WESTFALENTAG

Beim Westfalentag in der Henrichshütte geht es um die Heimat

Ein Stück Heimat: Frank Hoffmann (schwarze Kleidung) führt Besucher des diesjährigen Westfalentages über das Gelände des LWL-Industriemuseums Henrichshütte.

Ein Stück Heimat: Frank Hoffmann (schwarze Kleidung) führt Besucher des diesjährigen Westfalentages über das Gelände des LWL-Industriemuseums Henrichshütte.

Foto: Biene Hagel / Funke Foto Services

Hattingen.  Besucher reden beim Westfalentag in Hattingen darüber, mit welchen Heimat-Angeboten sich junge Leute ansprechen lassen. Und erfahren Beispiele.

Was bedeutet Heimat für Kinder und Jugendliche? Wie können sie unterstützt werden, ihre Umgebung mitzugestalten? Und wie schließlich bleiben junge Menschen ihrer Heimat verbunden? Um Fragen wie diese ging es beim diesjährigen Westfalentag im LWL-Industriemuseum Henrichshütte. Der Westfälische Heimatbund (WHB), Dachverband von rund 565 Heimatvereinen und 700 ehrenamtlichen Heimatpflegern, bot an diesem Samstag dabei gut 300 Interessierten eine Plattform zum Austausch und zur Diskussion.

In den Themenschwerpunkt des diesjährigen Westfalentages führte Ulrich Deinet von der Hochschule Düsseldorf mit seinem Impulsvortrag „Zwischen Bushaltestelle, Schule und Smartphone – Lebenswelten Jugendlicher heute“ ein. Die folgende Gesprächsrunde mit lokalen und regionalen Vertretern bot Argumente, Ideen zur Umsetzung sowie Anregungen für Projekte, aber auch Meinungen mit Nachklang. Besonders dazu, wie man junge Menschen mit Heimat-Angeboten ansprechen könnte.

Beteiligungs- und Freiräume für Kinder und Jugendliche schaffen

Es sei „wichtig, Beteiligungs- und Freiräume für Kinder und Jugendliche zu schaffen. Und die Kinder und Jugendlichen auch mitbestimmen zu lassen“, betonte Max Pilger vom Bund der Deutschen Katholischen Jugend Nordrhein Westfalen.

Dabei würde es nicht reichen, diese nur nach ihrer Meinung zu fragen, man müsse Kindern und Jugendlichen auch Entscheidungskompetenzen einräumen.

Beispiele hierfür lassen sich in Hattingen schon jetzt finden. Diese Stadt, lobte etwa Deinet, sei ein gelungenes Beispiel für die Teilhabe junger Menschen zum Thema Heimat.

Eine Kasperle-Figur bringt Kindern die Heimatgeschichte näher

Der Heimatverein Hattingen etwa rufe seit dem Jahre 2017 zu Schreibwettbewerben für Kinder aus, in denen sie zu einem bestimmten Heimatthema Geschichten schreiben sollen. „Wir haben bereits im ersten Jahr über 70 Geschichten erhalten“, erklärte hierzu Heimatvereinsvorsitzender Lars Friedrich nicht ohne Stolz. Zudem bietet Friedrich seit einiger Zeit Stadtführungen für Kinder an, in denen diesen auch mit Hilfe einer Kasperle-Figur Heimatgeschichte näher gebracht wird.

Derweil nannte Vanessa Burneleit vom Natur- und Jugendzentrum Vossgätters Mühle in Essen ein Beispiel dafür, wie Kinder und Jugendliche dabei unterstützt werden können, ihre unmittelbare Umgebung mitzugestalten. So gebe es in ihrem Umfeld ein Projekt für Kindergartenkinder, die mit Hilfe eigens dafür geschulter Erwachsener das Außengelände ihrer Kitas naturgerecht herrichten.

Vertiefungs-Workshop bietet Gelegenheit, die Ideen der Diskussionsrunde aufzugreifen

In der voll besetzten Gebläsehalle der Henrichshütte wurden all’ diese Beispiele und die angeregte Diskussion darüber, wie sich Impulse für junges Engagement schaffen lassen, mit großer Aufmerksamkeit verfolgt. Manche Anwesende schrieben eifrig mit oder diskutierten leise über das Gehörte. Zudem bot ein Vertiefungs-Workshop Gelegenheit, die Ideen der Diskussionsrunde aufzugreifen.

>>> VON REDEN, EINEM PREIS UND DEM RAHMENPROGRAMM

Neben einem Eröffnungsvortrag des WHB-Vorsitzenden Matthias Löb und einem nachdenklichen Grußwort von Hattingens Bürgermeister Dirk Glaser wurde beim Westfalentag auch der Preis des Westfälischen Heimatbundes für frische Ideen, genannt „Rolle vorwärts“, verliehen.

Zum Rahmenprogramm gehörten zudem diverse Angebote: Jugendliche etwa konnten von einem Profi das Handwerkszeug fürs Fotografieren und Filmen mit dem Smartphone erlernen oder auch ein Metallkunstwerk erstellen.

Außerdem wurden Themenführungen zur Geschichte der Henrichshütte angeboten.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben