Am Ende der Woche

Wie Unternehmen den Standort Hattingen stärken

Ulrich Laibacher, Redaktionsleiter WAZ Hattingen

Ulrich Laibacher, Redaktionsleiter WAZ Hattingen

Foto: Volker Speckenwirth

Hattingen.  Tradition spielt bei Unternehmen eine wichtige Rolle. Sie alleine ist aber kein Garant für dauerhaften Erfolg. Zwei Beispiele aus dieser Woche.

Tradition steht für Konstanz, Zuverlässigkeit­, Vertrauen. Zu Recht verbuchen Unternehmen eine lange Firmengeschichte auf ihrer Habenseite.

Was dabei gerne vergessen wird: Tradition alleine ist noch kein Garant für den Erfolg. Immer­ wieder muss das Angebot an die sich verändernde Nachfrage angepasst, neu ausgerichtet, bisweilen sogar komplett umgeworfen werden. Oft ändern sich auch strukturelle Voraussetzungen.

Wachsen und Schrumpfen gehören zum Geschäft

Zwei Beispiele aus dieser Woche. Die Spedition Kerkemeier wird 100. Mit Fuhr- und Anspanndiensten für die Hütte ging es 1919 los. Heute hat Kerkemeier 50 Lastwagen auf der Straße, führt national und international auch Sondertransporte durch. Aktuelles Problem: Arbeitskräfte sind Mangelware. Es fehlen Fahrer. Kerkemeier muss sich anpassen. Wachsen und Schrumpfen gehören zum Geschäft.

Jürgen Schwiese verkauft sein Traditionskaufhaus an der Heggerstraße. Die Insolvenz von Miller & Monroe hat den Einzelhändler rund 100.000 Euro gekostet. Jetzt hat das Haus, in das der Hattinger seit 50 Jahre viel Herzblut gesteckt hat, einen Besitzer aus Herdecke.

Den Wandel schon früh vollzogen

Den Wandel hat Schwiese schon eher vollzogen. Vor neun Jahren stieg er vom Kaufhaus- ins Modegeschäft um, betreibt mit seiner Frau Marlies „Hautnah – Concept Schwiese“.

Tradition heißt nicht, die Asche zu bewahren, sondern die Glut weiterzutragen. Wie schön, dass Hattinger Unternehmer das beherzigen. Es stärkt den Standort.

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