Stolperfallen

Passanten fallen über hoch stehende Platten in Welper

Solche Stolperfallen auf dem Marktplatz in Hattingen-Welper an der Thingstraße sind vielen Passanten zum Verhängnis geworden.

Solche Stolperfallen auf dem Marktplatz in Hattingen-Welper an der Thingstraße sind vielen Passanten zum Verhängnis geworden.

Foto: Walter Fischer / Funke Foto Services GmbH

Hattingen.  Monatelang reagierte die Stadt Hattingen nicht auf die Meldung von Stolperstellen in Welper. Viele Bürger fielen hin. Wie die Lage jetzt ist.

Sabine Clauß ist froh, dass eine gefährliche Stolperstelle in Welper jetzt Geschichte ist. Sie hatte sich mit einem Leserbrief an die WAZ-Redaktion gewandt. Die Stadt bezieht Stellung: Dass Frau Clauß hinfiel, müsse bedauerlicherweise in dem Zeitraum geschehen sein, als die Stadt den Auftrag zur Ausbesserung an die Firma zwar schon erteilt hatte, aber diese die Arbeiten aufgrund der Auftragslage nicht direkt durchführen konnte.“ Noch während die WAZ-Anfrage läuft, wird der Schaden behoben.

Sabine Clauß berichtet von ihren Sturz an der Thingstraße: Wie jeden Montagabend ging Sabine Clauß Ende September mit Chorkollegin Anne Prinz von der Probe nach Hause. Auf der Höhe der Pizzeria Singh stolperte Clauß so heftig über eine hochstehende Betonplatte, dass sie sich gegen 21 Uhr in notärztliche Behandlung begab. „Ich habe mein rechtes Knie arg verletzt“, schreibt sie. „Gott sei Dank gab es keine knöcherne Verletzung“, jedoch eine starke Prellung und „heftige Schmerzen“.

Stolperstelle in Hattingen-Welper ist der Stadt bekannt gewesen

Da war diese Stolperstelle der Stadt schon bekannt. Und Sabine Clauß ist nicht die einzige, die hier fiel. Anwohner Joachim Kliem bestätigt, dass immer wieder Leute stolperten, weil die Gehwegplatten sich hoben. Vom Balkon aus kann er die Stelle vor der Pizzeria gut einsehen. „Vor ein paar Wochen ist ein älterer Mann mit Einkaufstaschen an beiden Händen hingefallen“, erinnert er sich. Auch Pizzabäcker Palwindr Singh spricht von „mindestens zwei Leuten täglich“, die hingefallen seien. Sogar aufgeschürfte Hände und Blut am Kopf hatten die Stürze schon zur Folge gehabt.

Viele der Gestürzten hätten sich danach an die Stadt gewandt, auch seitens der Pizzeria sei das geschehen. Aber über Monate sei nichts passiert. Pressesprecherin Julia Wagner bestätigt, dass Beschwerden bei der Stadt eingegangen seien. Die so genannten städtischen „Straßenbegeher“ hätten diese Stelle registriert, diese jedoch nicht als „akute Unfallstelle eingestuft“. Wäre sie als akut eingestuft worden, wäre sie schneller beseitigt worden.

Das Problem haben Anwohner Anfang des Jahres bemerkt

„Wir wünschen uns von Seiten der Stadt natürlich auch, dass es manchmal schneller geht“, gesteht Wagner. Kliem schätzt, dass das Problem bestimmt schon seit Beginn des Jahres bestand. „Die Kante zog sich über den ganzen Bürgersteig“, beschreibt der Anwohner die Stelle, sieben Platten seien vor der Bank erhöht gewesen. Die fünf „richtig hoch stehenden Platten“ in der Nähe habe man eher gesehen, schätzt Kliem.

Anne Prinz meint, dass es „jede Menge Stolperfallen“ gebe, was auch die Pressesprecherin bestätigt. „Die besagte Stelle war eine von vielen.“ Teilweise sei es „total buckelig durch die Wurzelbildung der Bäume, die dann die Platten nach oben drücken“, meint Prinz. Dass Bäume deshalb abgeholzt würden, möchte sie aber auf keinen Fall. Laut der Stadt gibt es extra „Straßenbegeher“, die regelmäßig Gehwegabschnitte begutachten. „Von den städtischen Straßenbegehern werden die Unfallgefahren festgehalten und dann dementsprechend gehandelt“, erklärt Julia Wagner.

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