Zeltfestival

Suomi-Rock für alle zwischen 7 und 70

Sunrise Avenue mit Sänger Samu Haber.

Sunrise Avenue mit Sänger Samu Haber.

Foto: Ingo Otto / WAZ FotoPool

Hattingen.  Die finnische Rock-Band Sunrise Avenue spielt ein begeisterndes Konzert beim Zeltfestival. 4000 Fans schwitzen mit – und Sänger Samu Haber scheitert an Grönemeyers Hymne „Bochum“.

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Von ruhigeren Balladen bis zum Schwermetall-Gewitter: Musikalisch haben Sunrise Avenue alles drauf. Nur an „Bochum“ scheitern sie kläglich. Er habe ernsthaft versucht, sich die Grönemeyer-Hymne eigens für das Zeltfestival draufzuschaffen, erzählt Samu Haber. Doch der stimmgewaltige Sänger ist bei der Herbie-typischen Intonation aufgeschmissen: „Ich versteh’ kein Wort. Ich lass es lieber...“

Auch ohne „Bochum“ setzten die Finnen am am Montagabend ein Glanzlicht am Kemnader See. Rund 4000 Fans im Sparkassenzelt feierten die Suomi-Rocker, die auch bei ihrem zweiten Zeltfestival-Auftritt nach 2010 überzeugen konnten.

Das ist vor allem Samu Haber (36) zu verdanken. Die Show ist ganz auf den Frontmann zugeschnitten, der sein stimmliches Volumen ausschöpft und maßgeblich dafür sorgt, dass Sunrise Avenue seit ihrer Gründung vor zehn Jahren zur exzellenten Live-Gruppe gereift sind. Die Mädels im Publikum schmelzen bei den sanfteren Nummern dahin; die Kerls lassen es bei den gitarrenlastigen Hardrock-Nummern krachen. Geschlechtsübergreifend herrscht Einigkeit: Die Finnen sind massentauglich, von einer durchgestylten Mainstreamband aber weit entfernt.

Abseits ihrer großen Hits von „Hollywood Hills“ über „I Don’t Dance“ bis „Fairytale Gone Bad“ zeigen sie auf der Bühne ihr exzellentes, sehr erwachsenes Können, interpretieren ihre Songs voller Wucht und Lust, begeistern auch und gerade in den Passagen, in denen sie einen Gang zurückschalten. Die Zielgruppe bewegt sich zwischen 7 und 70 und findet sich vollzählig in der Zeltstadt wieder. Alle-samt zelebrieren sie einen großartigen Abend, ganz sicher einen der Höhepunkte des Festivals 2012.

Die Lokalpatrioten kommen am Ende doch noch auf ihre Kosten. Für die Zugabe entledigen sich Samu, Raul, Sami und Riko ihrer durchgeschwitzten Shirts und kehren in den Trikots des VfL Bochum zurück – blau-weiße Glückseligkeit.

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