Literaturpreis

Preisträgerinnen stellen in Hattingen ihre Geschichten vor

Die Preisträgerinnen des 22. Hattinger Förderpreises für Junge Literatur - Corinne Wüstenberg (18) aus Berlin (l.) gewann den Publikumspreis. Elisa Wächtershäuser (21) aus Butzbach bei Frankfurt (r.) überzeugte die Jury.

Die Preisträgerinnen des 22. Hattinger Förderpreises für Junge Literatur - Corinne Wüstenberg (18) aus Berlin (l.) gewann den Publikumspreis. Elisa Wächtershäuser (21) aus Butzbach bei Frankfurt (r.) überzeugte die Jury.

Foto: Manfred Sander / WAZ FotoPool

Hattingen.  Schon 2013 fand die Verleihung des 22. Hattinger Förderpreises für junge Literatur statt. Bei der Lesematinée am Sonntag lasen die jungen Autorinnen Elisa Wächtershäuser - sie wurde mit dem Jurypreis ausgezeichnet - und Corinne Wüstenberg, die Gewinnerin des Publikumspreises.

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„Es ist genau neun Uhr als . . .“ Eine zarte, ruhige Stimme erfüllt den Zuschauerraum. Mit gesenkten Augenlidern formt Corinne Wüstenberg die Worte der vor ihr liegenden Kurzgeschichte - ihrer Geschichte. Denn am Sonntagvormittag fand die traditionelle Lesematinée der Gewinner des „22. Hattinger Förderpreises für junge Literatur“ in den Räumen des Stadtmuseums statt. Corinne Wüstenberg, Gewinnerin des Publikumspreises, und Elisa Wächtershäuser, die mit dem Jury-Preis ausgezeichnet wurde, trugen neben ihren Gewinnertexten auch weitere Kurzgeschichten vor.

Die 18-jährige Corinne aus Berlin eröffnete die Lesung. „Ich schreibe gern Geschichten, die einen philosophischen Ansatz verfolgen, aber dabei über eine gewisse Dramatik verfügen“, erklärt sie. Schon früh fingen die jungen Autorinnen mit dem Schreiben an. Elisa erinnert sich: „Sobald ich schreiben konnte, habe ich angefangen, Geschichten aufzuschreiben.“

Erfolge bei anderen Wettbewerben

Die beiden Autorinnen schreiben und lesen ihre Geschichten über das Leben, über die Liebe, über den Tod. Sie schreiben mit einer solchen Detailliebe und Sensibilität, als hätten die jungen Frauen die Geschichten, die sie schildern, selbst erlebt. So wundert es nicht, dass die Zuhörer an diesem Vormittag an ihren Lippen hängen, schmunzeln - und sich nicht selten selbst in den Worten der jungen Autorinnen wiederfinden.

Beide haben auch schon an anderen Wettbewerben teilgenommen. Es sei schön und „hilfreich, Feedback zu erhalten“ und auch der Austausch mit anderen Nachwuchs-­Autoren „erweitere den eigenen literarischen Horizont“, sagen sie. Die 21-jährige Elisa wurde im vergangenen Jahr Preisträgerin des jungen Literaturforums Hessen-Thüringen und Stipendiatin des Literaturlabors Wolfenbüttel.

Ein Preis speziell für junge Nachwuchsautoren

„Als die Kultur- und Bildungskooperative Hattingen Schulenberg den Förderpreis 1990 ins Leben rief, ging es uns darum, jungen Autoren eine Plattform zu bieten,“ schildert Jurymitglied Jürgen Wilbert und führt aus: „Die Lesematinée, für die die Nachwuchsautoren auch ein Honorar von 250 Euro erhalten, ist im Grunde der Preis, den die Gewinner mit nach Hause nehmen.“

In diesem Jahr wird der Hattinger Förderpreis zum 22. Mal verliehen. „Es gibt viele Literaturpreise, aber nur wenige richten sich speziell an junge Nachwuchsautoren“, erklärt Wilbert. Daher sei der Preis auch überregional anerkannt – bis 2012 gab es rund 2500 Bewerbungen aus 16 Ländern, darunter unter anderem aus Österreich, Polen oder Griechenland.

Jury wählt aus 156 Bewerbungen

Für die aktuelle Ausgabe des Förderpreises hatte die Jury aus insgesamt 156 Bewerbungen ihren Favoriten auszuwählen. Schon im September 2013 fand die Verleihung des Preises für junge Literatur statt, bei dem die insgesamt acht Favoriten ihre selbst geschriebenen Prosa-Texte vortrugen. Elisa und Corinne gingen dabei als Siegerinnen hervor.

Doch das Schreiben zum Beruf zu machen, kommt für die beiden Gewinnerinnen nicht in Frage. Corinne, die in diesem Jahr ihr Abitur macht, möchte Regisseurin werden. Elisa studiert Medizin in Marburg und erklärt: „Das Schreiben und die Literatur sind ein wichtiger Teil in meinem Leben. Doch möchte ich auch Erfahrungen fern weg vom Schreibtisch sammeln und so meinen Blick auf die Welt weit halten.“ Und Corinne ergänzt: „Mir ist es wichtig, die Freiheit zu bewahren, wann man seiner Kreativität freien Lauf lässt - und sich nicht zum Schreiben gezwungen zu fühlen.“

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