Filialleiterin

47 Jahre bei Sparkasse Wetter: Angelika Gremme geht in Rente

Generationswechsel bei der Sparkasse Grundschöttel: Filialleiterin Angelika Gremme geht nach 47 Jahren bei der Sparkasse Wetter in den Ruhestand. Ihr Nachfolger Tim Utermann (links)  sowie Vorstandsvorsitzender Thomas Biermann und sein Stellvertreter Michael Hedtkamp verabschieden sie

Generationswechsel bei der Sparkasse Grundschöttel: Filialleiterin Angelika Gremme geht nach 47 Jahren bei der Sparkasse Wetter in den Ruhestand. Ihr Nachfolger Tim Utermann (links)  sowie Vorstandsvorsitzender Thomas Biermann und sein Stellvertreter Michael Hedtkamp verabschieden sie

Foto: Steffen Gerber

Wetter.   Ein einziger Arbeitgeber, und das über 47 Jahre: Angelika Gremme (63), Filialleiterin Grundschöttel, hat nur bei der Sparkasse Wetter gearbeitet.

Für Angelika Gremme war Anfang der 1970-er Jahre klar, dass sie nach ihrer mittleren Reife nicht länger zur Schule wollte. „Mein Vater hatte damals einen beruflichen Auftrag, bei der Sparkasse Wetter die Heizung zu warten. Er kam zurück und sagte zu mir: Bewirb dich doch bei denen, da fährt sogar jemand Porsche.“ Kurze Zeit später erschien die Wengeranerin zum Einstellungsgespräch, am 1. August 1972 begann ihre Bankkauffrau- Ausbildung. 47 Jahre später geht die Sparkassenfachwirtin als Leiterin der Grundschöttel-Filiale in den Ruhestand, ohne ein einziges Mal den Arbeitgeber gewechselt zu haben.

Töchter folgen ihrer Mutter

Als Angelika Gremme begann, gab es noch die selbstständige Amtssparkasse Volmarstein. Die heute 63-Jährige kennt alle Anlaufstellen des mittlerweile mit Gevelsberg fusionierten Kreditinstituts im Stadtgebiet Wetter. „Ich war nach dem Ende der Ausbildung 1975 auch oft als Springerin oder Vertretung im Einsatz, dafür gab’s 200 Mark mehr. Das hat mir gefallen, ich konnte da viel lernen.“ Kürzlich fand sie ein tolles Foto vom einstigen Standort Königstraße. Sie erinnert sich zudem an die frühere Nachmittags-Filiale in der Ardeystraße. „Dorthin kamen Leute von der Demag und Rentner, wenn es Auszahlungen gab. Ich habe da übergangsweise gern gearbeitet, bei dem Teilzeit-Job konnte ich als Mutter Familie und Beruf gut unter einen Hut bringen.“

Bei einer solch treuen Seele verwundert es nicht, dass auch ihre beiden Töchter bei der Sparkasse gelandet sind. Für sie und deren Bauvorhaben sowie ihr Enkelkind hat Angelika Gremme nun mehr Zeit. Das gilt auch für ihre sportlichen Aktivitäten beim TuS Wengern oder auf dem Fahrrad. „Ich habe keinen Bammel vor dem Ruhestand, ich konnte mich ja darauf vorbereiten“, sagt die Frau, die sich als „durch und durch Wengeranerin“ bezeichnet.

Beim Blick zurück auf ihre Zeit bei der Sparkasse, für die sie von 1975 bis 2006 Privatleute u.a. in der Hauptstelle Alt-Wetter beriet, hebt sie zweierlei hervor: „Ich habe immer gerne im Team gearbeitet und hatte glücklicherweise stets nette Kollegen um mich herum. Auch der Kontakt zu Kunden war für mich immer sehr wichtig, die lechzen gewissermaßen nach einer persönlichen Beratung.“ Vorstandsvorsitzender Thomas Biermann und sein Stellvertreter Michael Hedtkamp betonen bei der Verabschiedung auch, dass Gremme als Arbeitnehmervertreterin drei Perioden im Verwaltungsrat saß.

Was sie an ihrem Arbeitgeber hat, erfuhr die Wengeranerin während einer gesundheitsbedingten Fehlzeit 2004. „Ich hatte da einige Operationen zu überstehen, die Sparkasse hat trotz meines längerfristigen Ausfalls treu zu mir gestanden.“

In Grundschöttel seit 2007

Die 63-Jährige betont, dass sie sich als aktive Frau auf interne Wechsel und neue Aufgaben immer gefreut habe. Das gelte auch für ihre Zeit in Grundschöttel, die am 1. Januar 2007 als Kundenberaterin begann. Seit September 2012 hat sie die Filiale mit 3,5 Mitarbeiterstellen geleitet. „Ohne die anderen Standorte abwerten zu wollen, hatte ich hier die nettesten Kunden, allein schon wegen der angenehmen Umgangsformen hier.“ Ein 94-Jähriger zum Beispiel bastelte für Angelika Gremme eine Halskette („Ich habe ihm versprochen, dass ich die zum Pressetermin trage“) zum Abschied, über den die Sparkasse vor einigen Wochen per Brief informierte.

Seit drei Monaten konnte die 63-Jährige ihren Nachfolger Tim Utermann (28) als Filialleiter einarbeiten. „Beeindruckt hat mich ihre Bildung zu Kunden, sie kennt fast jedes Wehwehchen.“ Darauf entgegnet seine erfahrene Kollegin: „Empathie kommt bei Menschen gut an.“

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