Ehrung

Bundesverdienstkreuz für Ralf Schmiedel

Landrat Olaf Schade und Ralf Schmiedel bei der Ehrung. Links: Margret Melsa, stellvertretende Bürgermeisterin; rechts: Mechthild und Isabel Schmiedel.

Landrat Olaf Schade und Ralf Schmiedel bei der Ehrung. Links: Margret Melsa, stellvertretende Bürgermeisterin; rechts: Mechthild und Isabel Schmiedel.

Foto: uvk

Hattingen.   Der Hattinger Ralf Schmiedel wurde geehrt. Der 53-Jährige sei ein „Mutmacher, Übersetzer und Retter“, so Landrat Olaf Schade.

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Ralf Schmiedel wurde jetzt für sein soziales Engagement mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. Landrat Olaf Schade nahm die Ehrung im Schwelmer Kreishaus vor. Er hob in seiner Laudatio hervor, dass der Hattinger sich seit Jahrzehnten vorbildlich um seine Mitmenschen kümmere. „Ralf Schmiedel ist nicht weniger als ein Mutmacher, Übersetzer und Retter.“

Schule und Abitur, Studium und Tätigkeit als Diplom-Elektroingenieur, Heirat und Geburt der Tochter, Schmiedels Leben lief in guten, in gesunden Bahnen. Mit Anfang 30 machte sein Leben dann aber eine Vollbremsung. Unwohlsein und Schlappheit endeten mit der Diagnose Lungenhochdruck. Davon betroffen sind Lunge und Herz, für die Betroffenen wird das Bewegen zum Graus. Müdigkeit und Atemlosigkeit sind ihre ständigen Begleiter.

Selbsthilfe-Internetseite mit Patientenforen

Zunächst angetrieben vom Willen zu überleben, wuchs beim 53-Jährigen Tag für Tag die Überzeugung, anderen mit seinem Wissen helfen zu wollen. Im Jahr 2001 trat er einem Selbsthilfeverein bei, 2002 ging eine erste Selbsthilfe-Internetseite samt Patientenforen und Chat online, 2004 eine zweite. Schmiedel erklärt Arztbriefe, übersetzt Fachbeiträge in Patientendeutsch, leistet psychischen Beistand, vermittelt Hoffnung und verweist bei Bedarf auf Be­handlungsmöglichkeiten und Fachzentren.

„Bis heute sind Sie täglich mehrere Stunden online aktiv, haben über 10.000 Forums-Beiträge geschrieben und so hunderten Betroffenen geholfen, mit dem Schrecken der Diagnose klar zu kommen“, würdigte Schade die Leistung. Die seriöse Selbsthilfe per Internet sei gerade für Menschen, die durch eine Krankheit weniger mobil sind, ein idealer Weg, um sich zu informieren, auszutauschen und Hoffnung zu schöpfen.

Bedingt durch eine zweite Krankheit – 2003 wurde bei Schmiedel Morbus Osler festgestellt – ist der Hattinger auch hier zum sachkundigen Ansprechpartner geworden.

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