Blutspende

Wer Blut spendet, rettet mit einem Mal bis zu drei Leben

Marion Spohr ist regelmäßige Blutspenderin. Im Januar ließ sie sich von Tatjana Bethge beim DRK Hattingen Blut „abzapfen“.

Marion Spohr ist regelmäßige Blutspenderin. Im Januar ließ sie sich von Tatjana Bethge beim DRK Hattingen Blut „abzapfen“.

Foto: Fischer / Funke Foto Services GmbH

Hattingen.   Am 14. Juni ist internationaler Tag der Blutspende. Auch in Hattingen gibt es regelmäßig Termine. Die Zahl der Spender und Erstspender sinkt aber.

Am heutigen Freitag ist es an der Zeit, allen Blutspendern Danke zu sagen. Denn es ist der Internationale Tag der Blutspende. In Hattingen haben im vergangenen Jahr 1467 Menschen Blut gespendet. Damit ist die Zahl im Vergleich zum Vorjahr leicht angestiegen. Doch inzwischen hat sich die Entwicklung umgekehrt. Deshalb wirbt der Blutspendedienst des DRK jetzt wieder verstärkt für die Spende.

Zahl der Erstspender bei der Blutspende in Hattingen sinkt

Im Gegensatz zu anderen Bereichen der Region hat sich der Hitzesommer 2018 in Hattingen nicht negativ auf die Blutspendetermine ausgewirkt. Mit Blick auf die ersten fünf Monate des aktuellen Jahres hat es aber weniger Hattinger zu den Terminen gezogen als im Vorjahreszeitraum. Rückläufig ist auch die Zahl der Erstspender.

Vor zwei Jahren verzeichnete der Blutspendedienst West in Hattingen noch 133 Erstspender, ein Jahr später waren es nur noch 118. Und der Rückgang scheint sich fortzusetzen, spendeten doch in den ersten Monaten dieses Jahres 40 Prozent weniger Menschen zum ersten Mal Blut.

Bestandteile des Blutes sind unterschiedlich haltbar

Bisher kamen 2019 genug Spenden zusammen, um die Region mit Blutkonserven zu versorgen. Bunkern für die heißen Sommerwochen – das geht leider nicht. „Auch Blut hat ein Haltbarkeitsdatum“, sagt Sabine Gräfe-Schmidt. Sie ist Referentin beim DRK-Blutspendedienst West in Hagen, der auch für Hattingen zuständig ist. Die einzelnen Bestandteile des Blutes lassen sich unterschiedlich lang lagern. Rote Blutkörperchen halten sich 42 Tage, Blutplättchen nur fünf. „Deshalb ist es wichtig, dass immer frische Konserven nachkommen.“

Wer spenden möchte, muss ein paar Kriterien erfüllen. Spender müssen mindestens 18 Jahre alt sein, über 50 Kilo wiegen „und vor allem Lust haben, anderen zu helfen“, so Sabine Gräfe-Schmidt.

Ablauf der Blutspende

Wer die Bedingungen erfüllt, kann einfach zu einem der nächsten Termine kommen. Wichtig: Vorher genug trinken und einen Ausweis mitbringen. Nach der Anmeldung muss zuerst ein Fragebogen ausgefüllt werden. Danach folgen ein Gespräch mit einem Arzt und einige Tests. Wenn alles stimmt, geht’s rüber zur Liege.

Für die meisten ist der Anblick der Nadel die größte Hürde. „Ich kann total verstehen, wenn jemand Muffe vor Nadeln hat“, sagt Gräfe-Schmidt. Aber die 53-Jährige kann auch beruhigen. „Es ist nur ein kurzer Piks. Längst nicht so schlimm wie eine Nacht mit Halsschmerzen.“

Was mit gespendetem Blut passiert

Die Referentin empfiehlt, auch mal Kinder oder Enkel mit zur Spende zu nehmen. Die können sich alles in Ruhe anschauen und werden später vielleicht selbst zu Spendern. Nach fünf bis zehn Minuten ist ein halber Liter Blut „abgezapft“. Die Spender bleiben noch zehn Minuten liegen und dürfen sich dann am Buffet bedienen.

Und was passiert mit dem Blut? Das wird im Labor untersucht und in seine Bestandteile zerlegt. Blutplättchen, Plasma und die roten Blutkörperchen werden an Krankenhäuser verteilt. So können dort mit einer Spende bis zu drei Leben gerettet werden.

Besonderes Augenmerk auf Blutgruppe 0 negativ

„Für uns ist jede Blutgruppe gleich wichtig, wobei wir natürlich ein besonderes Augenmerk auf die Blutgruppe 0 negativ legen“, erklärt Christof Freisen, Referent für Öffentlichkeitsarbeit beim Blutspendedienst West. Bei Transfusionen, die sehr schnell gehen müssen, griffen Ärzte gerne in der akuten Situation darauf zurück, weil diese Blutgruppe mit allen kompatibel ist.

Nach ein paar Wochen wird Erstspendern ein Ausweis mit ihrer Blutgruppe zugeschickt. Außerdem bekommt der Hausarzt einen Bescheid, falls etwas Ungewöhnliches im Blutbild auffällt. „Es ist also auch ein kostenloser Gesundheitscheck“, sagt Sabine Gräfe-Schmidt.

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