolgungsjagd mit der Polizei, flüchtete mit Tempo 100 – ohne Schutzhelm und mit Sozius.

Beamten der Bundespolizei, die zufällig auch auf der Bildfläche erschienen, sperrten schließlich die Straße und konnten die riskante Fahrt stoppen.

Fahren ohne Fahrerlaubnis oder Versicherungsschutz wurde dem 21-Jährigen nun im Prozess zur Last gelegt und er, der sich im Vorfeld entweder trotzig oder gleichgültig zeigte, überraschte mit einem kompletten Sinneswandel. Er räumte alle drei Vorwürfe ein und gab offen zu, gar nicht darüber nachgedacht zu haben, welche Folgen sein Handeln haben könnte.

Was die Fahrt ohne erforderlichen Versicherungsschutz betreffe, habe er es „verpeilt“, sich ein neues Kennzeichen zu beschaffen, und für die Touren ohne Fahrerlaubnis hatte er ebenfalls eine Begründung parat: „Ich hatte mal öfter eine Drossel in dem Moped, aber die ist mir immer rausgesprungen.“ Aber ohnehin habe er mit dem Thema abgeschlossen. Nun wolle er sich auf seine Arbeit konzentrieren. Außerdem sei er dabei, den Autoführerschein zu erwerben.

Jugendrichter Janbernd Wessel nahm seine Beteuerungen zur Kenntnis und sprach Klartext: „Sie gefährden nicht nur sich und andere, es ist verboten. Es gibt Regeln im Straßenverkehr, und die hat man auch einzuhalten.“ Falls der Herdecker also doch weiter vergleichbare Straftaten begehe, wäre er den Autoführerschein sofort wieder los. „Wenn Sie ihn überhaupt bekommen.“

Richter wird deutlich

Seine Taten bescherten dem 21-Jährigen zwei Freizeitarreste und ein dreimonatiges Fahrverbot. In der Urteilsbegründung wurde Richter Janbernd Wessel erneut deutlich. Der Arrest solle dem Herdecker Zeit geben, darüber nachzudenken, wo so etwas hinführe. „Ich hoffe wirklich, dass es das gewesen ist, dass das bei Ihnen angekommen ist. Halten Sie sich an die Regeln!“

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben