Attacke

Reifen zerstochen: Anschlag auf den Hattinger Tier-Notruf

Leiter des Tier-Notruf Jörg Schlüter ist entsetzt über die Attacke auf die Reifen eines Fahrzeugs des Tier-Notrufs.

Leiter des Tier-Notruf Jörg Schlüter ist entsetzt über die Attacke auf die Reifen eines Fahrzeugs des Tier-Notrufs.

Foto: Uwe Möller / FUNKE Foto Services

Hattingen.  An einem Auto des Tier-Notrufs in Hattingen wird ein Reifen zerstochen - vermutlich ein gezielter Anschlag. Die Polizei sucht jetzt den Täter.

Am helllichten Tag wurde an einem Einsatzfahrzeug des Tier-Notrufs am Dienstag auf der Augustastraße ein Reifen zerstochen. Jörg Schlüter, Chef des Tiernotrufs, ist entsetzt. Er hat Anzeige erstattet. Außerdem strengt er ein Gerichtsverfahren wegen übler Nachrede an.

Am Dienstagmittag gegen 13 Uhr zerstachen unbekannte Täter in Höhe des Ärztezentrums den hinteren linken Reifen des Einsatzfahrzeugs des Tier-Notrufs. „Ein Kollege war unterwegs und hat den platten Reifen bemerkt, als er zum Auto zurückkam“, berichtet Schlüter.

Gezielter Anschlag auf Tiernotruf vermutet

Dass der Reifen durchstochen wurde, sei eindeutig, das bestätigte auch die Polizei. Schlüter hatte Anzeige erstattet. Er vermutet einen gezielten Anschlag auf den Tier-Notruf.

Die Möglichkeiten der Polizei sind beschränkt: Meist meldeten sich die Zeugen solcher Vorfälle selbst bei der Polizei, erklärt Sprecherin Vera Viebahn. Bisher seien aber keine Hinweise eingegangen. Auch Fingerabdrücke führten in diesem Fall nicht weiter. „Gummi ist so porös, davon lässt sich kein Abdruck sichern“, erklärt Viebahn. Das gleiche Problem habe man derzeit im Fall illegal entsorgter Reifen in Ennepetal.

Fingerabdrücke nur mit aufwändigem Verfahren

Zwar gebe es die Möglichkeit, mit speziellen Gerätschaften Abdrücke von Landeskriminalamt erstellen und untersuchen zu lassen. Da dieses Verfahren sehr teuer und aufwändig ist, kommt es aber bei Sachbeschädigungen in der Regel nicht zum Einsatz.

Jörg Schlüter geht von einem gezielten Angriff aus. Auch der Polizei sind keine Häufungen derartiger Fälle bekannt. Schlüter sieht sich besonders auf Facebook Anfeindungen ausgesetzt. Als Ursache dafür betrachtet er Artikel von Ruhrkanal News, in denen dem Tier-Notruf unlauteres Geschäftsgebaren vorgeworfen wird. Hattinger Fundtiere würden stets für einen hohen Kostenbeitrag nach Bochum gebracht, wo sie dann umständlich wieder abgeholt werden müssten.

Gefährdung von Menschen

Schlüter weist die Vorwürfe von sich, bezeichnet sie als Lügen. Er strengt deshalb ein Gerichtsverfahren gegen Ruhrkanal News an. Weniger Aufträge habe er im übrigen nicht zu beklagen. „Im Gegenteil, es werden sogar immer mehr Einsätze“, erklärt Jörg Schlüter.

Die Attacke auf die Reifen des Tier-Notruf-Pkw schockiert ihn. „Die Sachbeschädigung ist eines, der Wagen war nach einer Stunde wieder einsatzbereit. Aber das hätte ganz böse ins Auge gehen können, wenn der Reifen erst beim Fahren geplatzt wäre“, sagt er. Dann hätten Menschen verletzt werden können.

Hinweise an die Polizei

Wer Hinweise zu dem oder den Tätern hat, sollte die Polizei informieren. Die Hattinger Wache an der Nierenhofer Straße ist erreichbar unter 02324/ 9166-6000.

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