SOZIALER ARBEITSMARKT

„Sozialer Arbeitsmarkt“ ist für diesen Hattinger neue Chance

Seine berufliche Zukunft sieht Mathias Werner (37) schon länger im Sport und im pädagogischen Bereich. Beim TuS Hattingen hat er nun eine Stelle als Jugendfußballkoordinator erhalten.

Seine berufliche Zukunft sieht Mathias Werner (37) schon länger im Sport und im pädagogischen Bereich. Beim TuS Hattingen hat er nun eine Stelle als Jugendfußballkoordinator erhalten.

Foto: Svenja Hanusch / FUNKE Foto Services

Hattingen.  Über sieben Jahre war Mathias Werner arbeitslos, jetzt hat er beim TuS Hattingen eine Stelle bekommen – mithilfe des „Sozialen Arbeitsmarktes“.

„Ich freue mich jeden Tag aufs Neue auf meinen grünen Arbeitsplatz“, sagt Mathias Werner. Der grüne Arbeitsplatz: Das ist sein neuer Job beim TuS Hattingen. Die Chance auf eine Rückkehr ins Berufsleben eröffnet hat dem 37-Jährigen dabei der zum 1. Januar neu eingeführte „Soziale Arbeitsmarkt“: Über Lohnkostenzuschüsse aus Bundesmitteln werden in Firmen, Kommunen und bei gemeinnützigen Trägern Stellen für Langzeitarbeitslose geschaffen.

So wie Matthias Werner einer war.

Beim Jugendamt der Stadt Bochum hat er früher gearbeitet, „doch dort bin ich gesundheitlich gescheitert – Burnout“. Es folgten Therapien, voll- und teilstationäre, schließlich landete Mathias Werner 2010 in der Arbeitslosigkeit. Bis er zum 1. März beim TuS Hattingen als Sportkoordinator der Fußballjugend eine neue feste Stelle erhielt. 40 Wochenstunden, nach Tariflohn entlohnt.

Eine Mitarbeiterin des Jobcenters unterstützt ihn zudem regelmäßig bei der Wiedereingliederung: vom Zeitmanagement bis zu Organisationsfragen in Alltagsdingen.

Wahrwerdung eines Traums

Seine Stelle beim TuS ist für Mathias Werner dabei die Wahrwerdung eines Traums, über den er im vergangenen Sommer erstmals mit Klaus Kampmann, dem Präsidenten des TuS, gesprochen hat.

In dessen Klub am Wildhagen ist Mathias Werner seit 2012 ehrenamtlich als Jugendfußballtrainer tätig, hier habe er „etwas aufgebaut“, sagt er. Und hier wollte er unbedingt bleiben. Auch als er realisiert hatte, dass es ihm gesundheitlich wieder besser ging; er den Entschluss fasste, möglichst bald wieder finanziell unabhängig zu sein.

„Für mich war dabei klar, dass meine berufliche Zukunft im Sport und im pädagogischen Bereich liegt.“ Und nicht mehr in einer Verwaltungsbehörde.

Als er von Mathias Werners Wunsch erstmals gehört habe, sei er „schon überrascht gewesen“, gesteht Klaus Kampmann. Auch habe er nicht gewusst, wie ein nur 1500 Mitglieder großer Verein eine solche Stelle finanzieren solle.

Mitarbeiterin des Jobcenters EN machte auf das neue Gesetz aufmerksam

Bis eine Mitarbeiterin des Jobcenters EN mit Mathias Werner über das im November vom Bundestag verabschiedete neue Teilhabe-Chancen-Gesetz zum Sozialen Arbeitsmarkt sprach, an dem der heimische Bundestagsabgeordnete Ralf Kapschack (SPD) maßgeblich mitgearbeitet hat.

Nach diesem übernimmt der Bund für Frauen und Männer, die in den vergangenen sieben Jahren mindestens sechs Jahre Arbeitslosengeld bezogen haben, in den ersten zwei Jahren den vollen Lohn, danach sinkt der Zuschuss jährlich um zehn Prozent. Die maximale Förderdauer beträgt fünf Jahre. „So ist das Ganze für uns zunächst mal kostenneutral“, sagt Klaus Kampmann.

Der erste hauptamtliche Jugendkoordinator des TuS

http://Hier_gibt_es_mehr_Artikel,_Bilder_und_Videos_aus_Hattingen{esc#225920777}[teaser]Am Wildhagen ist Mathias Werner nun also der erste hauptamtliche Jugendkoordinator des TuS, doch eigentlich, sagt der 37-Jährige selbst, „bin ich hier Mädchen für alles“. Die D1-Jugend trainiert er, er organisiert Trainingszeiten, Trainingslager, Turniere für die Nachwuchskicker, schenkt ihnen Getränke im Vereinsheim aus; und ab und an hilft er sogar bei den Hausaufgaben.

In Kürze wollen Klaus Kampmann und Co. ihn zudem einarbeiten in die Verwaltungsaufgaben des Vereins. Und schließlich steckt Mathias Werner voller Ideen für neue Projekte.

Der Verein will ihm helfen fit zu werden für eine adäquate Stelle von Dauer

„Es macht mich sehr glücklich, dass ich wieder Verantwortung übernehmen und beim TuS Dinge mit Mehrwert für die Mitglieder entwickeln darf“, betont er. Und Klaus Kampmann sagt: „Wir werden ihm helfen, dass er bei uns fit zu wird, auf Dauer eine adäquate Stelle bei einem Arbeitgeber zu finden, der ihn komplett allein bezahlen kann.“

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