Gericht

Hattinger Amtsgericht kann Drogenhandel nicht beweisen

Der Handel mit Drogen war dem Angeklagten vor dem Amtsgericht am Mittwoch nicht zu beweisen.

Der Handel mit Drogen war dem Angeklagten vor dem Amtsgericht am Mittwoch nicht zu beweisen.

Foto: MÜLLER, Oliver / WAZ FotoPool

Hattingen.  Drogenhandel ist dem Hattinger Angeklagten nicht nachzuweisen. Wegen des Besitzes von Rauschgift wird er aber zu 2400 Euro Geldstrafe verurteilt.

Ein starker Verdacht des Drogenhandels blieb, aber es mangelte an Beweisen. Richter Johannes Kimmeskamp konnte am Mittwoch im Gericht nur eine Verurteilung wegen Drogenbesitzes aussprechen und eine Geldstrafe verhängen.

Ende September 2018 war Y. in der Innenstadt kontrolliert worden. Plötzlich rannte er davon, schmiss seine Tasche weg, konnte aber nach kurzer Zeit von der Polizei gefasst werden. Gefunden wurden bei ihm 1000 Euro und mehrere Päckchen Rauschgift.

In der Wohnung 4000 Euro gefunden

Bei der weiteren Durchsuchung zu Hause fanden die Beamten weitere 4000 Euro. Der Verteidiger des jungen Mannes betonte, sein Mandant habe das Geld in einem Wettbüro gewonnen und legte auch Quittungen vor, die allerdings nicht personalisiert waren. Ein eindeutiges Beweismittel war das also nicht. Allerdings betonte der Verteidiger, dass ein Zeuge zwar erklärt hatte, er habe gehört, dass Y. mit Drogen handele, aber „wenn man etwas gehört hat, ist das ja noch lange kein Beweis“, stellte er fest.

Außerdem sei es bei jungen Männern, die keine Arbeit haben, nicht ungewöhnlich, auch schon mal größere Summen Geld zu haben, weil sie eben gerne in Wettbüros gingen. Der Verteidiger wies darauf hin, dass Y. bei der Faktenlage sowohl sein Handy wieder zurückbekommen müsse als auch die 5000 Euro.

Staatsanwalt fordert 600 Euro Strafe

„Auch sind nirgendwo irgendwelche schriftlichen Hinweise aufgetaucht, die auf einen Drogenhandel hinweisen. Keine E-Mail, nichts.“ Sowohl für den Staatsanwalt, als auch für den Richter sah die Lage so aus, dass es auch um Drogenhandel geht. „Die Menge des Rauschgiftes deutet eher drauf hin, das liegt schon sehr nahe“, waren beide überzeugt. Aber es fehlten eben die Beweise. Den Besitz von Rauschgift gab der Angeklagte zu, nicht aber einen möglichen Handel. Der Staatsanwalt forderte schließlich eine Strafe von 600 Euro. Über diese Grenze ging Kimmeskamp aber deutlich hinaus. Der Angeklagte muss 2400 Euro bezahlen und die Gerichtskosten tragen.

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