Politik

Spielplatz am Hattinger Rathaus abgelehnt

Wo im Sommer noch Getreide geerntet und verbacken wurde, soll kein Kinderspielplatz entstehen.

Wo im Sommer noch Getreide geerntet und verbacken wurde, soll kein Kinderspielplatz entstehen.

Foto: Fischer

hattingen.   Ausschüsse halten den Vorschlag der Linken für unnötig. Statt einen Platz neu zu bauen, sollen bestehende Anlagen altersgerecht ausgebaut werden.

Auf der Rasenfläche am Rathaus soll es nach dem Getreidefeld keinen Spielplatz geben. Weder der Jugendhilfe- noch der Schul- und der Bauausschuss konnten sich für das Vorhaben der Linken erwärmen, das auch für eine Belebung der oberen Hegger­straße sorgen sollte, und lehnten es ab. Statt dessen soll aber der Etat zur Sanierung der bestehenden Spielflächen in Hattingen erhöht werden.

Friedhelm Knippel hatte beantragt, im Haushalt 30.000 Euro zur Planung eines Spielplatzes auf der Wiese vor dem Rathaus einzustellen. „Im Jahr 2019 soll auf der Fläche ein Kartoffelacker entstehen. Eine Folgenutzung ist nicht festgelegt“, begründete er. In der Innenstadt gebe es keinen Spielplatz, „von der kümmerlichen Fläche beim Synagogenplatz abgesehen“. Ein Spielplatz, der zentral ist und Aufenthalt für Kinder während des Einkaufs der Eltern bietet, belebe die Innenstadt und besonders den oberen Bereich der Heggerstraße nach Ansicht des Antragstellers.

Die anderen Politiker konnten sich ein solches Projekt neben dem Rathaus schlecht vorstellen. Dass Kinder spielen, während ihre Eltern einkaufen gehen. Würden Jungen und Mädchen das ohne Aufsicht im Alter von unter sechs Jahren tun, bekämen sie es mit Juliane Lubisch zu tun, wie die Leiterin der Abteilung Erziehungshilfe der Stadt bei der Diskussion im Jugendhilfeausschuss deutlich machte. Denn dann hätten die Eltern ihre Aufsichtspflicht verletzt.

Auseinandersetzung mit Spielflächenplan

Es gab Gespräche darüber, in welchem Alter Kinder noch mit ihren Eltern einkaufen gehen. Argumente, dass die Größeren auch andere, gut erreichbare Plätze aufsuchen und nicht nur einen bespielen, sondern sich auf unterschiedlichen treffen. Und schließlich mit Blick auf den Haushalt die Entscheidung, künftig zwei Schwerpunktspielplätze im Jahr aus dem Bestand zu fördern. Der Ausschuss überlegt, bestimmte Plätze für bestimmte Altersgruppen attraktiv zu machen und sie entsprechend auszustatten und zu sehen, ob der Spielflächenplan völlig neu aufgestellt werden muss oder ob an den vorherigen angeknüpft und dieser ausgebaut werden kann.

Sitzgelegenheiten vermisst

Am Rathausplatz soll es jedenfalls keinen neuen Spielplatz geben. Auch wenn die einzelnen Spielgeräte auf der Heggerstraße die Linke nicht zufriedenstellen, weil sie nur von ein bis zwei Kindern genutzt werden könnten und diese nur ganz kurz damit spielten. Friedhelm Knippel hätte gern eine neue, attraktive Möglichkeit geschaffen, statt den Bestand aufzupeppen. Spielmöglichkeiten beispielsweise vermisst er auch im Hillschen Park und dazu Sitzgelegenheiten für die Eltern.

<<<Anderer Antrag wird erneut gestellt im Rat

In der Ratssitzung im Dezember werden Piraten-Linke einen anderen Antrag erneut zur Abstimmung stellen – den zur Einführung einer zentralen Kita-Onlineanmeldung.

Der Antrag hätte im Jugendhilfeausschuss ausführlich diskutiert werden sollen. Was nicht geschehen sei. „Daher stellen wir unseren Antrag nun erneut“, heißt es.

Leserkommentare (1) Kommentar schreiben