Ihmert

Aus dem Dornröschenschlaf erweckt

Der Bürgerverein Ihmert hatte erstmals zum Bürgercafé eingeladen.

Foto: Jennifer Katz

Der Bürgerverein Ihmert hatte erstmals zum Bürgercafé eingeladen. Foto: Jennifer Katz

Ihmert.   Der „Bürgertreff Berkenhoff“ erlebte gleich beim ersten Bürgercafé eine große Resonanz.

Sätze wie „Weißt Du noch?“, „War das nicht?“ und so ähnlich waren am Donnerstag immer wieder im frisch eingeweihten „Bürgertreff Berkenhoff“ zu hören. Denn schon beim ersten „Bürgercafé“-Termin war die Resonanz größer, als die Vertreter des Vereins „Wir in Ihmert“ das erwartet hätten.

Jochem Tüshaus sagt im Gespräch mit unserer Zeitung: „Wir sind sehr zufrieden, damit hätten wir nicht gerechnet. Und alle, die da waren, wollen wiederkommen.“ Ein gutes Dutzend Ihmerter hatte den Weg in die ehemalige Gaststätte gefunden – nach mehr als 50 Jahren ist nun wieder Leben eingezogen. Doch auch nach einer so langen Zeit sind die Erinnerungen an damals noch präsent. „Es ist, als hätten Berkenhoffs erst gestern die Tür abgeschlossen“, sagt Brunhilde Kurtz. Die heute 70-Jährige hatte direkt nach der Ausbildung eine Stelle als Küchenhelferin in der Gaststätte angenommen. 20 bis 30 Mittagessen seien in betriebsamen Zeiten über den Tresen gegangen. „Wie hatten ja auch vier Zimmer, meist für Geschäftsbesuche, die haben dann auch Frühstück bekommen“, erklärt Brunhilde Kurtz.

„Ich habe sogar selbst in einem der Zimmer im Haus gewohnt, weil mein Heimweg durch ein Waldstück geführt hätte“, erinnert sie sich. Und strahlt: „Es freut alle im Dorf, dass endlich wieder etwas drin ist. Das Haus war ja im Dornröschenschlaf und wurde endlich wieder wachgeküsst.“

92-Jähriger erinnertsich noch lebhaft

Auch Friedrich Heide kann noch eine Menge aus der Vergangenheit berichten. „Berkenhoff war ja keine Kneipe, sondern ein Speiselokal für die besseren Herrschaften – da hat man sich gar nicht reingetraut“, sagt der 92-Jährige. Und er lacht: „Albert Erdmann saß immer hinten in der Ecke.“ Brunhilde Kurtz bestätigt das mit einem Nicken. Heide, der am Donnerstag nach 65 Jahren wieder in das Haus gekommen ist, weiß auch noch, „dass der Einzige, der hier in Arbeitsklamotten reinkommen durfte“, Bäckermeister Otto Dippe war. Viele Gäste hätten sich bei Berkenhoffs beschwert, dass es im Gastraum zu kalt sei. „Frau Berkenhoff hat immer gesagt: ,Dafür kriegen sie vorgewärmte Teller“, weiß Brunhilde Kurtz noch. Und so ging es den ganzen Donnerstagnachmittag weiter mit den Anekdoten aus der alten Zeit.

Der Verein „Wir in Ihmert“ bietet in 14 Tagen das nächste Café an, daran schließt sich dann der erste Stammtisch an. Ein „Poetry- Slam“-Abend mit Luise Wolff und musikalischer Begleitung von „Standgas“ beginnt am Samstag, 10. März, um 20 Uhr. Am Donnerstag, 22. März, ab 19 Uhr lädt Torsten Dreyer zur Fotoreise unter dem Titel „Neun Blumentöpfe mitten im Atlantik“ rund um die Azoren ein.

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