Freizeit

Freie Fahrt auf der Inliner-Strecke um den Kemnader See

Aufbruch bei Einbruch der Dunkelheit: Erik Leukel, Werner Renz, Stefan Lauer und Volontärin Julia Gresförder haben die beleuchtete Piste fast für sich.

Aufbruch bei Einbruch der Dunkelheit: Erik Leukel, Werner Renz, Stefan Lauer und Volontärin Julia Gresförder haben die beleuchtete Piste fast für sich.

Foto: WAZ FotoPool

Hattingen.   Dank der LED-Laternen sind auf dem Inliner-Kurs am Kemnader Stausee auch abends viele Sportler unterwegs. Sie genießen die freie Bahn. Ein Selbstversuch.

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Sanft gleiten wir auf dem Asphalt dahin, fast ohne Anstrengung. Es ist zwar dunkel, aber trotzdem ist der Weg gut erkennbar, dank der LED-Laternen, die den neuen Inlinerrundkurs um den Kemnader See in helles Licht tauchen. Die Piste ist fast fertig, und nicht nur Hattinger nutzen die Strecke, um zu skaten oder zu joggen. Mit drei erfahrenen Skatern vom Skatesportverein Ruhrboss 03 habe ich die Strecke getestet.

Zuerst heißt es: Helm aufsetzen und Schoner anlegen. Dann geht’s auch schon los. Das kurze Stück zwischen Parkplatz und der neuen Skater-Strecke ist geflickt und buckelig, der Aphalt zu grob. Den Unteschied zur neuen 3,2-Millionen-Euro-Piste merken wir sofort. „Die neue Strecke ist fast zu gut, um dort zu trainieren. Dann ist es beim Wettbewerb so schwer“, meint Vorsitzender Stefan Lauer scherzhaft. „Sahneasphalt“ nennen die Ruhrboss-Skater die Roll-Bedingungen. Der Untergrund hat eine hohe Dichte, auf der ganzen Strecke spüren wir kaum Unebenheiten.

Rücksicht nehmen ist das A und O

„Speedskaten können wir aber nur zu den Randzeiten“, sagt Stefan Lauer. An den Wochenenden ist einfach zu viel los. Da skaten Eltern mit ihren Kindern, viele Jogger und Walker sind unterwegs. „Aber das ist okay, immerhin ist die Beleuchtung dafür da, dass wir auch zu später Stunde trainieren können“, sagt Werner Renz, „Wichtig ist nur, dass wir alle aufpassen und Rücksicht nehmen.“

Viele Sportler nutzen die Beleuchtung, um nach der Arbeit noch ins Schwitzen zu kommen: „Ich gehe hier bis zu fünf Mal die Woche skaten. Es ist gut, dass so viel los ist“, sagt Jennifer (39), die allein ihre Runde dreht. Eine ganze Reihe von Walkern, Jogger und Skater kommt uns noch entgegen. „Durch die Beleuchtung ist abends viel mehr los als früher“, sagt „Ruhrboss“ Stefan Lauer. Da der Weg schön breit ist, können wir getrost nebeneinander fahren und trotzdem einige Jogger überholen.

Zwei kurze Problemstücke

Zwischendurch gibt es die ein oder andere Stelle „Krokant“: Pflastersteine sollen uns an gefährlichen Stellen bewusst ausbremsen. Aber das ist kein Problem für uns, hier muss ich nur darauf achten, langsam über die Steine zu rollen.

Zwei verflixte Stellen kommen dann aber doch noch: Erst die Brücke bei Sonnenschein. Laut Werner Renz soll auch dieses Stück noch neu gemacht werden. Hoffentlich, denn hier müssen wir erst über zwei Meter historisches Kopfsteinpflaster, ehe wir uns über den Holper-Asphalt der Brücke kämpfen. Ich komme ganz schön ins Schwitzen. Beim Runterrollen bremse ich, unten wartet wieder gefährliches Kopfsteinpflaster.

Wir kommen zur Hundewiese. Eine Schleuse verhindert, dass die Hunde auf die Ruhr-Seite laufen. Sie toben dafür am Mühlengraben. Die Türen lassen sich leicht öffnen, klappen von selbst wieder zu, der Fahrfluss wird nicht gestört. „Hier sind normalerweise nicht so viele Leute unterwegs, daher eignet sich dieses Stück zum Speedskating besonders gut“, sagt Stefan Lauer und zieht das Tempo an. Er hat Recht: keine Menschen, eine flache Piste – die Bedingungen sind perfekt.

Hinter der zweiten Schleuse wartet das andere Problem-Stück: die Autobahnbrücke. Unerfahrene laden sich hier statisch auf, und kriegen am Ende ordentlich einen gewischt. „Wichtig ist, regelmäßig die Metallstangen anzutippen“, rät Stefan Lauer. Das erdet. Wir halten uns beim Runterfahren am Geländer fest. Gut, dass am Fuß der Brücke wieder der Sahneasphalt auf uns wartet und wir schneller fahren können. Es wird langsam kalt.

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