Vogelstation

Vögel auf die Rückkehr in die Wildnis vorbereiten

Noah (11) trägt stolz einen Aguja auf der Hand. Der Junge ist Gast beim Tag der offenen Tür in der Paasmühle.

Noah (11) trägt stolz einen Aguja auf der Hand. Der Junge ist Gast beim Tag der offenen Tür in der Paasmühle.

Foto: Bastian Haumann / FUNKE Foto Services

Hattingen.  Die Paasmühle lud alle Interessierten zum Tag der offenen Tür ein. Bis zu 2000 Tiere pro Jahr werden in der Hattinger Einrichtung gepflegt.

Zu Besuch in der Paasmühle und damit auch zu Besuch bei Ente, Habicht, Schwan und Co.: Seit rund fünfunddreißig Jahren finden schwer- und schwer verletzte Eulen, Greif- und Wasservögel hier einen Ort zu ruhen und ihre Verletzungen auszukurieren.

Letztes Jahr waren 600 Menschen beim Tag der offenen Tür

Das Ziel der ehrenamtlichen Kräfte ist dann die Auswilderung der erholten Wildtiere. Beim alljährlichen Tag der offenen Tür der Pflegestation zeigten sich trotz immer wiederkehrender Regengüsse das große Interesse der naturbegeisterten Besucherinnen und Besucher. Mit dem kostenlosen Angebot waren schon 2018 rund 600 Personen der Einladung gefolgt.

Mit vielen kleinen oder größeren Aktionen und Führungen durch das weitläufige Gelände wurde auch in diesem Jahr viel geboten: Die Jugendfeuerwehr mit einem Löschangebot, Wildnis- und Naturführer Martin Maschka mit einem Anschauungs-Aquarium und einigen kleinen Freunden sowie als besonderer Höhepunkt eine Adlerflugshow. Daneben gab es noch viele weitere Angebote, insbesondere für die jüngeren Naturforschenden. Und das ist Absicht: „Wenn die Spaß haben, dann hat es sich schon gelohnt“, beschreibt Thorsten Kestner. In seinem „Garten“ leben die unterschiedlichen Vogelarten auf Zeit. In Volieren, fünf Teichen und am Bachlauf tummeln sie sich und können hier nach und nach gesund werden.

Einige Findlinge sind „Entführungsopfer“

Aber nicht immer müssten die Vögel bei ihm Unterschlupf finden. „Im letzten Jahr hatten wir vierzig junge Waldkäuze, aber nur zwei hätten wirklich unsere Hilfe gebraucht“, beschreibt Lars Weiser, ehrenamtlicher Helfer in der Paasmühle. Alle anderen Findlinge seien ‚Entführungsopfer‘, die aus gut gemeinter, aber nicht notwendiger Hilfe einfach eingesammelt und zur Pflegestation gebracht worden waren. „Ich würde mir wünschen, dass wir vorher angerufen werden oder das, vor dem zwar gut gemeinten Einsammeln, anders Informationen eingeholt werden“, beschreibt die gelernte Fachkraft. Die meisten Tiere, die in der Station ankommen, sind teilweise Opfer von Übermut, aber oftmals vielmehr durch Einfluss des Menschen hier gelandet. „Flügelfrakturen oder Anflugtrauma durch den Kontakt mit einem Auto erleben wir oft“, beschreibt Christina Wittek, ehrenamtliche Helferin. Mit Erfahrung aus ihrer gleichnamigen Physiopraxis für Tiere in Hattingen begleitet sie die verletzten Vögel auf ihrem Genesungsweg.

400 Vögel sind zurzeit in der Pflegestation

Insgesamt vierhundert Tiere befinden sich derzeit in der Pflegestation. Über das ganze Jahr sind es bis zu 2000 Vögel, die hier genesen oder nach fehlgeschlagener Behandlung ihr letztes Ziel gefunden haben. Für die neugierigen Kinderaugen waren besonders die Greifvögel interessant, die sie mit viel Ehrfurcht bestaunten. Ein gelungener Ausflug, fand Vanessa Brinkmann. Gemeinsam mit Tochter Nala sollte es für diesen Tag auf Grund des Wetters nicht allzu weit weg, aber dennoch rausgehen. „Ich bin hier schon oft vorbei gefahren, habe gewusst, dass es die Paasmühle gibt, aber hier zu sein und das alles zu sehen, ist doch was anderes“, beschreibt die Sprockhövelerin. Wie groß, wie weitläufig, aber vor allem wie viele Tiere hier seien, überrasche sie. Nicht nur sie, sondern viele der der Besuchenden zeigten sich erstaunt und beeindruckt von der Arbeit und Ausmaße. Und Spaß war natürlich auch viel dabei.

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