Bredenscheid

Ente mit Pfeil im Hals in Pflegestation Paasmühle operiert

Thorsten Kestner von der Auffangstation Paasmühle schaut sich die Röntgenbilder des Erpels an.

Thorsten Kestner von der Auffangstation Paasmühle schaut sich die Röntgenbilder des Erpels an.

Foto: dpa

Hattingen.   Das Tier war in Hamm beschossen worden. In Hattingen wurde es wieder aufgepäppelt.

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Einen Patienten, der es Anfang des Jahres zu kurzer Berühmtheit brachte, versorgte zuletzt das Team der Paasmühle. Eine Ente war in Hamm von einem Unbekannten mit einem Pfeil beschossen worden. Der steckte dem Tier nun schon seit Weihnachten im Hals. In Hattingen wurde der Erpel erfolgreich operiert. Ende dieser Woche, „kommt er raus“, sagt Thorsten Kestner.

Vor dem Eingriff in der vergangenen Woche hatte ein Düsseldorfer Tierretter den Erpel aus dem Teich im Kurpark der Stadt Hamm gefischt. Das Tier war bereits vor Weihnachten angegriffen worden – das Geschoss durchbohrte den Hals und blieb stecken. Die Enden schauten auf beiden Seiten heraus. Doch das Tier schwamm scheinbar unbeeindruckt mit dem Pfeil im Hals auf dem Teich im Kurpark umher und konnte sogar fressen, wie ein Sprecher der Stadt berichtete.

Ein Versuch der Feuerwehr, die Ente mit einem Kescher einzufangen, war zunächst nicht geglückt. Stefan Bröckling vom Tiernotruf Düsseldorf rettete das Tier schließlich mit einem Netzwurfgerät. Er hatte die Ente mit Futter angelockt und aus mehreren Metern Entfernung sein Netz abgeschossen. Anschließend landete die Stockente wohlbehalten in seinen Armen.

Bröckling brachte das Tier zur Wildvogelauffangstation Paasmühle nach Hattingen. Nach dem Röntgen und einer Untersuchung des Halsinneren zog der Tierarzt den Pfeil heraus und nähte die Wunde zu. „Das Problem sind die Federn, die der Pfeil mit in die Wunde zieht“, weiß Thorsten Kestner. So habe der Pfeil einen Wirbel im Genick der Ente gestreift. Durch die Verunreinigung habe sich der Knochen entzündet. „Das haben wir aber gut wieder hingekriegt“, so der Hattinger. Doch er sagt auch, dass der Schuss nur fünf Millimeter weiter rechts oder links tödlich gewesen wäre. Denn dann hätte er auch Blutgefäße, Luft- oder Speiseröhre treffen können.

Allerdings seien solche Attacken auf Vögel nicht selten. „Zuletzt hatten wir eine Kanadagans mit einem Bolzen in der Brust“, erzählt Kestner. Nach einer Erholungsphase in der Paasmühle kann die vom Pfeil getroffene Ente in dieser Woche wieder auf den Kurteich zurückkehren. Nach dem Tierquäler wird gesucht. Er soll zum Abfeuern des Pfeils ein Blasrohr benutzt haben.

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