E-Scooter

Zulassung von E-Tretrollern bereitet in Hattingen Sorgen

E-Scooter stoßen auf großes Interesse bei den Bürgern. Noch ist aber nicht klar, wie die Bundesregierung mit dem Thema umgehen wird. Das Fahren auf Bürgersteigen ist wohl vom Tisch.

E-Scooter stoßen auf großes Interesse bei den Bürgern. Noch ist aber nicht klar, wie die Bundesregierung mit dem Thema umgehen wird. Das Fahren auf Bürgersteigen ist wohl vom Tisch.

Foto: Lars Heidrich

Hattingen.   Die Verkehrswacht fürchtet mehr Unfälle, wie bei E-Bikes. Robert Dedden vom ADFC hält die Diskussion für eine Ablenkung vom Diesel-Problem.

„Wir müssen erst einmal abwarten, wie sich alles so darstellt. Aber Bauchschmerzen habe ich schon bei dem Gedanken an Elektro-Tretroller, die in absehbarer Zeit über die Straßen flitzen“, sagt Susanne Landsberger, Pressereferentin bei der Kreis-Verkehrswacht. Wenn jeder Rücksicht auf den anderen nähme, sei das ja alles kein Problem.

Aber sie hoffe nicht, dass mit der Zulassung der E-Roller das gleiche Problem auf die Gesellschaft zukomme wie mit den E-Bikes. „Denn da hat ja auch die Zahl der verunglückten Radler stark zugenommen“, sagt Susanne Landsberger.

Protest gegen E-Scooter auf Bürgersteigen

Eigentlich wollte Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer erlauben, dass die Tretroller auf Bürgersteigen zugelassen werden. Der Plan ist jetzt wohl durch den Protest und die Sicherheitsbedenken einiger Bundesländer vom Tisch.

„Aber, wenn man sich überlegt, dass diese Flitzer schon Zwölfjährige fahren dürfen, macht man sich wirklich Gedanken“, sagt die Pressereferentin. Man kenne das Problem ja auch von den Elektrofahrrädern. Die seien sehr schnell. Und ob die Fahrer von E-Tretrollern jederzeit angemessen bremsen könnten, das werde sich erst zeigen.

Umweltfreundlich, aber gefährlich

Auch Robert Dedden vom Allgemeinen Deutschen Fahrradclub (ADFC) ist zwiegespalten. „Ich finde die Entwicklung eigentlich gut, dass man sich umweltfreundlich vorwärts bewegt. Aber, wenn die dann ohne Vorwarnung einen Haken schlagen, ist das natürlich auch gefährlich.“ Auf der anderen Seite habe man auch Bedenken gehabt, als man die Hattinger Altstadt in den Abend- und Nachtstunden für Radler freigegeben hat. „Aber das läuft doch bisher richtig gut. Ich habe keine Schreckensnachrichten gehört.“

Geschwindigkeit der E-Tretroller begrenzen

Wichtig sei, dass man die Geschwindigkeit begrenzt. Zumindest dort, wo sich ­E-Rollerfahrer und Fußgänger begegnen. Da dürfen sieben bis zehn Stundenkilometer nicht überschritten werden, betont der Fahrrad-Experte.

„Dass zurzeit allerdings eine große Diskussion über das Für und Wider von Elektro-Tretrollern angestoßen wird, halte ich für Nebelkerzen. Damit wird doch prima von der Diesel-Problematik abgelenkt.“

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben