Kriminalität

Aktionen gegen Gewalt im eigenen Zuhause

In dieser gestellten Szene versucht eine Frau, sich vor der Gewalt eines Mannes zu schützen.

In dieser gestellten Szene versucht eine Frau, sich vor der Gewalt eines Mannes zu schützen.

Foto: Maurizio Gambarini

Ennepe-Ruhr.  293 Fälle häuslicher Gewalt wurden im letzten Jahr im EN-Kreis registriert. Dagegen macht der Runde Tisch auch in Wetter und Herdecke mobil.

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„Gegen Gewalt in Partnerschaften. Liebe ist # Respekt, # Vertrauen # gewaltfrei“ mit dieser auf 1800 orangen Einkaufstaschen aufgedruckten Botschaft ächtet der Runde Tisch EN gegen Häusliche Gewalt in diesem Jahr Schläge, Demütigungen und Kontrolle in den eigenen vier Wänden und durch den Partner.

Öffentlichkeitswirksam wird die Aktion rund um den Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen am 25. November in acht der neun kreisangehörigen Städte. Die Mitglieder des Rundes Tisches sind mit Infoständen in Fußgängerzonen und auf Wochenmärkten präsent. Im Gepäck haben sie neben den Taschen Kalender im Scheckkartenformat, Flyer und Informationsmaterial. Sie liefern Frauen in Not unter anderem wichtige Ansprechpartner und Rufnummern. Unterstützt wird die Aktion vom Weißen Ring und der AVU.

Kein Tabu, keine Privatsache

Seit fünfzehn Jahren ist für die Initiatorinnen klar: Häusliche Gewalt darf weder Tabu-Thema noch Privatsache sein. Vielmehr brauchen die Opfer - meist Frauen und Kinder - Unterstützung. Wie dringend dies nach wie vor ist, das zeigt ein Blick auf die Polizeibilanz für 2018. In den Akten der Kreispolizeibehörde - zuständig für alle neun Städte außer Witten - finden sich 293 Fälle häuslicher Gewalt, 125 Wegweisungen der Gewalttätigen aus Wohnungen und 168 Vermittlungen der Betroffenen an Beratungsstellen.

„Die Zahlen zeigen, wie notwendig und wichtig es ist, die Opfer körperlicher, psychischer und sexueller Gewalt über ihre Rechte zu informieren. Wer diese kennt, wird mutiger, handelt und schaltet die Polizei ein“, nennt Katrin Brüninghold, Gleichstellungsbeauftragte der Kreisverwaltung und Geschäftsführerin des Rundes Tisches, die Motive für die kreisweite Aktion.

Seit der Premiere 2004 hat sie sich zu einer Erfolgsgeschichte entwickelt. Jahr für Jahr finden die Mitglieder des „Runden Tisches“ andere Botschaften, um Gewalt an Frauen und Kindern zu ächten. Verteilt wurden die Botschaften u.a. auf 200.000 Brötchentüten und 50.000 Taschentuchpäckchen, 1.000 Regenschirmen und 2.500 Eiskratzern, 2.500 Trillerpfeifen und 1.500 Brillenputztüchern. Die Slogans lauteten „Gewalt kommt nicht in die Tüte“, „Keine Gewalt gegen Frauen. Wir haben die Nase voll!“, „Wir lassen Frauen nicht im Regen stehen und „Eiskalt gegen Häusliche Gewalt“.

Der „Runde Tisch EN gegen Häusliche Gewalt“ ermutigt alle Betroffenen, sich an Beratungsstellen, an das Frauenhaus oder an die Polizei zu wenden. Zeugen Häuslicher Gewalt sollten Warnsignale in jeglicher Form beachten und Unterstützung anbieten.

Hier finden Frauen Hilfe

Ansprechpartner sind das Frauenhaus.EN, Tel. 02339/6292, die Frauenberatung.EN, Tel. 02336/4759091, 02302/52596 und 02324/538093050, die Polizei (110), die Opferschutzbeauftragten der Polizei, Tel. 02336/9166 2956 und 0234/909 4059 sowie der Weiße Ring, Tel. 0151/55164777.

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