Kunstprojekt

Grundschüler schaffen Kunstwerke aus weggeworfenem Müll

Die Kinder der 3a der Clarenbachschule hängen ihre Müllkunstwerke in einen Baum auf dem Schulhof.

Die Kinder der 3a der Clarenbachschule hängen ihre Müllkunstwerke in einen Baum auf dem Schulhof.

Foto: Alexandra Roth / FUNKE Foto Services

Drittklässler der Clarenbachschule haben mit dem Künstler Piero Gradino Kunst aus Plastik geschaffen. Es gab außerdem Tipps zur Müllvermeidung.

Im Klassenraum der 3a der Clarenbachschule in Isenbügel liegt jede Menge Müll auf dem Boden: Plastikverpackungen, Shampooflaschen, Obstnetze und Süßigkeitenschachteln. Die Kinder der Klasse und Lehrerin Dorothee Jacobi allerdings haben weniger den Müllberg im Auge als vielmehr das, was sie aus Teilen dieses Vorrats gefertigt haben.

Zwei Tage lang war der Mülheimer Künstler Piero Gradino in der Klasse zu Gast, der sich auf Kunstwerke aus und mit Müll spezialisiert hat. „Die Kinder sind am Thema Umweltschutz und Müllvermeidung sehr interessiert und begreifen, worum es geht“, ist Gradino sehr zufrieden mit der Rückmeldung, die er von den Kindern erhält.

Das Thema ist nach wie vor topaktuell – die Herangehensweise der Schule vielschichtig: „Wir haben zuerst einen Film geguckt, in dem es darum ging, dass viel zu viel Müll durch die vielen Verpackungen entsteht. Das landet dann alles im Meer und in den Bäuchen der Fische“, erinnert sich Grundschüler Jason. Danach ging es für die 3a daran, aus den Verpackungen, die die Kinder zuvor von zu Hause mitgebracht hatten, etwas Neues zu erschaffen. „Wir haben aus dem Plastik Früchte gebastelt, die aussehen wie echtes Obst. Die hängen wir in den Baum auf dem Schulhof“, erklärt Marie.

Und in der Tat: Eine Reihe von teils täuschend echt aussehenden Ananas, Erdbeeren, Blaubeeren und anderen Früchten hängt gut sichtbar in der Baumkrone, dazu kommen noch bunte Blüten – ebenfalls aus Plastik – die den Baumstamm schmücken. „Vor einigen Jahren haben viele gedacht, ein Meer voll Müll ist reine Utopie“, erzählt Gradino, der für seine eigenen Werke Müll verwendet, den er am Strand in Sizilien gesammelt hat. „Ein Baum voll Müll ist heute Utopie – und hoffentlich bleibt das auch so.“

Selbstverständlich ging es aber auch um praktische Tipps: Plakate wurden gestaltet, wie jeder einzelne Abfall vermeiden kann. „Die meisten Schüler bringen schon wiederbefüllbare Trinkflaschen mit“, lobt Lehrerin Dorothee Jacobi.

Stattgefunden hat das Kunstprojekt im Rahmen einer Aktion für die ganze Schule: Alle Klassen haben sich mit dem Thema Müll und dessen Vermeidung beschäftigt, eine erste Klasse hat beispielsweise Stofftaschen gestaltet. Und die Klasse 3b hat Müll aufgefädelt. Jede Menge Müll, der erstaunlich schnell zusammenkam – nach nicht einmal einer Woche hatte jedes Kind einen gelben Sack voll Plastik zusammen. Die Ketten spannten alle Beteiligten gemeinsam über den Schulhof – um auch den Mitschülern vor Augen zu führen, welche Mengen Plastik in kurzer Zeit zusammenkommen. Die Isenbügeler Schüler werden zukünftig beim Einkaufen sicher ein Auge auf möglichst wenigverpackte Lebensmittel haben.

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