Firmenpleite

Turbon-Logistik-Tochter im Hattinger Henrichspark ist pleite

Dunkle Wolken über dem Firmengelände am Ruhrdeich 10: Die Ruhrdeich Logistik Service GmbH hat den Betrieb zum 30. September eingestellt.

Dunkle Wolken über dem Firmengelände am Ruhrdeich 10: Die Ruhrdeich Logistik Service GmbH hat den Betrieb zum 30. September eingestellt.

Foto: Walter Fischer / Funke Foto Services GmbH

Hattingen.  Die Ruhrdeich Logistik Service GmbH hat den Betrieb eingestellt. 56 Mitarbeiter sind betroffen und haben Probleme mit dem Arbeitslosengeld.

Die Ruhrdeich Logistik Service GmbH hat ihren Betrieb eingestellt und ist in die vorläufige Insolvenz gegangen. Das dafür zuständige Amtsgericht Essen hat den Antrag am 30. September bestätigt.

„Das Unternehmen hat 53 Mitarbeiter freigestellt, drei weitere haben von sich aus gekündigt“, teilt ein Sprecher des Insolvenzverwalters auf Anfrage der WAZ mit. Mehr will die Kanzlei Ben Djemia in Herdecke zurzeit nicht sagen.

Die Betriebsleitung ist für die Mitarbeiter nicht erreichbar

Auch der Betrieb äußert sich nicht. Die Ruhrdeich Logistik Service GmbH ist eine Tochter der Turbon AG. Die firmiert unter derselben Adresse Ruhrdeich 10 und ist telefonisch nicht zu erreichen. Darüber beklagen sich auch von der Insolvenz betroffene Mitarbeiter im Gespräch mit der WAZ. Sie wollen namentlich nicht genannt werden, weil sie arbeitsrechtliche Nachteile befürchten.

„Wir haben am 26. September die mündliche Mitteilung erhalten, dass wir ab sofort nicht mehr zur Arbeit kommen sollen“, erzählen zwei von ihnen. Es habe für den September keine Gehaltszahlungen gegeben und auch keine Papiere. „Dadurch haben wir erhebliche Schwierigkeiten, weil wir kein Arbeitslosengeld beantragen können“, klagen die freigestellten Mitarbeiter. Auch für sie sei die Betriebsleitung zurzeit nicht erreichbar.

Die Turbon AG wurde 1962 als Turbon International GmbH gegründet und vermarktete zunächst schreibtechnische Produkte aller Art. Später spezialisierte man sich auf Farbbänder sowie das Wiederbefüllen von Tintenpatronen und Kartuschen für Laserdrucker.

Im Boomjahr 2000 erzielte Turbon einen Umsatzerlös von 300 Millionen Euro

Im Boomjahr 2000 erzielte Turbon einen Rekordumsatzerlös von rund 300 Millionen Euro. Danach ging es bergab. Die am Ruhrdeich sitzende Holding des börsennotierten und weltweit agierenden Konzerns baute drastisch Stellen ab und verlagerte die Produktion nach Rumänien und Thailand.

Standorte in den Niederlanden und England wurden geschlossen, die Spritzgussproduktion in Hattingen komplett aufgegeben.

Für das Jahr 2018 weist das Konzernjahresergebnis ein Minus von 7,6 Millionen Euro auf. Für 2019 kalkulierte die Turbon AG mit einem Konzernumsatz von 58 bis 60 Millionen Euro. Dabei sind die Ergebniszahlen für das erste Halbjahr bereits deutlich niedriger ausgefallen als geplant.

Für Renovierungsarbeiten werden Rückstellungen gebildet

Gründe sind nach einer Mitteilung des Unternehmens aus dem August 2019 die erneut schwächeren Umsätze mit Laserkartuschen, Einmalaufwendungen für Vorratsabschreibungen sowie die Bildung von Rückstellungen für notwendige Renovierungsarbeiten und Leerstände beim Immobilienvermögen.

Für das Jahr 2020 rechnet die Turbon AG schon jetzt mit einem weiteren Umsatzrückgang.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben