Am Ende der Woche

Klimaschutz beginnt auch in Hattingen beim Brötchenholen

Ulrich Laibacher, Redaktionsleiter der WAZ Hattingen

Ulrich Laibacher, Redaktionsleiter der WAZ Hattingen

Foto: Volker Speckenwirth / WAZ

Hattingen.  Rat und Verwaltung streiten über Klimaschutz. Die Grünen fordern Tempo. Die Stadt hat kein Geld. Dabei kann jeder Bürger selbst eine Menge tun.

Greta Thunberg ist überall. Die schwedische Umweltaktivistin ist das Gesicht einer weltweiten Diskussion über Klimaschutz, die in Deutschland durch das Abschneiden der Grünen bei der Europawahl noch befeuert wird. Dabei sind die nassen Vorboten des Themas längst auch in Hattingen angekommen. Der Klimawandel ist bereits da. Starkregen mit Überschwemmungen waren lange Zeit Jahrhundertereignisse. Jetzt ist alle vierzehn Jahre damit zu rechnen. Die Zahl extremer Hitzetage wird stark zunehmen, extremer Dauerfrost auf der anderen Seite kaum nachlassen. Das sind die Tatsachen, und wir bekommen sie zu spüren.

Besser ist es, das Machbare zu definieren

Die Menschen werden sich umstellen müssen. Aber Städte und Gemeinden seien eben auch in der Verantwortung, sich um das Thema zu kümmern. So hat es Stadtentwicklerin Regine Hannappel formuliert, als das Klimaschutzkonzept auf den Weg gebracht wurde. Beides ist richtig. Und darum darf über das Tempo beim Klimaschutz ruhig einmal gestritten werden.

In den Zielen sind Rat und Verwaltung nicht weit auseinander. Um die Umsetzung wird gerungen. Um Geld. Um Personal. Sich gegenseitig unter Generalverdacht zu stellen, hilft nicht weiter. Besser ist es, das Machbare zu definieren. Ein Kompromiss ist nicht immer die schlechteste Lösung.

Ein Drittel der Gebäude sind Ein- und Zweifamilienhäuser.

Aber auch die Bürger selbst können etwas tun. Ein Drittel der Hattinger Gebäude sind Ein- und Zweifamilienhäuser. Wenn die Eigentümer bei der energetischen Sanierung nicht mitziehen, kommt der Klimaschutz nicht voran. Auch wer das Auto stehenlässt und zum Bäcker radelt, hilft der Umwelt ein Stück weiter. Das geht ganz einfach – auch ohne politischen Beschluss.

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