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Viele Beschwerden über die Zustellung der Post in Hattingen

Nachdem sich in Hattingen Heike Qrichate (l.) und Miriam Milde über unzuverlässige Zustellung von Briefen durch die Post beschwert haben, erreichen die WAZ-Redaktion immer mehr Klagen über fehlerhafte oder ausbleibende Post.

Nachdem sich in Hattingen Heike Qrichate (l.) und Miriam Milde über unzuverlässige Zustellung von Briefen durch die Post beschwert haben, erreichen die WAZ-Redaktion immer mehr Klagen über fehlerhafte oder ausbleibende Post.

Foto: Fischer / Funke Foto Services GmbH

Hattingen.  In ganz Hattingen gibt es immer wieder Probleme mit der korrekten Zustellung von Briefen und Paketen. Bürger berichten von ihren Erfahrungen.

Im Briefkasten fand eine Anwohnerin Am Bahrenberg einen gelben Zettel. Darauf steht: „Du suchst eine Stelle in Hattingen, bei der du sofort starten kannst? Werde Postbote. Du machst die Menschen in deinem Bezirk glücklich und bringst ihnen Post und Paketsendungen an fünf Werktagen pro Woche (zwischen Montag und Samstag).“ Dafür soll es 13,37 Euro Tarif-Stundenlohn geben. Die Stelle ist auf Vollzeit ausgeschrieben. Derweil mehren sich in der Redaktion nach der Berichterstattung über unzuverlässige Postzustellung die Beschwerden über die Post.

Am Bahrenberg selbst, so die Bürgerin, klappe es zwar mit der Zustellung, die Post würde mit dem Auto gebracht, aber an der Essener Straße würde eine Familienangehörige auch „nur die Post für andere verteilen“. Heike Fe kommentiert auf der WAZ-Facebook-Seite, dass sie „am Wildhagen auch ständig Post von anderen Nachbarn im Briefkasten“ hat. „Komm’ mir schon vor wie eine Postbotin“, schreibt sie. Und Frank Wölfl kommentiert: „Hier genauso, fast täglich andere Post drin.“

Sogar Post von Ärzten an Patienten kommt in Hattingen nicht an

Saskia Hamacher arbeitet in einem Ärztehaus in der Nähe der Post. „Es kommt leider sehr häufig vor“, dass Post, die an Patienten verschickt wird, nicht ankommt. Auch Cristin Ortegel gibt an, dass Post bei ihr öfter nicht ankommt und zurückgeschickt wird. Teilweise haben Briefe Susanne Roßbach gar nicht erreicht. „Momentan sieht es so aus, dass wohl nur noch ein Mal wöchentlich die Post gebracht wird, meistens donnerstags, dann quillt mein Briefkasten förmlich über. An den anderen Tagen gähnende Leere. Auch die Werbung, die freitags/samstags immer kommt, bekommen wir schon seit Wochen gar nicht mehr“, schreibt die Anwohnerin aus Niederwenigern. In dem Stadtteil gibt es zwar wieder ein Postfiliale, aber die bleibt auch häufiger geschlossen. In Blankenstein gibt es keine mehr.

Postlagernde Post kam nie bei der Empfängerin an

Eine Frau aus Niederwenigern hätte postlagernde Post am 1. Mai zugestellt bekommen sollen. Trotz mehrfacher „unergiebiger und unerfreulicher Telefonate“ ist die bis heute nicht gekommen. „Wir wollten dem Nachbarn Postberge ersparen. Man hat mich sogar gefragt, ob ich in der Zeit überhaupt Post bekommen hätte. Das ist unverschämt. Ich habe die Zusteller und die Post in Bonn angesprochen, war in einer Filiale. Ohne Erfolg. Angeblich gibt es ein Problem im Verteilungszentrum München.“

Die Beschwerden bei der Post enden mit einem freundlichen Brief

Lieselotte Born gibt an, dass sie seit dem vergangenen Jahr Probleme hat, ihre Post zu bekommen. „Die Beschwerden beim Postamt werden mit einem – freundlichen – Brief erledigt. Aber eine Besserung ist nicht zu verzeichnen.“ Ein Krankenbericht aus einer Klinik kam 2018 drei Wochen später an, war geöffnet und wieder zugeklebt. Die Rechnung über eine neue Heizung – kam nicht an. Die Mahnung dann aber schon. Und die Wahlbenachrichtigung der Stadt Hattingen zur Europawahl sei zurückgeschickt worden mit dem Vermerk: Kein Briefkasten vorhanden. „Ich könnte noch viel mehr auflisten“, sagt sie.

Auf Badebekleidung für den Urlaub wartet eine Frau aus Holthausen. Die hätte am 28. Mai eintreffen sollen, war am 11. Juni immer noch nicht da. Das Versandhaus gab an, die Sendung am 24. Mai verschickt zu haben. „Seit Jahren werden wir am Hölter Busch montags schon nicht mehr mit Post beliefert. In der jüngsten Vergangenheit kam es immer wieder vor, dass wir auch an anderen Tagen ebenfalls nicht bei der Verlosung der Zustellung dabei waren.“

Pakete trotz Abstellgenehmigung einfach auf die Straße gestellt

Einfach vor die Tür auf die Straße gestellt oder über den Zaun geschmissen „trotz mehrfacher Abstellgenehmigung für einen geschützten Ort“ werden Pakete bei einer Bürgerin aus Niederwenigern.

Die Post hat sich bislang nicht weiter zu den Problemen geäußert. „Es wäre besser, wenn wir jeweils genau wüssten, an welchem Tag das war, um den Einzelfall zu prüfen“, so ein Sprecher.

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