Arbeitsplatz

Bretter fürs Leben

Matthias Attelmann vor dem Fachwerkhaus Bredenscheider Straße 138 , in dem demnächst seine Schneidebretter gefertigt werden sollen.

Matthias Attelmann vor dem Fachwerkhaus Bredenscheider Straße 138 , in dem demnächst seine Schneidebretter gefertigt werden sollen.

Foto: WAZ FotoPool

Hattingen.   Tischler Matthias Attelmann eröffnet in Bredenscheid eine Werkstatt. Seine Spezialität: hochwertige Küchenprodukte. Seine Kunden: viele Spitzenköche

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Noch etwas chaotisch sieht es in den Räumen der ehemaligen Gaststätte Haus Wiedenkamp an der Bredenscheider Straße aus. Tischler Matthias Attelmann baut das Fachwerkhaus gerade um. Anfang bis Mitte Juli will er hier eine Werkstatt aufmachen, ein paar Monate später auch im Obergeschoss einziehen. „Es ist ein Lebenstraum für mich, am gleichen Ort zu wohnen, an dem ich arbeite.“ Mit seiner ehemaligen Werkstatt an der Bochumer Wasserstraße hat sich Attelmann bereits einen Namen gemacht. Vornehmlich in der Kochszene. Denn der 49-Jährige hat sich seit etwa sieben Jahren auf die Herstellung von hochwertigen Schneidebrettern spezialisiert.

„Ich bin gelernter Möbeltischler. Habe früher viel in Restaurierungswerkstätten gearbeitet. Möbel produziert und verschickt.“ Der Transport der großen Möbelstücke sei oft problematisch gewesen, erinnert sich Attelmann. Die Idee: kleinere Produkte aus Massivholz. Als begeisterter Hobby-Koch kam ihm der Einfall mit den Schneidebrettern. „Die Bretter, die man so kaufen konnte, gefielen mir alle nicht.“

Also machte er sich einfach ein eigenes. Längst hat seine Manufaktur einen Namen. „Unicate“ – Unikate, so wie seine 60 mal 40 Zentimeter großen Schneidebretter es sind. Obwohl die Bretter in erster Linie für die Küchen „versierter Hobbyköche mit Anspruch“ gedacht sind, schrieb Attelmann Sterneköche an und horchte nach, ob Interesse an seinem Schneidebrettern besteht. Seine direkte Art und seine Bretter aus Rotkernbuche kamen an. So gehören heute zahlreiche Spitzenköche zu seinen Kunden. Und: „Sterneköche haben große Fangemeinden. Wenn Hobbyköche sehen, dass die Bretter bei den Profis gut ankommen, weckt das ihr Interesse“, so Attelmann.

Doch was ist das Besondere an den Brettern, für die Tischler Attelmann stolze 399 Euro verlangt? „Es ist ein herrliches Material. Es ist nicht zu hart, aber auch nicht zu weich.“ Und es ist die aufwendige Verarbeitung. In 32 Arbeitsschritten wird das Holz immer wieder gewässert und ausgeschliffen. Anschließend werden die Bretter in heißes Öl eingelassen – „für das gewisse Etwas“.

Dass die Schneidebretter mit fast 400 Euro zu teuer sind, findet Attelmann nicht. „Ich würde sogar sagen, sie sind preiswert. Wenn man sich den Produktionsaufwand mal überlegt.“ Natürlich könne man günstigere Bretter kaufen, aber die würden dann auch schnell zerkratzen. „Bei meinen Brettern zieht nichts ein, sie halten ein Leben lang.“ Das garantiert der Tischler. Nur pflegen müsse man die edlen Teile selbstverständlich. „Es ist wie mit einem Auto, das ist auch nur so lange gut, wie man es richtig pflegt.“ Bei seinen Schneidebrettern reiche es schon sie von Zeit zu Zeit mit etwas Öl einzureiben.

Für ambitionierte Köche, denen die 60 mal 40 Zentimeter große Variante zu teuer ist, plant Attelmann eine preiswertere Serie. Das Format: 30 mal 45 Zentimeter. Der Preis wird dann bei 150 Euro liegen. Kaufen kann man die Schneidebretter übrigens über seine Internetseite oder direkt bei ihm in der Werkstatt.

Für sein neues Atelier an der Bredenscheider Straße werde extra ein kleiner Verkaufsraum entstehen, wo dann neben den Brettern noch andere handgefertigte Produkte angeboten werden sollen, kündigt Matthias Attelmann an. Informationen unter www.unicate-holz.de.

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