Bahnverkehr

Tätersuche nach Metallrohr-Wurf auf S-Bahn ist ohne Erfolg

Auf die S3 in Hattingen warfen Unbekannte im Juli ein Metallrohr.

Auf die S3 in Hattingen warfen Unbekannte im Juli ein Metallrohr.

Foto: Fischer / Funke Foto Services GmbH

Hattingen.  Nahe des Hattinger Bahnhofs wurde im Juli ein Rohr auf die S-Bahn geworfen. Es kam es zu Zugausfällen und Verspätungen. Gesetz sieht Haft vor.

Trotz eines Aufrufs an Zeugen, sich zu melden, konnte die Bundespolizei die Täter nicht ermitteln, die ein Metallrohr auf die S-Bahn geworfen hatten. Die Tat, die am Sonntagabend, 21. Juli, kurz nach 19 Uhr geschah, hatte weitreichende Folgen für den Bahnverkehr. „Wir haben niemanden ermitteln können, zumal der Bereich nicht videoüberwacht ist, und haben den Vorfall jetzt an die Staatsanwaltschaft weitergegeben“, sagt Volker Stall, Pressesprecher der Bundespolizeiinspektion Dortmund, die für Hattingen zuständig ist.

Massive Behinderungen im Bahnverkehr

Folgenreich war dieser gefährliche Eingriff in den Bahnverkehr im Bereich der Nierenhofer Straße, an der die S 3 den Bahnhof Hattingen Mitte verlässt. Das Rohr prallte von dem Zug ab und berührte die Oberleitung. Dadurch kam es zu einem Kurzschluss im Oberleitungsnetz, die S 3 konnte nicht weiterfahren. Durch die beschädigten Oberleitungen kam es zu massiven Behinderungen im Bahnverkehr.

18 Züge waren in der Zeit von 19 bis 21.15 Uhr betroffen, erklärte eine Bahnsprecherin. Davon hatten sechs Züge mehr als eine Stunde Verspätung, sechs weitere fielen ganz aus, die übrigen teilweise. Zeugen hatten angegeben, Kinder dabei beobachtet zu haben, wie sie einen Gegenstand auf den fahrenden Zug geworfen haben.

Gefahren an der Bahnstrecke

„Für uns ist das kein Dummer-Jungen-Streich“, sagt Volker Stall. „Es ist wirklich ein gefährlicher Eingriff auf den sechs Monate bis zehn Jahre Gefängnis stehen.“ Immer wieder komme es vor, dass Steine auf fahrende Bahnen geworfen oder Baumstümpfe auf Schienen gelegt würden. Das alles sei hoch gefährlich, weil Teile in die Bahn dringen könnten und Menschen dadurch gefährdet würden. Wenn es, wie zunächst vermutet, Kinder waren, die das Metallrohr auf die Schienen geworfen haben, dann könne man sie ohnehin nicht belangen, da sie strafunmündig sind, erklärt Stall. Bei Jugendlichen ab 14 Jahren sieht die Lage da schon ganz anders aus.

„Man kann aber auch nicht alles abriegeln, wir haben 3000 Kilometer Bahnstrecke. Und selbst, wenn man alles einzäunen würde, gäbe es immer wieder irgendwelche Dummköpfe, die Gefahren auf die Schiene bringen“, sagt Stall aus Erfahrung. Die Bundespolizei ist aus dem früheren Bundesgrenzschutz erwachsen und sorgt für Luftsicherheit an Flughäfen und für Sicherheit an Bahnhöfen.

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