Freizeit

Stadtgeschichte in Postkarten

Hans-Dieter Pöppe

Hans-Dieter Pöppe

Foto: Haenisch / waz fotopool

Sprockhövel.  Hans-Dieter Pöppe sammelt seit 45 Jahren historische Ansichten aus Sprockhövel und Hattingen. Der Heimatkundler nennt mehr als 10 000 Bilder sein Eigen.

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Wenn Hans-Dieter Pöppe heute sagen sollte, wie seine Sammelleidenschaft begann, dann gibt er ehrlich zu: „Ich weiß es nicht, ich kann das nicht erklären.“ Mit Heimatkunde habe er eigentlich nie was am Hut gehabt. Der Elektromeister (69) erinnert sich nur daran: „Es war Weihnachten 1969 und meine Schwester kam zu Besuch. Sie brachte ein Album mit und wir schauten alte Fotos an.“ Das war wohl die Initialzündung, heute befinden sich mehr als 10 000 historische Postkarten und alte Fotos von Hattingen und Sprockhövel aber auch anderen Städten des Ennepe-Ruhr-Kreises im Besitz des engagierten Heimatkundlers.

Der Raum, den er liebevoll „Mein Hobbyzimmer“ nennt, ist möbliert mit Archivschränken, die bis unter die Decke reichen. Die Fotos und Postkarten, von denen die älteren noch handkoloriert sind, stecken in transparenten Schutzhüllen, sind säuberlich einsortiert: „Die roten bezeichnen die Orte, die gelben die Straßen oder Bereiche“, erläutert der Archivar sein selbst entwickeltes System.

Es gibt auch wunderbar nostalgische Darstellungen, die Pöppe kritisch betrachtet: „Schauen Sie, wie übergroß der repräsentative Gastraum des Hotels Hohenzollern hier in der Lithografie dargestellt ist. Auf einem Foto kann man sehen, dass die Räume wesentlich kleiner waren“, empört sich Pöppe scherzhaft über den Marketing-Trick aus der Zeit der Großväter.

Andere Reiter in seinem Archiv sind mit Buchstaben und Ziffern gekennzeichnet: Das X steht für Orte in der ehemaligen DDR, hier wird mit den alten, vierstelligen Postleitzahlen gearbeitet. „Hast Du was aus 4322?“ lauten etwa die Fragen der Sammlerkollegen, die, wie Pöppe auch, mehrmals im Jahr Tauschbörsen in Köln oder Düsseldorf besuchen. Aber Hans-Dieter Pöppe kann in den letzten Jahren so viel Begehrenswertes nicht mehr finden, weil er selbst der Experte für die Städte Hattingen und Sprockhövel ist. Nur ganz selten muss er für ein Wunsch-Exponat noch einmal ein paar Euro berappen, häufig bekommt er, was er haben möchte, im Tausch gegen seine Kostbarkeiten.

Seine anfängliche Euphorie, Karten aus allen neun Städten des Kreises zu sammeln, hat sich angesichts der Menge der Exponate gelegt: „Einen Teil der Sammlung habe ich an Kollegen weitergegeben, weil ich mich auf Hattingen und Sprockhövel spezialisiert habe.“ Die „Bezugsquelle Pöppe“ schätzen auch die Archivare der beiden Kommunen, Karin Hockamp und Thomas Weiß. Mit Karin Hockamp zusammen hat Hans-Dieter Pöppe das Buch „Sprockhövel wie es früher war“ veröffentlicht, das viele seiner Sammelstücke und Heimatgeschichte enthält.

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