Tierschutz

EN-Kreis: Peta wählt Veterinäramt als Top-Tierschutz-Behörde

Das Veterinäramt des Ennepe-Ruhr-Kreises arbeitet eng mit dem Tierschutzverein Witten zusammen. Dort kommen vor allem kleinere gerettete Tiere unter.

Das Veterinäramt des Ennepe-Ruhr-Kreises arbeitet eng mit dem Tierschutzverein Witten zusammen. Dort kommen vor allem kleinere gerettete Tiere unter.

Foto: Jürgen Theobald / FUNKE Foto Services

Ennepe-Ruhr.  Peta lobt die Tierärzte des Veterinäramtes im Ennepe-Ruhr-Kreis: „Eine der besten Behörden Deutschlands“. Das Amt ist auf Hinweise angewiesen.

Die Tierschutz-Organisation Peta hat das Veterinäramt des Ennepe-Ruhr-Kreises auf Platz 2 der „tierfreundlichsten Veterinärbehörden Deutschlands“ gewählt. Die Kreis-Tierärzte haben im vergangenen Jahr 363 Tierschutzfälle bearbeitet. In einem Fall, den Peta besonders hervorhebt, wurde ein Betriebsverbot ausgesprochen und 30 Strafverfahren eingeleitet.

Betriebsverbot nach Ankündigung von Wettangeln

„Berücksichtigt wurden Ämter, die bei ihrer Arbeit besonders positiv oder negativ aufgefallen waren, nachdem sie über einen Missstand informiert wurden“, erklärt Peta. Die Organisation hatte das Veterinäramt des EN-Kreises auf ein Wettangeln im Angelpark Steinbachtal im südlichen EN-Kreis Angelpark Steinbachtal hingewiesen. Weil laut Tierschutzgesetz für das Töten eines Wirbeltieres ein vernünftiger Grund vorliegen muss, schritt die Behörde mit einer Unterlassungsverfügung ein.

Nach Hinweisen auf weitere derartige Veranstaltungen sprach sie ein Betriebsverbot für den Angelpark aus. Gegen die Beteiligten laufen 30 Strafverfahren. Dr. Tanja Breining, Meeresbiologin und Fachreferentin für Fische und Meerestiere bei Peta lobt: „Diese Behörde nimmt das Leid von Fischen ebenso ernst wie das von Säugetieren und das hat Vorbildfunktion für andere Behörden.“

Tierärzte gehen jeder Anzeige nach

Dr. Peter Richter, Leiter des Veterinäramts freut das Lob. Er weiß aber: „Das kann auch schnell umschwenken, wenn Erwartungen einmal nicht erfüllt werden können.“ Der Amtstierarzt hebt die Bedeutung von Hinweisen aus der Bevölkerung hervor: „Wenn wir die Anzeigenden nicht hätten, würden wir höchstens fünf Prozent der Fälle selbst entdecken“. Seine Behörde nehme jede Anzeige ernst.

21 Mal Tiere weggenommen

363 Hinweisen auf Verstöße gegen das Tierschutzgesetz ging die Behörde 2019 nach. In 36 Fällen wurden Ordnungsverfügungen erlassen – zum Beispiel, dass sofort bauliche Veränderungen umgesetzt werden müssen. In 21 dieser Fälle wurden den Haltern aber auch die Tiere weggenommen.

Wer Tierschutzfälle melden möchte, kann das direkt beim Veterinäramt des Ennepe-Ruhr-Kreises tun. Online können Hinweise über ein Kontaktformular eingereicht werden. Zu finden ist das auf der Seite enkreis.de unter dem Suchbegriff „Tierschutzbeschwerde“. Auch eine anonyme Anzeige ist grundsätzlich möglich, erklärt Peter Richter.

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