Theater

Theater in Hattingen: Schwarzer Humor und Heiratsschwindel

Die Katholische Laienspielschar Welper entführt mit der Komödie „Jubel, Trubel, Eitelkeit“ von Winnie Abel in eine Schönheitsklinik.

Die Katholische Laienspielschar Welper entführt mit der Komödie „Jubel, Trubel, Eitelkeit“ von Winnie Abel in eine Schönheitsklinik.

Foto: Svenja Hanusch / FUNKE Foto Services

Hattingen.   Die Katholische Laienspielschar Welper präsentiert „Jubel, Trubel, Eitelkeit“ in der Aula der Gesamtschule Hattingen. Das Theater kommt gut an.

„Damals haben wir mit dem Enkeltrick die alten Omas ausgenommen, heute machst du das mit dem Skalpell.“ Skrupellose Sätze wie diese ziehen sich durch die Komödie der Katholischen Laienspielschar Welper. Mit einer kuriosen Geschichte wartet das Theaterstück „Jubel, Trubel, Eitelkeit“ in der Aula der Gesamtschule Hattingen auf.

Moritz Engel ist von Beruf Heiratsschwindler, so sagt er. Gut, dass sein alter Freund Roland Meister Schönheitschirurg ist. Denn als Moritz wieder einmal einer Frau das Herz bricht, hetzt sie ihm einen Auftragskiller auf den Hals. Deshalb möchte sich der notorische Lügner operativ verändern lassen.

Verrückte Charaktere bei „Jubel, Trubel, Eitelkeit“

In der Klinik geht vieles nicht mit rechten Dingen zu: Als Chirurg Roland die Nasen-Operation eines Künstlers verpfuscht, ist für den Arzt klar: „Der muss weg. Sonst tratscht der in den besten Kreisen.“ Gleichzeitig versucht der Heiratsschwindler, die Lottomillionärin Rosa Schulze um den Finger zu wickeln.

„Jubel, Trubel, Eitelkeit“ besticht vor allem durch die verrückten Charaktere – und die erwecken die Schauspieler der Laienspielschar gekonnt zum Leben. Ebenso ansprechend ist die Kulisse. Grelles Licht scheint von der Decke hinab, alles erstrahlt in rosa und weiß. Der Raum wirkt steril und aufgeräumt. Auf der Bühne ist ein Empfangstresen zu sehen, an der Seite stehen Tische mit Stühlen. An der Wand weist ein Schild zum Operationssaal.

Komödien kommen beim Hattinger Publikum an

Gerade kommt Moritz Engel hervor. Er hat seine Schönheitsbehandlung hinter sich. Haartolle und Schnurrbart sind tiefschwarz, das Gesicht faltenfrei. Frisch geliftet stellt er Rosa nach. Die bietet ihm ihr liebstes Gebäck an. „Möchten sie auch ein paar Schweineohren?“ Er greift zu. „Doch was sind diese Öhrchen schon gegen Ihre Augen“, schmeichelt er.

Die Zuschauer lachen laut auf, klatschen Beifall. Bereits seit Anfang Februar haben sich die Schauspieler auf die Aufführung vorbereitet. Das Stück hat die Theatergruppe nicht ohne Grund ausgewählt. „Komödien wie diese kommen bei den Zuschauern­ eigentlich immer gut an“, erklärt Geschäftsführer Hartmut Stevens. „Wir haben es mal mit einem englischen Stück versucht, doch diese Art Schauspiel passt einfach­ nicht zu uns und unserem Publikum.“

Schauspieler bleiben immer nervös

Trotz der jahrelangen Erfahrung seien die Akteure vor einer großen Aufführung immer noch ein wenig nervös. „Eine gewisse Anspannung muss da sein. Sonst unterschätzt man die Situation womöglich.“

Bevor es los geht, führt die Laienspielschar ihr ganz eigenes Ritual durch. „Wir umarmen uns und machen uns gegenseitig Mut. Um die Stimmung zu lockern, trinken wir dann gemeinsam einen Schnaps.“ Stevens schmunzelt. „Wichtig ist es auch, die Requisiten noch einmal zu checken.“ Er erinnert sich: „Einmal hätte ich auf der Bühne eine Axt gebraucht. Doch die war nicht da. Aber so lange man ein wenig improvisieren kann, geht alles gut. Die Zuschauer haben schließlich kein Textbuch.“

Zwischenapplaus und Jubel für die Schauspieler

Doch heute geht alles gut. Die kurzweiligen Dialoge und die abgedrehten Geschichten der Figuren machen die Aufführung zu einer runden Sache. Eine Pointe nach der anderen bringt die Zuschauer zum Lachen. Die belohnen die Darsteller immer wieder mit Zwischenapplaus und am Ende mit lauten Jubelrufen.

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